Kein Spieler, kein Stock, kein Puck: Mucksmäuschenstill ist es am Tag vor dem Playoffstart gegen den EHC Visp um 11 Uhr morgens im Stadion Kleinholz. Das Geschehen spielt sich hinter verschlossenen Türen ab: Videostudium steht beim EHC Olten auf dem Programm. Das Herausarbeiten von System, Stärken und Schwächen des Gegners dauert etwas länger als geplant. Aber danach findet trotzdem noch ein lauffreudiges Eistraining statt, gefolgt von einer Powerplayübung.

Die EHCO-Trainingswoche bis zum heutigen Playoffstart (Kleinholz, 19.45 Uhr) stand ganz im Zeichen, die abgeschlossene Qualifikation nicht zuletzt auch im mentalen Bereich hinter sich zu lassen, noch einmal näher zusammenzurücken und für eine womöglich lange und intensive Playoffzeit neues Leben einzuhauchen.

Am Sonntagabend nach der 1:2-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen die EVZ Academy schwebte eine grosse Enttäuschung rund um die EHCO-Garderobe, die sich einem frühzeitigen Saisonende glich. Es sei noch einmal ein Weckruf gewesen, dass man für Siege gegen alle Teams dieser Liga sein Bestes geben müsse. Nur das EHCO-Trikot zu tragen, reiche eben nicht.

«Wir waren alle enttäuscht, dass wir nicht Platz eins oder zwei holen konnten. Denn wir haben in all den Wochen viel investiert, auch um unsere Ziele in der Regular Season zu erreichen. Nun haben wir es knapp verpasst», bedauert Trainer Chris Bartolone und ergänzt: «Aber wir alle wissen, dass wir ein gutes Team sind und wir nie ausgelernt haben, auch in den Playoffs nicht. Es gilt nun, unsere Konzentration voll und ganz auf dieses erste Spiel zu legen», sagt Bartolone.

Doch so einfach ist das nicht – zu deutlich sprechen die Zahlen aus der Qualifikation gegen die Powermaus: Der EHC Visp ist Oltens Angstgegner. Zumindest offenbart das die Statistik. Alle vier Spiele hat der EHCO verloren, womit man lediglich zwei Pünktchen ergattern konnte.

Interessant: Gegen kein anderes Swiss-League-Team hat der EHCO eine schlechtere Punkte-Ausbeute. Selbst der SC Langenthal mit doppelt so vielen Duellen hat gegen die Powermäuse nicht derart viele Zähler geholt, wie Visp dies tat (siehe Tabelle unten). Es sei schwierig, diese Tatsache zu analysieren. «So ist Eishockey», sagt Bartolone lakonisch.

Er gibt aber zu, dass es schwierig sei, einen solchen Aspekt aussen vor zu lassen. Bartolone spricht sogar von einem mentalen Vorteil für Visp, auch wenn der EHCO spielerisch bevorteilt sei. «Aber wir alle wissen: Die Qualifikation und die Playoffs sind zwei verschiedene paar Schuhe. Wir werden dominanter auftreten», verspricht er.

Starke Ausländer, hohes Tempo

Die vier Qualifikations-Niederlagen gegen die Walliser seien unter dem Strich vielleicht nicht einmal so schlecht gewesen. «Wir haben in diesen Spielen gelernt, dass sich Visp nie aufgibt», weiss Bartolone. Das sei in all ihren Gesprächen ein zentraler Punkt gewesen: «Bei jedem einzelnen Puckeinwurf muss egal sein, ob es 0:0 steht, wir 3:0 führen oder wir irgendeinen Rückstand aufzuholen haben», so Oltens Headcoach.

Bartolone weist ausserdem auf die beiden Visper Ausländer Dan Kissel und Mark Van Guilder hin. Aber auch sonst hätten die Walliser viele talentierte Spieler in ihren Reihen, die verstehen würden, das Tempo hochzuhalten. «Sie spielen nicht das attraktivste Eishockey, aber ihre Geschwindigkeit, ihre Aggressivität lässt es so aussehen. Ihre Hartnäckigkeit macht sie gefährlich.»

Es stimme ihn positiv, dass sie in drei von vier Duellen in Führung gingen. Letztlich gehe es dann darum, die Eishockey-Klischees zu erfüllen: Den Fuss nicht vom Gaspedal nehmen und bei einer Führung das Selbstvertrauen aufs Eis zu bringen, den Todesstoss zu verpassen.