EHC Olten

Die Fehlstarts abermals ausgebügelt: Der EHC Olten schlägt La Chaux-de-Fonds 6:2

Der EHC Olten schlägt den potenziellen Playoff-Gegner La Chaux-de-Fonds dank einer Leistungssteigerung in allen drei Dritteln mit 6:2. Am Ursprung des Sieges stand die vierte Oltner Sturmlinie um Esbjörn Fogstad Vold.

Drei Mal kommt der EHC Olten völlig verschlafen aus der Kabine, zwei Mal wird er vom HC La Chaux-de-Fonds für die Passivität eiskalt bestraft: Zu Beginn rannten die Powermäuse bereits nach 49 Sekunden einem Rückstand hinterher und im Mitteldrittel dauerte es zum nächsten Gegentreffer gerade mal neun Sekunden. Es bleiben aber unter dem Strich zwei Schönheitsfehler, weil sich der EHC Olten in jedem der drei Abschnitte steigerte und somit einen komfortablen 6:2-Heimsieg einfahren konnte.

Doch so souverän, wie das 6:2 auf dem Papier aussehen mag, war der 22. Sieg im 35. Saisonspiel überhaupt nicht. Der EHCO tat sich lange schwer mit den wiedererstarkten, vor allem zu Beginn besonders aufsässigen Neuenburgern, die seit der Trainerentlassung und der Übernahme von Sportchef Loic Burkhalter Anfang Dezember aus acht Spielen immerhin fünf Mal siegten.

Viele individuelle Fehler schlichen sich im Oltner Spielaufbau ein. Doch davon liessen sich die Powermäuse in beeindruckender Manier nie aus der Fassung bringen. Vor allem auch nicht, weil sie trotz zahlreicher Unsicherheiten stets die spielbestimmende Mannschaft waren. Und auch auf das Selbstvertrauen eines Spitzenteams zählen darf, irgendwann doch noch einen Gang höher schalten zu können.

Nachdem Esbjörn Fogstad Vold auf den frühen Gegentreffer umgehend ausgleichen konnte (2.), plätscherte das Spiel aber etwas vor sich hin, bis nach einer Allerweltsszene Stürmer Jewgeni Schirjajew plötzlich mit Restausschluss unter die Dusche geschickt wurde (16.).

Er hatte sich auf einen Faustschlag revanchiert, wobei er offensichtlich gezielter war. Und so durfte zum Unverständnis aller Oltner Ersttäter Holdener wieder mittun, nachdem seine Blutung gestillt wurde. Aus der Szene schöpfte der EHCO aber Mut, mit einem «Jetzt erst recht» brachte Dan Weisskopf Grün-Weiss erstmals in Front (18.).

Auch auf den frühen Ausgleich im Mitteldrittel antwortete der EHCO mit viel Klasse: Garry Nunn nutzte zentral seinen erkämpften Freiraum exzellent aus. Als Wendepunkt zum Guten darf aber der äusserst sehenswerte 4:2-Treffer von Silvan Wyss in Unterzahl erachtet werden. Im eigenen Drittel kam der Vorzeigekämpfer an die Scheibe, erkämpfte sich mit Alban Rexha eine Überzahlsituation, worauf er selber mit einem satten Schlagschuss aus dem Lauf die Lücke im Tor fand.

Davon völlig losgelöst waren die Unsicherheiten wie weggeblasen, worauf das Schlussdrittel zu einem einseitigen Schaulaufen verkam. Philipp Rytz verhalf mit seinem Weitschusstor doch noch zu einem erfolgreichen Powerplay-Abend. Und Fogstad Vold schloss eine wunderbar herausgespielte Aktion der vierten Sturmlinie, die bereits das Skore mit viel Kampfgeist eröffnete, sehenswert zum 6:2 ins Toreck ab.

Doch warum kam der EHC Olten stets mit angezogener Handbremse aus der Garderobe? Silvan Wyss: «Schwierig zu sagen. Wir müssen sicher über die Bücher. Nun mag es das vielleicht noch ein wenig leiden, aber in den Playoffs darf uns das sicher nicht mehr passieren.»

Trainer Fredrik Söderström hielt fest, dass er sein Team noch besser auf die ersten Shifts der Drittel vorbereiten möchte, aber dennoch selber ein weiteres Mal über den Charakter des Teams verblüfft war. «Ich würde nicht behaupten, dass wir ein gutes Spiel gezeigt haben. Aber diesen Sieg haben wir uns geholt, weil wir eine gute Stimmung haben, uns gegenseitig vertrauten und viel Selbstvertrauen haben.»

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