Die Strafe gegen EHCO-Captain Lukas Haas ist soeben abgelaufen, da verpasst Pascal Pelletier dem EHC Olten im Fallen, in der 2. Minute der Verlängerung, den Todesstoss. Es ist letztlich das schmerzhafteste Gegentor, das der EHC Olten in dieser Saison 18/19, die geprägt war von viel Auf und Ab, hinnehmen musste. Und jenen kapitalen Treffer, der das Saisonende der Powermäuse besiegelte. 2:3 nach Verlängerung verliert der EHCO das sechste Spiel und damit auch die Halbfinalserie gegen Erzrivale Langenthal.

Lukas Haas, in diesem sechsten Spiel noch der Mann, der die Oltner im Powerplay auf die vermeintliche Siegesstrasse brachte (7.), muss sich am Ende eingestehen, dass seine Attacke, 49 Sekunden vor dem Ende des dritten Drittels, mehr als unclever war. Mit einem Crosscheck revanchierte er sich beim Gegenspieler für einen vorhergegangenen Allerwelts-Zweikampf.

Nun, es wäre zu einfach, diese Haas-Szene, die nach dem Langenthaler Todesstoss natürlich unweigerlich im Kreise des EHC Olten haften bleibt, für das Saisonende verantwortlich zu machen. Der EHC Olten hätte es einmal mehr selber in der Hand gehabt, den Sieg vorzeitig für sich zu beanspruchen. Mit einer 2:1-Führung im Rücken liessen die Oltner abermals hochkarätige Chancen liegen.

Schneuwly, Mäder, Rexha oder auch Schirjajew – sie alle scheiterten in den ersten zehn Minuten des Schlussabschnitts mit herausragenden Möglichkeiten. Und selbst eine aussichtsreiche 3:1-Situation mit Huber, Muller und Zanatta führte den Zweitore-Vorsprung nicht herbei. Es mag unter dem Strich der kleine, feine Unterschied sein: Dem SCL gelang es zwei Tage zuvor, bei selbem Resultat das Spiel mit zwei weiteren Treffern vorzeitig zu entscheiden.

SC Langenthal schiesst EHC Olten aus den Playoffs

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Das erste Mal schlägt der SC Langenthal den EHC Olten in einer Playoff-Serie und zieht somit ins Finale ein.

Fahrlässige Defensivarbeit

Dass der EHC Olten aber überhaupt einmal mehr bis zur letzten Sekunde um den Sieg kämpfte, entbehrte jeglicher Logik. Denn die Powermäuse zogen in dieser kapitalen, sechsten Playoffpartie eine erste Spielhälfte ein, wie sie gewiss in keinem Eishockey-Lehrbuch vermittelt wird. Unzählige Fehler im Spielaufbau und eine Zuordnung, die keinem Swiss-League-Team würdig war, machten es schwierig, ein Spiel in Richtung Offensive zu kreieren.

Der EHC Olten kam nach dem frühen Haas-Treffer in Überzahl unter die Räder. Nach einer dominierenden Phase, in welcher Langenthal fünf hochkarätige Abschlüsse innert 15 Sekunden verzeichnete, hatte dann selbst auch EHCO-Torhüter Simon Rytz genug, lief zur Spielerbank, um mit einem Donnerwetter seine Vorderleute aufzuwecken.

Da hatte der EHCO längst seine Führung wieder hergegeben, weil die Zuordnung und Abstimmung zwischen Offensive und Defensive nicht stimmte.

Der EHCO fand aber nach Spielmitte plötzlich den Tritt – und machte den gewollten Schritt Richtung Belle, indem Ueli Huber Grün-Weiss wieder in Front schoss (39.). Doch diese 2:1-Führung ein gesamtes Drittel zu behaupten? Dafür war die EHCO-Defensive schlicht zu instabil.

Tatsächlich hatte SCL-Stürmer Nico Dünner die Oltner Unsicherheiten ausnützen können (52.). Und so kam es, dass sich der EHC Olten letztlich in die Sackgasse manövrierte – so wie dies die SCL-Fans vor Spielbeginn mittels Choreo schon vorausgesagt hatten.

Was bleibt von dieser Saison, vor der man das Saisonziel Meister in Angriff nahm? Klar ist: Der EHC Olten wird die Saison in den nächsten Tagen und Wochen tiefgründig analysieren müssen. 

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