Dulliken beendet die Saison direkt über dem Strich auf dem elften Platz. «Eigentlich müssten wir uns jetzt freuen», sagte Präsident Ueli Schenk. «Wir bleiben oben, Stand jetzt. Die Arbeit fängt für uns aber erst so richtig an. Es geht darum, wieder eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen für die kommende Saison.»

Vizepräsident und Sponsor Roland Gruner wird den Klub verlassen. Die Folge davon ist ein Spieler-Exodus auf der Ey. Dass dieser Abgang im Verlauf der Rückrunde kommuniziert wurde, war definitiv kein geschickter Schachzug. Auch im letzten Saisonspiel fehlte den Dullikern der letzte Wille, weil das Herzblut für den Verein schlicht nicht (mehr) vorhanden ist beim Grossteil der Akteure. Um nicht auf Schützenhilfe der Konkurrenz hoffen zu müssen, hätte der FCD einen Sieg gebraucht.

Alles andere als ein Leckerbissen

Doch der FC Dulliken startete fahrig ins Derby gegen den FC Wangen b. Olten, der sich bereits vor einer Woche gerettet hatte. Wangens Angreifer Albatrit Morinaj bekam in den ersten fünf Minuten nicht weniger als drei Möglichkeiten, die Gäste in Führung zu bringen. Vom Heimteam war sehr lange sehr wenig zu sehen. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte kam Ushtrim Hasani zweimal aussichtsreich zum Abschluss (38., 41.), scheiterte aber an Goalie Marco Häfliger.

Die erste Chance der zweiten Halbzeit gehörte zwar den Dullikern – Nils Wernlis Abschluss in der 50. Minute war zu unplatziert. Doch dann gelang den Gästen nach etwas mehr als einer Stunde das entscheidende Tor. Dafür verantwortlich war Wangens Winterzuzug, der Brasilianer Rodrigo, der mit dem Kopf einnetzte. Dulliken rannte in den letzten zwanzig Minuten an. Den Offensivbemühungen mangelte es aber an der nötigen Überzeugung. Wenn es doch mal gefährlich wurde, war FCW-Goalie Häfliger zur Stelle.

Kein Abstieg zum Abschied

«Spätestens nach dem Seitenwechsel hatten wir mehr vom Spiel und die klareren Chancen», meinte FCD-Trainer Bejtush Rrustolli nach dem Abpfiff. «Wir konnten unsere Chancen wieder einmal nicht nutzen. Uns fehlte wie während der gesamten Rückrunde ein Goalgetter.» Er habe insgesamt keinen schlechten Auftritt seiner Elf gesehen. Wangens Sieg bezeichnete er als glücklich.

Wie für die meisten Spieler war das Derby auch für den 49-jährigen Trainer der letzte Match für Dulliken. Es bleibt beim knapp halbjährigen Engagement. Rrustolli hatte die Mannschaft im Winter von Herbert Fischer übernommen. Damals lagen die Niederämter auf einem Abstiegsplatz. «Für mich als Trainer ist es super, dass wir es geschafft haben. Ich wollte sicher nicht absteigen.» Dass er froh ist, dass das Kapitel FC Dulliken mit der turbulenten Rückrunde nun abgeschlossen ist, war Rrustolli anzusehen.

Wohin es Rrustolli verschlägt, ist noch offen

Wohin es den ehemaligen Wangen-Goalgetter nun verschlägt, wusste er noch nicht. «Ich mache sicher nichts mehr in einer Amateur-Liga», stellte Rrustolli klar. Interessant fände er den Job des Stürmertrainers bei einem ambitionierten Verein. Gerne würde er auch eine U-Mannschaft übernehmen. Angebote habe er schon, konkret sei aber noch nichts. Beim FC Dulliken wird Alessandro Rizzo das Ruder übernehmen, der bislang für die zweite Mannschaft der Niederämter verantwortlich war.