Wenn der EHC Olten heute die Reise zum Tabellenletzten nach Biasca antritt, macht dies der haushohe Favorit mit einem klaren Ziel: Man will mit einem überzeugenden Sieg bei den Ticino Rockets die letzten Spuren der November-Baisse abzuschütteln. Es wäre der vierte Sieg in Folge, nachdem man zuvor vier Niederlagen in Serie einstecken musste.

Warum die Baisse überhaupt Einzug hielt im Kleinholz, kann sich auch Verteidiger Daniel Eigenmann nicht wirklich erklären. «Plötzlich war der Wurm drin. Man kommt dann in eine Negativspirale, aus der man nur schwer wieder herausfindet. Man hinterfragt sich, warum dies und jenes nicht mehr funktionieren will.»

Sie hätten sich dann aber auf die einfachen Sachen konzentriert und so den Erfolg wieder gefunden. Der Zusammenhalt im Team sei auch in dieser Zeit stets gross gewesen. «Ich denke, wir haben uns nun wieder gefangen, sind konsequenter in den Einzelaktionen und führen auch die kleinen Sachen wieder richtig aus», sagt der EHCO-Verteidiger.

Daniel Eigenmann, der mit seiner Freundin in Zürich wohnt und täglich mit dem Auto nach Olten pendelt, ist in seiner ersten EHCO-Saison zu einem unverzichtbaren Wert in der Oltner Verteidigung geworden.

«Ich bin sehr zufrieden hier. Auch das Umfeld, das sehr professionell arbeitet, passt mir sehr gut», sagt der 26-Jährige, der noch einen Vertrag bis Ende Saison 19/20 mit Kluboption auf eine weitere besitzt.

Daniel Eigenmann

Daniel Eigenmann

Erfahrung in der National League

Wie so mancher Eishockeyprofi – wie etwa NHL-Durchstarter Timo Meier oder auch Ronalds Kenins und Fabrice Herzog – hatte auch Daniel Eigenmann beim starken Ausbildungsklub Pikes Oberthurgau als Junior wertvolle Erfahrungen gesammelt. «Wir hatten viel Zeit zum Trainieren und hatten optimale Bedingungen», erinnert er sich.

Vor allem seinem damaligen Trainer Christian Rüegg verdanke er den Schritt in Richtung Profikarriere: «Er war ein harter Hund – im positiven Sinn. Ich war nie unter den besten Schlittschuhläufern, aber er hat mich so lange gepusht und an mir gefeilt, bis ich es konnte», erzählt Eigenmann lachend.

Im Alter von 17 Jahren sammelte Daniel Eigenmann erste Profi-Erfahrungen bei den GCK Lions in der NLB, worauf ihm ein Jahr später der Durchbruch gelang (39 Spiele, 21 Punkte).

Es folgte ein erstes NLA-Spiel mit Biel, worauf Eigenmann 2013 von Lausanne und ein Jahr später von Rapperswil-Jona unter Vertrag genommen wurde. Doch in beiden Spielzeiten in der Topliga wurde er nach rund 10 Spielen in die NLB ausgeliehen. «Das war eine sehr schwierige Zeit. Ich hatte in Lausanne Pech, dass ich Anfang Saison verletzt wurde und den Einstieg nicht wieder fand», bedauert er.

Daniel Eigenmann

Daniel Eigenmann

Sich aber deshalb den Kopf zu zerbrechen, sei nicht sein Naturell. «Es ist zwar sehr hart, wenn man immer hin und her geschoben wird. Aber schlussendlich muss man sich auch in diesen Phasen durchbeissen und sein Bestes geben. Ich hoffe, dass ich eine weitere Chance erhalte, auf höchstem Niveau zu spielen.»

Erst in der vergangenen Saison, nach zwei überzeugenden Jahren beim HC La Chaux-de-Fonds, wurde Lausanne erneut auf Eigenmann aufmerksam, sodass er zum Abschluss der letzten Saison vier Einsätze in der Klassierungsrunde der National League absolvierte.

«Diese Wertschätzung hat mir sehr viel bedeutet», so Eigenmann, «es war eine wertvolle Erfahrung, die mir noch einmal Kraft gegeben hat, hier in Olten alles zu geben und die ambitionierten Ziele in Angriff zu nehmen.»

Hier, beim EHC Olten, will er also im Einklang mit dem Klub seinen nächsten grossen Schritt vollziehen: Er will endlich wieder einem National-League-Klub angehören. Doch dafür braucht es noch ein paar Dutzend weitere Schritte, wie etwa einen Sieg heute Abend gegen die Ticino Rockets. Um damit erst einmal die letzten Spuren der November-Baisse zu beseitigen.