Swiss League
Erste Heimniederlage nach 15 Siegen in Serie: Der EHC Olten findet gegen den kampfstarken HC Thurgau keine Mittel

Die Oltner verzweifelten am Bollwerk der Ostschweizer und einem stark parierenden Noel Bader. Der HC Thurgau nutzte seine besten Torchancen äusserst effizient. Mit der 1:3-Niederlage ging eine 15 Spiele dauernde Heimsieg-Serie des EHC Olten zu Ende.

Marcel Kuchta
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Oltens Dan Weisskopf (l.) ist enttäuscht, während die Thurgauer Nico Lehmann und Patrick Spannring (r.) den zweiten Treffer ihrer Mannschaft bejubeln.

Oltens Dan Weisskopf (l.) ist enttäuscht, während die Thurgauer Nico Lehmann und Patrick Spannring (r.) den zweiten Treffer ihrer Mannschaft bejubeln.

Marc Schumacher / freshfocus

Genau das hatte der EHC Olten vermeiden wollen: einen frühen Rückstand im ersten Meisterschaftsspiel nach einer über drei Wochen dauernden Corona-Zwangspause. Doch schon nach 25 Sekunden hatte die Scheibe das erste Mal hinter Oltens Goalie Simon Rytz eingeschlagen. Stephane Heughebaert hatte einen Zweikampf gegen Thurgaus Topscorer Jonathan Ang zu einfach verloren. Vor dem Tor nutzte Ian Derungs die ihm gewährten Freiheiten eiskalt aus zum frühen Führungstreffer der Ostschweizer.

Mangelnde Präzision und fehlende Durchschlagskraft

Dieser Treffer sollte symptomatisch sein für den weiteren Verlauf des Spiels. Die Oltner vermochten zwar unmittelbar nach dem 0:1 zu reagieren und die Thurgauer ein paar Minuten unter Druck zu setzen. Doch schon da wurde deutlich: das mit dem Toreschiessen dürfte an diesem Samstagabend kompliziert werden. Denn dem EHCO fehlte im Abschluss einerseits die Präzision und vor allem die Durchschlagskraft. Auf der anderen Seite stand mit Noel Bader, der Leihgabe der Rapperswil-Jona Lakers, ein exzellent aufgelegter Goalie im Kasten der Thurgauer.

So entwickelte sich aus Sicht der Oltner eine äusserst zähe Partie, die sich zum Schlechteren entwickelt, als der HCT auch gleich noch sein erstes Powerplay kaltblütig ausnützte. Als dann Jonathan Ang zu Beginn des zweiten Drittels auch noch haargenau die kleine Lücke zwischen Simon Rytz und dem Torpfosten traf, da war das gefühlt bereits die Vorentscheidung. EHCO-Headcoach Lars Leuenberger versuchte mit seinem aktiven Coaching zwar nochmal alles, frische Impulse zu geben. Doch weder ein Goaliewechsel noch die vorgenommenen Linienumstellungen fruchteten wirklich.

Nach dem dritten Gegentreffer war der Arbeitstag von Simon Rytz (l.) beendet. Für ihn kam Silas Matthys ins Spiel.

Nach dem dritten Gegentreffer war der Arbeitstag von Simon Rytz (l.) beendet. Für ihn kam Silas Matthys ins Spiel.

Marc Schumacher / freshfocus

Nicht einmal Simon Lüthis frühes 1:3 im letzten Drittel brachte den erhofften Rückenwind-Effekt. Die kampfstarken Thurgauer machten hinten den Laden geschickt dicht und liessen keine guten Chancen der Oltner zu. Ein Lattenschuss von Eliot Antonietti war das Höchste der Gefühle. Das, was der EHCO an diesem Abend aufs Eis brachte, war ganz einfach zu wenig, um die ersten Heimniederlage der laufenden Saison (nach 15 Siegen in Serie!) zu verhindern.

Wie fällt am Dienstag die Reaktion im Derby aus?

Man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaft am Dienstag beim Derby in Langenthal präsentieren wird. Gut tun wird den Oltnern sicher die Rückkehr des gegen Thurgau gesperrten Spielmachers Joel Scheidegger, dessen spielerischen Impulse an allen Ecken und Enden fehlten. Dazu besteht eine leise Hoffnung, dass auch Dion Knelsen nach seiner Schulterverletzung zurückkehren könnte. Es geht nun auch darum, die gute Ausgangslage gegenüber der Konkurrenz aus Kloten nicht innert weniger Wochen zu verspielen.

Telegramm

EHC Olten – HC Thurgau 1:3 (0:2, 0:1, 1:0)

Kleinholz. – 2334 Zuschauer. – SR: Castelli/Wiegand (Nater/Nater). – Tore: 1. (0:25) Derungs (Ang, Palmberg) 0:1. 14. Binias (Lehmann, Kühni; Ausschluss Schmuckli) 0:2. 25. Ang (Hobi) 0:3. 43. Lüthi (Sterchi, Neukom; Ausschluss Derungs) 1:3. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Olten. 3-mal 2 Minuten Thurgau.

Olten: Rytz (25. Matthys); Heughebaert, Antonietti; Schmuckli, Lüthi; Nater, Weisskopf; Maurer; Horansky, Forget, Nunn; Lhotak, Sterchi, Neukom; Mosimann, Wyss, Hüsler; Schwab, Weder, Oehen.

Thurgau: Bader; Soracreppa, Forrer; Parati, Moor; Tömänen, Kühni; Schmutz, Bircher; Derungs, Palmberg, Ang; Lehmann, Hobi, Binias; Spannring, Rundqvist, Woger; Ramsauer, Hollenstein, Petrig.

Bemerkungen: Olten ohne Fuhrer, Knelsen, Hasani, Portmann (alle verletzt), Gurtner (überzählig) und Scheidegger (gesperrt). Thurgau ohne Baumann, Fritsche, Fechtig, Loosli (alle verletzt) sowie Berri, Rüegger und Bischofberger (alle abwesend). 5. Pfostenschuss Lhotak. 58. Lattenschuss Antonietti. 58. Timeout Olten. Olten ab 56:23 bis 58:20 und ab 58:28 bis 60:00 ohne Goalie.

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