Für die NLA-Teams des HC Olten hätte die Vorrunde nicht unterschiedlicher laufen können. Während die Frauen als Tabellenführer überwintern, müssen die Männer das Feld im Frühling von ganz hinten aufrollen. Landhockey ist eine der ganz wenigen Sportarten, in denen zwei Meisterschaften ausgetragen werden. Sinken die Temperaturen, dann ist es Zeit für die Hallenmeisterschaft. In dieser läuft es den HCO-Männern deutlich besser als draussen. Nach vier von zehn Qualifikationsspielen liegen die Oltner auf dem dritten Platz.

«Wir hatten bis jetzt grosse Probleme mit abwesenden Spielern. Von daher können wir mit den Resultaten eigentlich zufrieden sein», zieht Trainer Peter Gerhard eine Zwischenbilanz. Sein Team holte bislang zwei Siege gegen Servette (5:2) und Basel (4:2) sowie ein 3:3-Unentschieden gegen Luzern. Gegen den Kronfavoriten Rotweiss Wettingen verloren die Oltner indes gleich mit 1:9.

«So schlecht haben wir aber gar nicht gespielt», nimmt Gerhard seine Equipe in Schutz. «Wir waren lange auf Augenhöhe, machten dann aber im Verlauf des Spiels immer mehr kleine Fehler, und diese werden von einem Gegner wie Rotweiss sofort bestraft.» Sein Team spiele ein taktisch anspruchsvolles System mit Raumdeckung. «Wenn sich nicht jeder Spieler konsequent daran hält, dann fällt das ganze Gefüge auseinander.» Gerhard fügt aber an, dass durchaus auch gegen Wettingen etwas drinliege, wenn der HC Olten komplett antreten könne.

Dies soll am übernächsten Wochenende der Fall sein, wenn die Oltner in der Heimrunde auf Steffisburg und Luzern treffen. Zwei wegweisende Spiele, denn die Oltner liebäugeln mit dem zweiten Tabellenplatz. «Basel, Servette und Luzern müssen wir sicher hinter uns lassen», wägt Peter Gerhard ab. «Wenn wir Steffisburg schlagen, hätten wir sogar gute Chancen auf den zweiten Platz.» Dieser würde nicht nur die Qualifikation für die Halbfinals bedeuten, der HCO könnte dort auch dem Dominator Rotweiss Wettingen aus dem Weg gehen.

Erfahrung sammeln in der Halle

Auch bei den Frauen ist Wettingen der Topfavorit. Die Aargauerinnen gewannen seit 2007 zehn Meistertitel in Serie. «Draussen haben wir sie dieses Jahr geschlagen, aber in der Halle sind sie dank ihrem breiten und ausgeglichenen Kader schlicht zu gut», urteilt Hanspeter Lysser, der Trainer der Oltnerinnen. Mit den Leistungen seines Teams in den bisherigen vier Partien sei er zufrieden, mit der Punkteausbeute jedoch nicht.

Bei den nicht wirklich zwingenden Niederlagen gegen GCZ und Luzern habe es seinem Team vor allem an der Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor gefehlt. «Das ist aber normal, denn wir haben eine sehr junge Mannschaft. In einem unserer Blöcke ist keine Spielerin älter als 17 Jahre», begründet Lysser. Deshalb soll die Hallensaison in erster Linie dazu dienen, Erfahrung zu sammeln. «Die Hallenmeisterschaft ist schon wichtig, aber zuschlagen wollen wir dann im Frühling auf dem Feld», stellt Lysser klar.

Nach der verpatzten Heimrunde mit den Niederlagen gegen Wettingen und Zürich sind die HCO-Frauen in der Doppelrunde vom nächsten Sonntag bereits unter Zugzwang. Um die Halbfinals zu erreichen, müssen sie in den kommenden sechs Partien mindestens noch einen Rang gutmachen. «Ich bin zuversichtlich, dass es reichen wird für die Halbfinals», blickt Hanspeter Lysser voraus. «Basel müssen wir sowieso hinter uns lassen, der Black Boys Genf und GC sind in Reichweite.»