Swiss League

Der ewige Kampf mit dem Kontrast: Der EHC Olten unterliegt den GCK Lions 4:5

Der EHC Olten erkennt gegen unbequeme GCK Lions den Ernst der Lage viel zu spät und befindet sich fast 40 Minuten auf der Suche nach dem eigenen Feuer. Weil der EHC Olten defensiv schlampt, reichen gegen das ZSC-Farmteam aber selbst 4 Tore und ein 3-Punkte-Knelsen nicht.

Die Verlockung war gross, nach dem 5:3-Derbysieg gegen Langenthal vom Mittwoch das Szenario auszumalen, wo der EHC Olten platziert sein könnte mit drei weiteren Siegen in den Spielen gegen die GCK Lions, Winterthur und Ticino Rockets. Denn mit zusätzlichen neun Punkten auf dem Konto gegen die Underdogs hätte der EHC Olten in einer Woche womöglich von Platz eins gegrüsst. Doch bereits nach dem ersten dieser drei Spiele sind solche Überlegungen fürs Erste hinfällig geworden.

Denn der EHC Olten hat die Pflichtaufgabe eines Topteams, die immer wieder unbequem zu spielenden GCK Lions zu schlagen, nicht erledigt und ist mit 4:5 als Verlierer vom Eis. Vor allem, weil die Powermäuse defensiv zu liederlich auftreten, Fehler um Fehler begehen, die von den GCK Lions eiskalt bestraft werden. Der EHC Olten muss sich sogar den Vorwurf gefallen lassen, mit einer gleichgültigen Einstellung in dieses Spiel gegangen zu sein.

Philipp Rytz: «Hier muss man sich die Energie selber holen»

Hier das Kleinholz mit 3500 Fans im Rücken oder die Derbystimmung im Schoren mit 2500 Zuschauern, da die Kunsteisbahn Küsnacht mit gut gezählten 280 Personen. Auf das emotionsgeladene Derby in Langenthal folgt die Trist in Küsnacht. Es ist der Swiss-League-Alltag, der ewige Kampf mit dem Kontrast, über den der EHC Olten einmal mehr stolpert.

Auch eine Motivationsfrage? «Keineswegs, motiviert sind wir immer», sagt Captain Philipp Rytz räumt aber ein, dass die Auswärtsspiele bei den Farmteams, das Spiel bei den GCK Lions, «nun mal einfach etwas anderes» sind.

«Die Energie in einem Derby ist einfach da. Hier in Küsnacht muss man sich diese Energie selber holen und muss sie innerhalb des Teams erst aufbauen und dann auf das Eis übertragen können. Das ist sehr schwierig, insbesondere unmittelbar nach einem Derby», sagt Rytz. «Aber es soll keine Ausrede sein, es ist ein Bestätigungsspiel, das uns nicht geglückt ist. Wir müssten dieses Spiel gewinnen.»

Weckruf ans Team: Matthys ersetzt Rytz

Tatsächlich ist der EHC Olten über weite Strecken spielbestimmend. Aber die Powermäuse befinden sich in den ersten 40 Minuten auf der Suche nach dem eigenen Feuer – und der eigenen Qualität. Die Oltner reihen Fehler um Fehler, Scheibenverluste um Scheibenverluste. Und auch erschreckend viele Zweikämpfe gehen gegen die ungestümen GCK Lions verloren. Erst eröffnet Backman von der blauen Linie völlig unbedrängt, mit viel Verkehr vor dem Tor, das Skore, danach lässt Cédric Maurer am langen Pfosten seinen Gegenspieler gewähren und schliesslich wird Simon Rytz von Backman mit einem Backhand-Verzweiflungsabschluss düpiert.

Selbst der frühe Torhüterwechsel in der ersten Pause von Simon Rytz auf Silas Matthys, das so etwas wie ein Weckruf an das Team hätte darstellen sollen, brachte keine Besserung. Längst hatte das Unglück seinen Lauf genommen.

Auch, weil Horansky sich hinter dem eigenen Tor als idealer Passgeber zum Gegner anstellt, worauf sich Matthys auch noch von hinter der Grundlinie erwischen lässt. Und schliesslich nahmen die Zürcher noch vor Hälfte der Partie ein weiteres EHCO-Geschenk, diesmal von Verteidiger Eigenmann, dankend an.

Immerhin stellte das 2:5 so etwas wie der Schlusspunkt der furiosen GCK Lions dar, dessen Topsturm mit Backman, Hinterkircher und Simic gerade so gut als Viertliniensturm eine Liga höher auf dem Matchblatt der ZSC Lions hätte stehen können.

Im Schlussdrittel war dem EHC Olten der Siegeswille nicht abzusprechen. Angriff um Angriff rollte in Richtung GCK-Tor, doch selbst eine doppelte Überzahlsituation von einer Minute und 48 Sekunden liessen die Oltner ungenutzt verstreichen. Das Erwachen kam zu spät. «Heute hat der letzte Zwick gefehlt», sagt Philipp Rytz.

Als Trost darf immerhin festgehalten werden, dass Oltens Topsturm um Stan Horansky, Dion Knelsen und Garry Nunn immer besser harmoniert. Mit viel Geschwindigkeit, technischer Raffinesse und dem Auge für den unerwarteten Pass sorgen sie für viel Gefahr vor dem gegnerischen Tor. So zeichneten sie sich, stark forciert von Trainer Söderström, für sämtliche vier EHCO-Tore zuständig.

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