Eigentlich stellte sich EHC-Olten-Sportchef Marc Grieder darauf ein, endlich ein paar entspanntere Sommertage verbringen zu dürfen. Die Mannschaft war im Hinblick auf die kommende Saison quasi komplett. Doch dann wurde Grieder auf dem falschen Fuss erwischt. Verteidiger Luca Zanatta kam unmittelbar nach seiner Rückkehr von der WM in der Slowakei, wo er mit Italien sensationell den Klassenerhalt geschafft hatte, im Sportchef-Büro vorbei und teilte mit, dass er seine Profikarriere per sofort beenden wolle.

Marc Grieder fiel aus allen Wolken, da nichts darauf hingedeutet hatte, dass der mit einer Schweizer Lizenz ausgestattete Italiener in irgendeiner Form unzufrieden wäre. «Ich habe ihn gebeten, dass er jetzt erst einmal in die Ferien reisen, den Kopf durchlüften und sich das Ganze noch einmal gründlich überlegen soll», sagte Grieder. Doch Zanatta liess sich nicht mehr umstimmen. «Ich hätte darauf bestehen können, dass er seinen Vertrag erfüllt. Aber das hätte nichts gebracht. Reisende soll man nicht aufhalten.» Der bis im kommenden Frühling gültige Kontrakt wurde entsprechend aufgelöst.

Geschmolzene Verteidigung

Luca Zanatta wird nun in seine Heimat zurückkehren und möchte beruflich einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Er sagt: «Der Entscheid fiel mir nicht leicht, ich verdanke dem Eishockey viel und die Zeit in Olten war sehr schön und intensiv. Aber wenn das Feuer nicht mehr voll da ist, dann ist Zeit, anderen Platz zu machen.» Dem Sport wolle er indes verbunden bleiben. Denkbar sei allenfalls ein Engagement bei seinem Heimklub in Cortina d’Ampezzo, wo auch seine beiden Brüder Michael und Alessandro zuletzt unter Vertrag standen.

Nach dem Abgang von Luca Zanatta hat sich der Bestand in der EHCO-Verteidigung auf sieben Mann reduziert. Das ist zu wenig. Marc Grieder möchte idealerweise mit neun beim EHCO unter Vertrag stehenden Defensivleuten in die Saison starten. Nun muss der Oltner Sportchef also erst einmal einen Ersatz für Zanatta suchen. Eine Aufgabe, die zum jetzigen Zeitpunkt alles andere als einfach ist.

Die Liste der Verteidiger, die aktuell noch ohne Vertrag sind, umfasst Namen wie Valentin Lüthi, Will Petschenig oder Dan Weisskopf. Grieder möchte zu einzelnen Kandidaten keine Stellung nehmen. Er wird sich vorderhand sowieso noch ein wenig Zeit lassen und nicht in Panik verfallen. Der Sportchef geht davon aus, dass der eine oder andere Spieleragent versuchen wird, einen seiner Klienten beim EHCO zu platzieren, nachdem der Abgang Zanattas publik wurde. Und natürlich soll auch der neue Cheftrainer Fredrik Söderström bei der Evaluation von möglichen Kandidaten ein Wörtchen mitreden können.

Nichts Neues bei Martin Ulmer

Noch keine Neuigkeiten gibt es an der Martin-Ulmer-Front. Der Österreicher würde bekanntlich gerne zurück in seine Heimat (zu Villach) wechseln. Der EHCO würde ihn trotz laufendem Vertrag ziehen lassen. Aber es gibt finanzielle Hindernisse, die noch überwindet werden müssen. Auch hier gilt bei Marc Grieder die Maxime: Immer schön geduldig bleiben.