Forfait-Niederlagen gegen Biberist und Härkingen: Es scheint so, als hätte sich der HNK Croatia, der in der 2. Liga mit vier Punkten den Schlussrang belegt, bereits aufgegeben. Der Rückstand auf die rettenden Plätze ist in den letzten vier Spielen kaum noch aufzuholen und der Aufsteiger muss direkt wieder runter in die 3. Liga. Ivo Andrijasevic, dem aktuellen Trainer und langjährigen Vorstandsmitglied, ist dies bewusst. «Es geht nur darum, die Saison irgendwie noch über die Runden zu bringen», sagt er.

«Wir hatten von Anfang an schlicht zu wenige Spieler», zeigt Andrijasevic das Problem des Klubs auf. «Und dann kam auch viel Pech dazu mit etlichen verletzten und abwesenden Spielern.» Dass der Klub am Samstag das Heimspiel gegen den FC Härkingen absagen musste, habe daran gelegen, dass vier Spieler wegen einer Hochzeit in Kroatien waren. Das Spiel zu verschieben, sei nicht mehr möglich gewesen.

Verschiebung zu kurzfristig

Spielermangel ist kein vom Verband akzeptierter Verschiebungsgrund. Sind sich die beteiligten Klubs aber einig, hat der Verband nichts einzuwenden. Mit der Bedingung, dass die Partie bis spätestens am darauffolgenden Donnerstag nachgeholt wird. Beim FC Härkingen meldete sich Andrijasevic am vergangenen Dienstag, um das Spiel von Samstag auf Donnerstag vorzuverschieben.

«Das war sehr kurzfristig. Einige unserer Spieler sind im Militär, andere haben am Abend Schule. Deshalb konnten wir nicht darauf eingehen», sagt Härkingens Trainer Bruno Büttiker. Auch der zweite Vorschlag, die Partie am Montag nachzuholen, passte nicht. Weil die Junioren A+ spielen und wegen privaten Terminen. «Grundsätzlich sind wir immer bereit, ein Spiel zu verschieben. Aber dann müssen wir das früher wissen.»

Überraschender Aufstieg

Bei Croatia hat man die beiden Forfait-Niederlagen akzeptiert. «Das bedeutet aber nicht, dass wir frühzeitig die Segel streichen», stellt Andrijasevic klar. «Die Spieler, die da sind, geben ihr Bestes und haben auch noch nicht aufgegeben.»

Am Ursprung der Probleme sieht er den überraschenden Aufstieg in die höchste Regionalliga. Als Zweiter der 3. Liga Gruppe 2 qualifizierten sich die Kroaten im Vorjahr für die Aufstiegsspiele. Wer diese bestreitet, darf den Aufstieg nicht ablehnen. Sonst drohen eine einjährige Zwangspause und der automatische Wiederabstieg.

Auf die Aufstiegsspiele, die jeweils regelrechte Publikumsmagneten sind, verzichtet sowieso kein Verein freiwillig, sagt Andrijasevic. «Nebst dem Cupfinal sind sie das grosse Highlight für einen Regionalfussballer.»

Heutiges Spiel wird stattfinden

Schon im Vorfeld der Aufstiegsspiele hatte Andrijasevic gegenüber dieser Zeitung gesagt, der Verein sei noch nicht 2.-Liga-tauglich. Den Konkurrenten, namentlich den Gruppensiegern Kestenholz und Deitingen, flatterten im entscheidenden Moment aber die Nerven. Der mit vielen Routiniers gespickte HNK Croatia nutzte dies aus, spielte zweimal unentschieden und setzte sich im einzigen Heimspiel gegen den FC Deitingen mit 2:1 durch, was zum Aufstieg ins Oberhaus reichte.

«Damit hätten wir nicht gerechnet. Der Aufstieg war ein Unfall», blickt Andrijasevic zurück. Der Klub habe sich im Sommer bemüht, das Kader zu verstärken oder zumindest zu verbreitern: «Wir wollten junge Spieler einbauen. Aber das ist nicht so einfach.»
Heute Abend wird der HNK Croatia auswärts beim FC Mümliswil antreten, verspricht der Trainer. Mit welchen Spielern wusste er gestern noch nicht. Gut möglich, dass einige Senioren zum Zuge kommen. Laut Regelwerk dürfte er auch mit sieben Spielern starten. «Egal wie, wir wollen wieder spielen», so Ivo Andrijasevic. Mümliswil ist der einzige Gegner, den die Kroaten in dieser Saison bezwingen konnten.