Nur 83 Sekunden fehlten Deitingen in der 1. Liga gegen den haushohen Favoriten Konolfingen zum zweiten Sieg und dem sensationellen Einzug in den Playoff-Halbfinal. Am Ende hiess es 3:3, es kam zur Verlängerung und im Penaltyschiessen hatte der souveräne Sieger der Gruppenphase das Glück auf seiner Seite. Nun muss das dritte Spiel am kommenden Sonntag um 19 Uhr in Konolfingen die Entscheidung bringen.


«Wir können gegen den Gruppensieger Konolfingen gewinnen», sagte Deitingens Trainer Matthias Roth vor vier Wochen, als die Qualifikation für die Playoffs gesichert war. Und er wiederholte den Satz auch am Sonntagabend nach der 3:4-Niederlage, die erst im Penaltyschiessen besiegelt wurde. Dazwischen lagen zwei starke Leistungen der Wasserämter: Am Samstag gewann Deitingen gegen den Sieger der Gruppenphase mit 9:4. Sicher, etwas Glück war auch dabei: Die Berner trafen in der ersten Minute die Latte. Wenn der rein gegangen wäre, dann hätte die erste Partie des Viertelfinals auch anders herauskommen können.

Und trotzdem war der Deitinger Sieg nicht gestohlen: Nach der Hälfte der Spielzeit lag nämlich Konolfingen 3:2 in Führung. Doch die Solothurner waren fähig, noch einmal einen Zacken zuzulegen. Sie standen hinten solide und waren dank schnellem Umschaltspiel auch vorne immer gefährlich. Als Deitingen zu Beginn des Schlussdrittels in Führung gehen konnte, verlor der Gegner die Nerven, rannte unkontrolliert an und wurde mustergültig ausgekontert.

Umkämpfte zweite Partie

Deitingen blieb am Sonntagabend in der zweiten Playoff-Begegnung dem Konzept treu, liess den Ball hinten zirkulieren und suchte ohne Hast seine Chance. Konolfingen war zwar etwas mehr in Ballbesitz, kam aber kaum gefährlich zum Abschluss. Doch in der 15. Minute stand plötzlich Florian Schwendimann alleine vor Goalie Thomas Frank und der schoss Konolfingen in Führung. Ein katastrophaler individueller Fehler war vorausgegangen.

Gleich zu Beginn des Mitteldrittels kam es wieder zu demselben Duell, aber diesmal krallte sich Goalie Frank mit einer Glanzparade den Ball. Deitingen zog sein Ding ruhig weiter und wurde belohnt, als Marco Mathys auf Zuspiel von Reto Gugler spektakulär den Ausgleich schoss. Als Mathys mit einem Stockschlag die erneute Konolfinger Führung verhinderte, kam es zu einem Penalty – den Fabio Schinkelshoek an den Pfosten setzte.

In der 47. Minute scheiterte Marco Stüdi alleine vor dem Konolfinger Goalie und im Gegenzug gab es die erste Strafe gegen Deitingen. Auf die überstandene Unterzahl folgte ein offensives Feuerwerk. Stephan Affolter und Lukas Galli scheiterten, dann traf Tim Barrer zum 2:2.
Konolfingen war angestachelt und griff nun ungestüm an. So ungestüm, dass auch die Berner ihre erste Strafe kassierten. Das Powerplay war unwiderstehlich.

Das Penaltyschiessen muss entscheiden

Reto Gugler auf Zuspiel von Yanick Kofmehl schoss Deitingen erstmals in Führung. Doch selbst als der grosse Favorit am Rande des Abgrunds stand, brach bei den Löwen aus Konolfingen keine Panik aus. Auf Deitinger Seite kassierte Marco Mathys eine dumme Strafe, welche Konolfingen nur 83 Sekunden vor Schluss zum 3:3 ausnützte. Es kam zu einer Verlängerung mit «Golden Goal» – ohne ein Goal. So entschied am Ende der zwölfte Penalty, den Janosch Bigler zum Konolfinger Sieg verwertete.

Nun kommt es am nächsten Sonntag um 19 Uhr in Konolfingen zur entscheidenden letzten Partie. «Wir müssen nicht nervös werden, unsere Chancen stehen gut und wir haben nichts zu verlieren», blickte Trainer Roth schon kurz nach der Niederlage wieder optimistisch in die Zukunft.