EHC Olten

Der Glücksbringer, der von den Junioren kam

Gregory Zehnder im Einsatz während des Spiels gegen die GCK Lions.

Gregory Zehnder im Einsatz während des Spiels gegen die GCK Lions.

Seit Junioren-Trainer Grégory Zehnder dem Duo Söderström/Grieder über die Schulter schaut, geht es mit dem EHC Olten aufwärts. Eine glückliche Fügung für alle Beteiligten.

«Weiss Griedi, dass ich das hier mache?». Grégory Zehnder reagiert verunsichert, als die Bitte nach einem kurzen Interview im Anschluss an das Eistraining des EHC Olten an ihn herangetragen wird. Logisch: Bis vor etwas mehr als zwei Wochen war der 29-Jährige höchstens absoluten Klub-Insidern ein Begriff.

Also: Grégory wer? Seit Sommer 2020 amtet Zehnder als Profi-Nachwuchstrainer beim EHC Olten (U15/U9). Und ist seit dem neuerlichen, sportlichen Lockdown zur Untätigkeit verurteilt. Die Junioren-Meisterschaften und auch die Trainings sind ausgesetzt. «Deshalb bin ich mit der Bitte an Sportchef Marc Grieder herangetreten, ob ich nicht während der Trainings und während der Spiele der ersten Mannschaft dabei sein und lernen darf», erklärt Zehnder.

Die Zehnder-Erfolgsbilanz: 6 Spiele, 15 Punkte

Gesagt, getan: Seit Mitte Dezember gehört Zehnder quasi zum Trainerstaff des EHC Olten. Natürlich «in einer Nebenrolle und mit überschaubarem Einfluss», wie er selber immer wieder betont. Und doch hat seine Präsenz bisher für durchschlagenden Erfolg gesorgt. «Ich habe es ihm nach dem Sieg gegen die GCK Lions gesagt: Mit ihm auf der Trainerbank haben wir in jedem Spiel gepunktet», erzählt Oltens Headcoach Fredrik Söderström lächelnd. Bei der 3:4-Niederlage nach Verlängerung gegen Ajoie war Grégory Zehnder erstmals während einer Meisterschaftspartie hinter der Bande. Dann folgte das 5:1 in La Chaux-de-Fonds, das 3:2 gegen Langenthal, das 8:1 gegen die EVZ Academy, das 2:1 nach Verlängerung in Sierre und zu guter Letzt der überzeugende 7:3-Erfolg bei den GCK Lions.

Natürlich hängt die jüngste Oltner Erfolgsserie nicht vom dritten Mann im Trainerstaff ab. Aber Zehnder darf sich durchaus als Glücksbringer bezeichnen. Und erhält auch Lob von seinem «Chef»: «Er ist natürlich noch ziemlich scheu. Aber es ist so: Sechs Augen sehen mehr als vier. Er kann uns helfen, indem er uns auf Details aufmerksam macht, die ihm auffallen», sagt Fredrik Söderström, der Zehnder während der Spiele inzwischen auch mit konkreten Aufgaben eindeckt – zumeist taktischer Natur.

«Versuche, mich in Hintergrund einzubringen»

Und was meint der Juniorencoach, der plötzlich in die Welt des Profisports hineingeraten ist, zu seinem abenteuerlichen Werdegang? «Es ist für mich sehr interessant. Ich versuche, mich mehr im Hintergrund einzubringen. Wenn ich um meine Meinung gefragt werde, sage ich die natürlich. Zum Beispiel während Videoanalysen, wenn es um Power- oder Boxplay geht.»

Der Mann, der in der letzten Saison noch Assistenz-Trainer beim EHC Thun in der MySports League war, sieht seine Stippvisite bei den «Grossen» mit gemischten Gefühlen. «Einen Glücksfall würde ich es nicht gerade nennen, weil wir im Nachwuchs eigentlich genug zu tun haben. Aber für mich persönlich und meine Entwicklung als Trainer ist es sicher eine gute Sache.» Und: Auch die Mannschaft hätte sicher nichts dagegen, wenn der Glücksbringer noch eine Weile bleibt.

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