Volleyball NLA

Bogdan Kotnik nicht mehr Trainer von Volley Schönenwerd

Nach einem halben Jahr endet die Zusammenarbeit von Volley Schönenwerd und Trainer Bogdan Kotnik.

Nach einem halben Jahr endet die Zusammenarbeit von Volley Schönenwerd und Trainer Bogdan Kotnik.

Am späten Donnerstagabend vermeldet der NLA-Dritte Volley Schönenwerd überraschend den Abgang von Headcoach Bogdan Kotnik. Aus privaten Gründen, wie der Klub mitteilt. Ad interim wird der bisherige Assistenztrainer Lukasz Motyka den Posten übernehmen.

Mitte Juni präsentierten die Verantwortlichen von Volley Schönenwerd Bogdan Kotnik als Nachfolger von Bujar Dervisaj und neuen Trainer des NLA-Teams. «Seine Referenzen sind ausgezeichnet, das war uns wichtig», sagte Daniel Bühlmann und beschrieb den 42-jährigen Slowenen als akribischen Arbeiter, der 24 Stunden Volleyball im Kopf hat.

Dem pflichtete Bogdan Kotnik in einem Interview kurz vor dem Saisonstart Anfang Oktober bei: «Was Daniel sagt, stimmt. Ich bin wie ein hungriger Löwe. Ein Löwe jagt, und wenn er schläft, denkt er ans Jagen. Bei mir ist es genau gleich – nur eben mit Volleyball.» Er gehe jedes Spiel so an, «als wäre es der letzte Match meines Lebens».

Vier Siege und zwei Niederlagen: Mit dieser Bilanz verabschiedet sich Bogdan Kotnik von Volley Schönenwerd.

Vier Siege und zwei Niederlagen: Mit dieser Bilanz verabschiedet sich Bogdan Kotnik von Volley Schönenwerd.

«Ich habe in meiner Karriere schon vieles gewonnen», sagte Kotnik ausserdem. «Ich weiss, wie das geht.» In seiner Heimat hatte er mit Ljubljana zweimal die Meisterschaft geholt. In Österreich feierte er mit dem SK Aich/Dob den Titelgewinn. Kotnik hat den Master in Kinesiologie und den Doktortitel in Sportpsychologie. Vor seinem Engagement bei Volley Schönenwerd machte er eine zweijährige Coaching-Pause und lehrte als Dozent an der Universität.

Kotniks Einstand bei den Schönenwerdern verlief vielversprechend. Aus den ersten drei Spielen im Oktober gegen Luzern, Näfels und Jona schaute das Punktemaximum heraus. Titelfavorit Amriswil holte die Schönenwerder in der vierten Runde auf den Boden der Tatsachen zurück (0:3).

Nach einer einmonatigen Zwangspause mit Quarantäne bzw. Selbstisolation wegen eines Coronafalls im Team bekundete Schönenwerd zuletzt Mühe, wieder in die Gänge zu kommen. Auf einen wenig überzeugenden 3:1-Erfolg gegen Traktor Basel folgte eine überraschende 2:3-Heimpleite gegen das noch punktlose Schlusslicht Luzern.

Trotzdem belegt Volley Schönenwerd mit 13 Punkten aus 6 Spielen den guten dritten Platz hinter Leader Amriswil und Chênois. Den weiteren Weg in dieser Saison wird das Team indes ohne Bogdan Kotnik gehen. Der Trainer hat den Verein aus privaten Gründen um die Auflösung seines Vertrags gebeten. Dies teilte der Verein am späten Donnerstagabend mit. 

Gegen den Kronfavoriten Amriswil fand Kotniks Mannschaft am vierten Spieltag kein Mittel.

Gegen den Kronfavoriten Amriswil fand Kotniks Mannschaft am vierten Spieltag kein Mittel.

«Der Verein bedauert seinen Abgang sehr», liessen die Verantwortlichen verlauten. «Wir sind mit den Leistungen von Bogdan Kotnik und jenen des Teams in dieser für alle sehr aussergewöhnlichen Saison sehr zufrieden und bedauern diese Veränderung daher sehr», unterstrich CEO Daniel Bühlmann. Selbstverständlich sei der Klub Kotniks Wunsch nach einer sofortigen Vertragsauflösung ohne Diskussion nachgekommen.

Daniel Bühlmann ist zuversichtlich, dass er zusammen mit Sportchef Bujar Dervisaj im Januar einen neuen Headcoach wird präsentieren können. Bis dahin übernimmt der bisherige Assistenzcoach Lukasz Motyka das Team interimistisch. Am Samstag wird er im Auswärtsspiel bei Näfels erstmals als Cheftrainer figurieren.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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