Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass EHC-Olten-Sportchef Marc Grieder genau weiss, was er will, dann hat er nur vier Tage nach dem Saisonende ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Es braucht schon eine ordentliche Portion Mut, am selben Tag zu verkünden, dass man weder mit dem Trainer noch mit den beiden Ausländern weiter zusammenarbeiten möchte.

Kommt die Trennung im Fall von Headcoach Chris Bartolone und des kanadischen Stürmers Bryce Gervais nicht ganz unerwartet, so gleicht diejenige von Topskorer Cason Hohmann einer faustdicken Überraschung. 70 Skorerpunkte hatte der Amerikaner in 54 Spielen für den EHCO gesammelt – so viele wie schon lange kein Söldner mehr im Dress der Powermäuse.

Aber Grieder ist eben ein Mann der Prinzipien. Er sah im Spiel des quirligen und manchmal spektakulären Hohmann vor allem während der Playoffs zu viele Schwachstellen. Deshalb sucht er nun eine andere Lösung. Dieser Schritt ist sehr mutig, gleichzeitig aber auch nachvollziehbar. Marc Grieder hat eine fixe Idee, wie er die Mannschaft des EHC Olten mittelfristig umgestalten will.

Nach Jahren des gehobenen Mittelmasses will er dem Team ein anderes Gesicht verpassen. Mit einer klaren Hierarchie und mit ehrgeizigen, hungrigen Spielern. Er hat die Schwächen erkannt: Es hat zu viele Spieler in der Mannschaft, die im entscheidenden Moment nicht in der Lage sind, die Komfortzone zu verlassen, und zu Egoismus neigen. Dieser Umwandlungsprozess ist jetzt im vollen Gange und noch nicht abgeschlossen. Aber der Weg stimmt.