EHCO-Headcoach Bengt-Ake Gustafsson hatte in den beiden letzten Meisterschaftsspielen vor der Nationalmannschaftspause (1:4 gegen Langenthal, 3:2 n.V. gegen die GCK Lions) von seiner Mannschaft genügend Anschauungsunterricht erhalten. Die beiden Auftritte der Powermäuse waren schwach. So schwach, dass der Schwede einige Korrekturen punkto Linienzusammensetzungen vornahm.

Die Wichtigste war, dass er das Ausländerduo McClement und Stapleton auseinandernahm. Tim Stapleton durfte wieder als Mittelstürmer auflaufen – mit Rückkehrer Marco Truttmann und Jewgeni Schirjajew als Flügeln. An der Seite von Jay McClement liefen dafür Devin Muller und Cyrill Aeschlimann auf.

Es war auch dieser Sturmlinie vorbehalten, den ersten Treffer der Partie zu erzielen. Rouiller traf nach einem schnellen Konter und sorgte so nach 33 Sekunden für die frühe Oltner Führung. Die Powermäuse begannen in Winterthur konzentriert und entschlossen und schienen nach Schirjajews Treffer zum 2:0 (7.) einem souveränen Sieg entgegenzusteuern.

Strafen en Masse

Doch der EHC Olten macht es sich dieser Tage eben nicht leicht. Ein Gegentor, Sekundenbruchteile vor der ersten Drittelspause, brachte die Gustafsson-Truppe aus dem Konzept, und den Winterthurern, die vor dem gestrigen Spiel viermal in Serie verloren hatten, das Selbstvertrauen wieder zurück. Die Oltner hatten fortan grosse Mühe, das Spiel zu kontrollieren und brachten sich mit unzähligen Undiszipliniertheiten arg in die Bredouille.

Die Konsequenz: Dem EHC Winterthur gelang die Wende. Und dies, obwohl sie die besten Gelegenheiten nicht einmal ausnutzten. Zum Beispiel eine zweiminütige Phase in doppelter Überzahl. Später noch einmal 49-sekündige 5-gegen-3-Situation. Den Oltner gelang es irgendwie und vor allem dank Goalie Matthias Mischler, der einige mirakulöse Paraden zeigt, im Spiel zu bleiben.

Dank Stefan Mäder, dem 79 Sekunden nach dem Winterthurer Führungstreffer der 3:3-Ausgleich gelang, rettete sich der EHCO zum siebten Mal in dieser Saison in die Verlängerung. Und dort gingen sie zum siebten Mal (!) als Sieger vom Eis. Der beste Oltner, Verteidiger Anthony Rouiller, bezwang Winterthur-Keeper Reto Oehninger nach 52 Sekunden zum 4:3.

Nur bedingt zurfieden

Matchwinner Rouiller war nach dem Spiel trotz des Siegs nur bedingt zufrieden. Dazu war die Leistung der Oltner einmal mehr zu unkonstant und letztlich nur knapp genügend. «Nach dem ersten Drittel musste man sagen, dass wir die klar bessere Mannschaft sind. Doch dann haben wir einfach nicht gleich weitergespielt», ärgerte sich der Verteidiger darüber, dass der EHCO einmal mehr aus dem Konzept geriet und den Faden verlor.

Was man dagegen tun kann? Rouiller zuckt die Schultern und sagt: «Es sind Details, die wir korrigieren müssen. Es ist November. Wir haben noch Zeit, bis zu den Playoffs.»

Immerhin: Aus Oltner Sicht darf neben dem zweifachen Punktgewinn angemerkt werden, dass Marco Truttmann bei seinem Comeback einen guten Eindruck hinterliess und kurz vor dem dritten Winterthurer Treffer nur den Pfosten des gegnerischen Gehäuses getroffen hatte. Kommt er in Form, kann das dem EHC Olten im weiteren Verlauf der Saison nut gut tun.

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