Swiss League

Besser als jedes Weihnachtsgeschenk: Der EHC Olten deklassiert Aufsteiger Sierre mit 7:1

Der EHC Olten gewinnt nach der zehntägigen Natipause zu Hause gegen den HC Sierre diskussionslos mit 7:1 und verteidigt damit erfolgreich seinen zweiten Tabellenplatz. Für die Powermäuse ist es der fünfte Sieg in Serie. Matchwinner der Partie ist Dreifach-Torschütze Garry Nunn.

Dass zwei Meisterschaftspausen von jeweils zehn Tagen innerhalb von nur vier Wochen schon so manches arrivierte Team aus dem Tritt gebracht haben, davon scheint der EHC Olten nicht besonders viel zu halten. Und knüpft mit viel Selbstvertrauen dort an, wo man aufgehört hat: Beim Siegen. Mit einer 7:1-Packung schicken die Oltner Aufsteiger Sierre zurück ins Wallis.

«Das war eine grossartige Leistung, von Beginn weg bis zur Schlusssirene», hielt Trainer Fredrik Söderström fest. «Wir gingen früh in Führung, womit wir ein klares Signal ausgestrahlt haben, dass wir auch nach langer Pause bereit sind.»

Tatsächlich war der EHCO ab dem ersten Puckeinwurf präsent. Nach nur 35 Sekunden brachte Garry Nunn Grünweiss in Front und zeigte dabei, dass er auch über eine exzellente Stocktechnik verfügt und nicht nur bloss der schnelle Stürmer neben Topskorer Knelsen ist. So tanzte er nicht weniger als drei Gegenspieler aus und schob ein.

Zwei Unterzahltore: «Der Tommy-Effekt»

Sierre war auch in der Folge mit dem Anrennen der Oltner derart überfordert, dass es fast schon den Anschein machte, sie seien etwas gar lustlos am Werke. Selbst mit einem Mann mehr hatten die Walliser abermals defensive Arbeit zu verrichten. EHCO-Stürmer Lukas Haas konnte während eines ansehnlichen Konters beinahe schon den Schützen aussuchen, ehe er in Unterzahl auf Philipp Rytz passte, der zum 2:0 einschoss (16.). Und spätestens nach Dion Knelsens Powerplaytor kurz vor der ersten Pause war die Marschrichtung vorgegeben.

Besonders dominant trat wiederum Oltens grandioser Topsturm um Horansky, Knelsen und Nunn auf. Standen die drei eingespielten Stürmer auf dem Eis, gab es vor dem gegnerischen Tor viel Spektakel. Besser als jedes Weihnachtsgeschenk! So etwa auch, als Nunn mit Knelsen in Unterzahl davonzogen. Weil Sierre-Torhüter Giovannini auf einen Pass spekulierte, war es für Nunn ein Leichtes, die Scheibe unterzubringen (30.).

Den Hattrick komplett machte Garry Nunn, der bereits einen eigenen Fansong von der Oltner Kurve gewidmet bekam,  schliesslich im Schlussabschnitt. Stan Horansky erkämpfte sich im Rund die Scheibe und sah den freistehenden Mann.

Und nur einen Einsatz später trug sich Horansky selber in der Torschützenliste ein. Söderström: «Ihnen zuzuschauen, macht  grossen Spass. Sie spielen sehr unterhaltsam. Aber ich denke, wir haben heute gewonnen, weil alle Einsatz für Einsatz das Richtige getan haben.»

Dass Olten sich unlängst zu einer Spitzenmannschaft entwickelt hat, demonstrierte das Team nicht nur mit Toren. Im Mitteldrittel bewiesen die Powermäuse ein grosses Kämpferherz, als sie über volle zwei Minuten eine doppelte Unterzahl zunichtemachten. «Das freut mich auch sehr für Tommy Sjödin, der auch die Special Teams betreut. Und dann schiessen wir auch noch zwei Tore in Unterzahl. Man könnte fast vom Tommy-Effekt sprechen», witzelt Söderström.

Der grosse Härtetest gegen die Spitzenteams

24 Tore (!) schoss der EHC Olten in den letzten drei Partien. Es ist ein starkes Ausrufezeichen der Powermäuse. Doch wie viel die Treffer im Endeffekt wert sind, dürften die kommenden Tage zeigen. Mit den Spielen gegen Visp,  Langenthal, Thurgau, Kloten und zwei Mal Ajoie warten auf den EHC Olten einige Härtetests.

Am Rande des Spiels gab der EHC Olten ausserdem eine Vertragsverlängerung bekannt: Verteidiger Dan Weisskopf, ursprünglich als Notnagel für den damals verletzten Rouiller eingesprungen, hat für zwei weitere Jahre verlängert. Beim EHC Olten läuft derzeit alles wie am Schnürchen.

Sie haben das Spiel verpasst? Lesen Sie den Verlauf der Partie hier im Ticker nach:

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