HV Olten

Bittere Pille für den HV Olten: Zwei mögliche Aufstiege sind wohl futsch

Die Bank des HV Olten mit Trainer Hanspeter Arnold (ganz links).

Die Bank des HV Olten mit Trainer Hanspeter Arnold (ganz links).

Die Oltner Handballer standen vor dem Abbruch der Saison vom vergangenen Freitag schon mit einem Bein in der Nationalliga B. Den Frauen des HV Olten winkte sogar die Promotion für die höchste Spielklasse.

Sowohl die Männer als auch die Frauen des HV Olten befanden sich diese Saison auf Aufstiegskurs. Bis am Freitag der Abbruch der Meisterschaft erfolgte – aus bekanntem Grund. «Über das Vorgehen im Hinblick auf die nächste Saison (offene Fragen betreffend Meister, Cupsieger, Auf- und Absteiger, etc.) wird zu gegebener Zeit informiert», teilt der Handball-Verband mit.

«Bis Freitagnachmittag war ich guter Dinge. Wir hatten uns sehr gut auf den Yverdon-Match vorbereitet», blickt Hanspeter Arnold, Trainer der HVO-Männer, auf die turbulente vergangene Woche zurück. Davor hatte sein Team in der Finalrunde der 1. Liga zweimal in Folge seinen ersten Verfolger Emmen bezwungen. Dank sechs Siegen, einem Unentschieden und nur einer Niederlage hatten sich die Oltner bis zur Hälfte der Finalrunde ein Polster von fünf Punkten auf die Nicht-Aufstiegsplätze erarbeitet.

«Wir hatten noch sechs Spiele vor uns. Drei Siege hätten uns wohl bereits gereicht für den Aufstieg», hadert Arnold. Stattdessen am Freitag der Schock für ihn und seine Mannschaft: «Der Abbruch könnte bedeuten, dass wir im August bei null anfangen. Dass es eine verlorene Saison ist. Allerdings nicht in Bezug auf die Entwicklung der Spieler. Die war erfreulich. Ich hoffe, dass sie gestärkt aus dieser Situation herauskommen.»

So ganz hat Hanspeter Arnold die nicht erst seit dieser Saison angestrebte Promotion in die NLB noch nicht aufgegeben: «Es gäbe einen Weg. Wir müs­sten im August beginnen, zuerst die alte Meisterschaft beenden und ab Oktober eine verkürzte neue Saison spielen. Das wäre am fairsten. Ob es möglich ist, weiss ich nicht.»

Die Vorbereitung für die nächste Saison werde sowieso tangiert. Spieler könnten wegen des verpassten Aufstiegs in höhere Ligen abwandern. «Und wir könnten Spieler, mit denen ich schon in Kontakt bin, nicht bekommen, weil wir nächste Saison nicht in der NLB sind. Es ist eine unschöne Situation», fügt Arnold, dessen Berufsleben ebenfalls durch das Corona-Virus auf den Kopf gestellt wurde. Als Lehrer ist er derzeit gefordert, hetzt von Sitzung zu Sitzung. «Da rückt der Sport ein bisschen in den Hintergrund.»

Auf bestem Wege zum dritten Aufstieg in Serie

Für die HVO-Frauen sind Aufstiege fast schon an der Tagesordnung. In den vergangenen zwei Jahren ging es von der 2. Liga direkt hoch in die NLB. Vor gut zwei Monaten schlossen die Oltnerinnen die Quali in der NLB auf Platz fünf ab und zogen in die Auf-/Abstiegsrunde ein, in der sie aktuell Platz drei belegen – bei vier zu vergebenen NLA-Tickets. Der dritte Aufstieg in Serie war zum Greifen nah.

Der Höhenflug der Oltnerinnen (hier mit Ivana Ravlic-Müller am Ball) wurde jäh gebremst.

Der Höhenflug der Oltnerinnen (hier mit Ivana Ravlic-Müller am Ball) wurde jäh gebremst.

«Obwohl der Abbruch absehbar war, war ich am Anfang sprach- und fassungslos», sagt Christian Müller, Co-Trainer und Sportchef der HVO-Frauen. «Von einem Moment auf den anderen ging es von 100 auf 0 runter. Keine Spiele, keine Trainings, gar nichts mehr. Das ist schwierig zu realisieren.» Was die Liga in Sachen Auf- und Absteiger entscheiden wird, kann er nicht abschätzen: «Am grünen Tisch aufzusteigen, würde mich nicht stören. Auf sportlichem Weg wäre natürlich optimal gewesen. Und ich denke, dass wir es geschafft hätten.»

Der Schweizerische Handball-Verband wird «zu gegebener Zeit» informieren. Doch die Aufstiege der beiden Equipen des HV Olten sind wohl futsch. Ein Satz verbindet die Trainer: «Dann halt im nächsten Jahr.» Jetzt erst recht also – wobei «jetzt» frühestens im August ist.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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