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Da wäre mehr möglich gewesen – die Solothurner bleiben zum zweiten Mal in Folge punktelos

Handball NLB Saison 2017/18, nach dem 5. Platz als Aufsteiger wartet auf den TV Solothurn die schwierige zweite Saison in der zweithöchsten Liga.

TV Solothurn 2017/18

Handball NLB Saison 2017/18, nach dem 5. Platz als Aufsteiger wartet auf den TV Solothurn die schwierige zweite Saison in der zweithöchsten Liga.

Es war eine klare Leistungssteigerung, die der TV Solothurn im Vergleich zur Niederlage gegen den Tabellenletzten nun gegen das zweitplatzierte Baden zeigte. Dennoch bleiben die Ambassadoren beim 19:23 zum zweiten Mal in Folge punktelos.

Probleme sind nichts Schönes. Sie hemmen, sie verursachen Stress und sie lassen einen gedanklich nicht in Ruhe. Umso schöner ist es, Probleme zu lösen oder wenn sie von alleine wieder verschwinden. Egal welche der beiden Varianten es beim TVS war, wichtig ist nur, dass von den letzthin doch ärgeren Problemen in der Verteidigung gegen den STV Baden nichts mehr zu sehen war. Im Gegenteil: Bröckelte das Solothurner Bollwerk vor wenigen Tagen in Steffisburg noch arg und drohte fast einzustürzen, so wirkte der Wall gegen Baden wieder so stabil und unverwüstlich wie die chinesische Mauer. Der TV Solothurn scheint defensiv wieder zu seiner Vorrunden-Form gefunden zu haben. Denn wer gegen den zweitbesten Angriff der Liga nur 23 Gegentore kassiert, kann tatsächlich eine zuverlässige Feste sein eigen nennen.

Pausenrückstand wegen vieler Fehlschüsse

Aber wie es so ist im Leben: Ist ein Problem gelöst, kommt bereits das Nächste. Im Falle des TV Solothurn war dies im Spiel gegen Baden der Angriff. Eigentlich nicht der Angriff als Ganzes, denn mal um mal konnten sich die Gastgeber in erfolgsversprechende Abschlusspositionen spielen und Lücken in der Aargauer Defensive aufreissen. Jedoch versagten den Solothurnern die Nerven gleich reihenweise. Ob Gegenstoss, Kreisabschluss, freier Wurf oder Fernwurf, die Aarestädter vergaben so ziemlich alles an Chancen, die sich ihnen boten.

Dabei hatte es bis zur 14. Minute noch sehr gut ausgesehen. Denn auch die Gäste patzten im Angriff öfters als gewohnt und so lag Baden zu diesem Zeitpunkt nur gerade mit 5:4 in Führung. In den folgenden sechs Minuten zogen die Aargauer dann aber schon fast entscheidend weg. Nach einer Fehlwurforgie des TVS betrug die Differenz in der 20. Minute bereits fünf Tore (10:5). Zwar konnten sich die Solothurner danach wieder fangen und mit dem Gegner mithalten, der Abstand blieb aber bis zur Pause in gleicher Höhe. Kurios: Nach dem Siebenmeter von Marco Kurth zum 8:13 und dem gleich darauffolgenden Timeout des STV Baden in der 25. Minute erzielten beide Teams bis zur Pause keinen einzigen Treffer mehr.

Niederlage wegen noch mehr Fehlschüssen

Die torlose Zeit schien den Gästen aus Baden zu gefallen. Nach dem Seitenwechsel hängten die Aargauer deshalb gleich noch weitere achteinhalb torlose Minuten und ein weiteres Timeout an. Es war die stärkste Phase der Solothurner Defensive. Was von seinen Vorderleuten nicht fortgeputzt wurde, wischte TVS-Keeper Dukanovic weg. Erst per Penalty in der 39. Minute gelang den Gästen wieder ein Tor. Die Abschlussschwäche konnte das Heimteam aber die ganze Partie über nicht ablegen, und so lagen die Solothurner nach der torlosen Phase der Badener nach wie vor in Rückstand (11:13).

Bis rund zehn Minuten vor Schluss schaffte es der TVS, den Rückstand bei zwei Toren zu halten und hatte, auch dank der weiterhin sattelfesten Abwehr, sogar mehrmals die Chance, das Spiel zu drehen. Da die Wurfquote aber ein weiteres Allzeittief erreichte, blieb die Wende aus. Insgesamt brachte der TV Solothurn an diesem Abend lediglich 19 seiner 52 (!) Würfe im Tor unter. 18 Abschlüsse blieben am starken Badener Hüter hängen und sagenhafte 15 Schüsse verfehlten ihr Ziel komplett und gingen nebens Tor. So wird es auch mit der besten Verteidigung schwierig, gegen eine Mannschaft wie den STV Baden Punkte zu holen.

Für Solothurn folgt nun eine zweiwöchige Meisterschaftspause. Danach empfängt der TVS zuhause den HS Biel zum Revierderby. Bis dahin hat die Mannschaft von Trainer Marco Kurth Zeit, die optimale Balance zwischen Angriff und Verteidigung wieder zu finden. In der Vorrunde war diese Balance genau gegen Lokalrivale Biel auf dem Höhepunkt. Dank einer überragenden Leistung vorne und vor allem hinten siegte der TV Solothurn damals mit 29:18.

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