Solothurner 2. Liga

Der FC Iliria zieht durch: sechster Sieg im sechsten Spiel

Das Team von Trainer Vilson Dedaj gewinnt mit 4:0 beim SC Fulenbach und hat in der Tabelle bereits sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger FC Lommiswil.

«Am Sonntag um 10 Uhr morgens spielen zu müssen, ist eine Katastrophe. Das sollte eigentlich verboten sein in der höchsten Regionalliga», äusserte sich Ilirias Trainer Vilson Dedaj gewohnt direkt und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Obwohl seine Mannschaft gerade den sechsten Sieg im sechsten Spiel klargemacht hatte, war er nach dem Auswärtsspiel beim SC Fulenbach verärgert. Dass seine Spieler vier Verwarnungen kassierten, nervte ihn. Der Ärger richtete sich sowohl an die Spieler als auch an den Schiedsrichter, der die Karten seiner Meinung nach zu schnell zückte.

Der Sieg des Favoriten war indes nie in Gefahr. Eine knappe Viertelstunde war gespielt, als die Gäste aus Solothurn vorlegten. Memnum Mustafi traf mit einem sehenswerten Distanzschuss unter die Latte zum 1:0. «Obwohl wir uns sehr früh zum Morgenessen verabredet hatten und danach noch etwas gelaufen sind, hatten wir anfangs Mühe», sagte Dedaj. «Wir waren in den Köpfen noch nicht bereit. Das Führungstor hat uns gerettet und Druck weggenommen.»

Der FC Iliria war in der Folge klar spielbestimmend, liessen den Ball gekonnt zirkulieren und den Gegner laufen. Immer wieder wechselten die Offensivspieler ihre Positionen, was den Fulenbachern Kummer bereitete. Mit einem Doppelschlag sorgte der Tabellenführer noch vor der Pause für klar Verhältnisse auch auf der Anzeigetafel. In der 33. Minute vertändelte der SCF das Spielgerät nach einem Ballgewinn gleich wieder; dann ging es schnell: Dugagjin Dedaj hoch in den Sechzehner zu Alban Jahiu. Dieser liess zu Dardan Llugaliu abtropfen, der mit seinem ersten Saisontor auf 2:0 stellte.

Keine zwei Zeigerumdrehungen später schlug der Ball erneut hinter Fulenbach-Goalie Mischa Ehrenbolger ein. Wieder zeichnete die Nummer 6 für das Tor verantwortlich. Diesmal verwertete Llugaliu die perfekte Vorarbeit von Oliver Andrijasevic per Dropkick.

Trainer Dedajs Ärger über die vier Verwarnungen

Nach dem Seitenwechsel agierten die Gäste kurz etwas leichtsinnig. Dies ermöglichte Jonas Wyss eine gute Freistossmöglichkeit. Und sein Schuss hätte wohl genau gepasst, doch Ilirias Torhüter Alan Santana kratzte ihn aus dem Winkel. Viel zu tun hatte dieser auch in der zweiten Hälfte nicht. «Wir haben nichts zugelassen, das war positiv», so Trainer Dedaj. «Wenn wir bis zum Abpfiff mit Freude spielen und Vollgas geben würden, gibt es ein 6:0.»

Am Ende wurde es ein 4:0. In der 85. Minute traf Dugagjin Dedaj nach einem Eckball mit einem wuchtigen Kopfball. Worüber sich sein Bruder an der Seitenlinie natürlich freute. Weniger dann über die gelbe Karte in der Nachspielzeit wegen Reklamierens. «Die vier Verwarnungen gehen mir auf den Geist. Unser Ziel ist es, möglichst wenig Strafpunkte zu haben», ärgerte sich Vilson Dedaj. Was die Punkteausbeute seines Teams angeht, gibt es aber nichts zu mäkeln: 18 in 6 Spielen. Ilirias Vorsprung beträgt bereits sechs Zähler. «Ich hätte es enger erwartet», so Dedaj. «Aber die anderen fressen einander gegenseitig die Punkte weg und wir ziehen im Moment durch.»

Fulenbach muss während Umbruch kämpfen

Ganz anders präsentiert sich die Gemütslage beim SCF, der nun zum vierten Mal in Serie verloren hat und weiter auf dem elften Platz klassiert ist. «Nachdem Fulenbach fünf Jahre lang immer vorne dabei war, mussten wir umdenken», sagt Trainer Alain Roussel. «Es gab in den letzten Jahren viele Abgänge und wir bauen ein neues Team auf, das noch sehr jung ist.»

Im Moment werde seine unerfahrene Mannschaft für jeden Fehler eiskalt bestraft. «Es wird eine schwierige Saison. Es muss noch mehr kommen von jedem einzelnen Spieler. Wir müssen noch mehr fighten, dann ist auch gegen Gegner wie Iliria etwas drin. Unsere Jungen müssen es als Chance sehen, in der 2. Liga spielen zu dürfen.»

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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