Swiss-League-Playoffs

EHCO-Stürmer Lukas Haas auf einer Mission

Lukas Haas schiesst das 7:0 für den EHC Olten, SCL-Spielmacher Tschannen (hinten) bleibt nur das Staunen.

Lukas Haas schiesst das 7:0 für den EHC Olten, SCL-Spielmacher Tschannen (hinten) bleibt nur das Staunen.

Stürmer Lukas Haas steht mit seinen zwei Treffern sinnbildlich für die Reaktion des EHC Olten auf zwei Overtime-Niederlagen gegen den SC Langenthal – heute Abend (Schoren, 19.45 Uhr) will das Team die Serie auf 2:2 ausgleichen.

Lukas Haas fängt die Scheibe aus dem Bandenrund ab, drängt vor das Tor und zieht im Slot erfolgreich ab. Es ist der 7:0- Schlusspunkt auf die beeindruckende Sonntagsvorstellung des EHC Olten. Bereits zuvor hatte der Stürmer für das 3:0 gesorgt, als er einen Abpraller verwertete. Ein gutes Gefühl? «Es ist immer schön, wenn man ein Tor schiesst und so dem Team helfen kann. Ein grosser Goalgetter werde ich wohl nicht mehr, aber es ist vor allem in den Playoffs wichtig, dass wir diese Tore schiessen.»

Ein gutes Gefühl gab es Lukas Haas nicht zuletzt wohl auch, weil er rückblickend mitverantwortlich war für die zweite Niederlage, als er in Spiel zwei in der Offensive eine besonders unnötige Strafe kassiert, auf welche Langenthal mit dem 3:3-Ausgleich antwortete.

Ein «Scheiss-Gefühl» sei es, auf der Strafbank zu sitzen und mitanzusehen, wie seine Teamkollegen den nächsten Gegentreffer kassierten. «Aber gleichwohl habe ich nicht den Kopf in den Sand gesteckt und wollte wieder dem Team weiterhelfen.»

Es sei insbesondere auf einer langen Playoffreise auch wichtig, dass man Fehler akzeptiere. «Jeder Mensch macht Fehler. Wichtig ist, dass man daraus lernt und diese nicht mehrmals macht. Aufstehen und weiterkämpfen, darum geht es eigentlich in den Playoffs», sagt der 31-Jährige.

Lukas Haas steht beim EHC Olten sinnbildlich für die eindrückliche Reaktion des Teams auf die beiden Overtime-Niederlagen. Sinnbildlich, weil sich Haas zwar über die Fehler und vergebenen Chancen in den ersten beiden Spielen nervte, aber eben auch stets einer war, der nie den Kopf hängen liess.

«Wir waren nie geknickt. Wir kamen auch nach den zwei Niederlagen in die Garderobe mit der Überzeugung, dass wir den Gegner schlagen können.» Mit der «Jetzt erst recht»-Einstellung ging es am Sonntag endlich auf. «Wir wussten: Wenn wir konstant unser Spiel abrufen, dann wird es früher oder später für uns laufen. Dass wir es nie umsetzen würden, daran hat eigentlich keiner gezweifelt.»

Lukas Haas und die zwei physisch agierenden Spieler

Nun geht es also darum, das gute Gefühl und den Schwung in Spiel vier mitzunehmen. Doch: Am Dienstagmorgen ist während des Eistrainings nicht mehr viel zu spüren vom überragenden 7:0-Kantersieg. Intensiv und konzentriert sind die EHCO-Spieler an der Arbeit. «Klar, es hat uns Selbstvertrauen gegeben und es war gut für die Moral, aber erreicht haben wir damit noch nichts. Auch ein 7:0 ist nur ein Sieg, das Resultat spielt letztlich überhaupt keine Rolle. Deshalb haben wir uns auf das, was kommt, fokussiert», sagt Haas, der einen Erfahrungsschatz von 317 National-League- und 338 Swiss-League-Spielen auf dem Buckel trägt.

Ganz allgemein hat die dritte Oltner Sturmlinie um Lukas Haas, Silvan Wyss und Mike Rudolf bislang mit Playoff-Eishockey überzeugt. Haas, der mit seinen Zuckerpässen oft nicht nur Feind, sondern auch Freund, überrascht, mit zwei physisch agierenden Spielern auf dem Eis?

«Es macht Spass mit den beiden. Whitey (Wyss, Anm.) bringt sehr viel Emotionen ins Spiel, macht die Drecksarbeit vor dem Tor und provoziert. Da versuche ich, wenn nötig zu helfen oder auch zu stoppen», sagt Haas und führt fort. «Und dann Rudy (Rudolf, Anm.), er hat so viel Drive und Speed, hat viel Zug aufs Tor. Da versuche ich derjenige zu sein, der das Spiel verlagert und die Scheibe in den Raum spielen kann.»

«Ich versuche bis zum letzten Tag mein Bestes zu geben»

«Jetzt erst recht», das nimmt Lukas Haas nicht nur aufgrund des unglücklichen Starts in die Serie mit auf den Weg. Der 31-Jährige verlässt Ende Saison den EHC Olten in Richtung Visp, wo er einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Auf das Gerücht, dass er gerne geblieben wäre, sagt er: «Ich wäre sicher nicht abgeneigt gewesen. Aber sie haben dann abgewartet», sagt er schulterzuckend. «So ist es im Sport. Ich war lange in Langnau und hatte nun hier zwei schöne Jahre erlebt. Daher würde ich es gerne perfekt abschliessen, für mich persönlich, aber auch für den Klub», sagt Haas.

Perfekt abschliessen? «Es gibt nur eines: Endlich den Titel nach Olten zu holen. Im ersten Jahr standen wir im Final, im zweiten sind wir bitter im Halbfinal ausgeschieden, nachdem man wusste: Wer diese Serie gewinnt, wird Meister. Auch in diesem Jahr wird es sicher nicht einfach, aber ich denke, dieses Team hat ein riesengrosses Potenzial.»

Lukas Haas auf einer Mission? «Ja, auf jeden Fall. Ich versuche bis zum letzten Tag mein Bestes zu geben.»

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