Swiss League
Auf solchen Zahlen lässt sich aufbauen: Wie der EHC Olten eine erfolgreiche Woche bestätigen will

Der EHC Olten hat sich in den letzten drei Spielen in den Special Teams massiv gesteigert – wie kam es dazu und wie lässt sich daran anknüpfen?

Silvan Hartmann
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Grosse Einsatzbereitschaft, grosse Freude: Verteidiger Janis Elsener schiesst gegen Langenthal ein Powerplaytor.

Grosse Einsatzbereitschaft, grosse Freude: Verteidiger Janis Elsener schiesst gegen Langenthal ein Powerplaytor.

Urs Lindt/freshfocus

Der EHC Olten darf auf eine erfolgreiche Woche zurückblicken. Drei Spiele, zwei Siege, dazu eine schmerzhafte Niederlage nach Verlängerung, die zu vermeiden gewesen wäre. Der EHC Olten hat nach dem erreichten Tiefpunkt der 1:4-Niederlage in Visp den Kampfgeist zurückgefunden.

Als Schlüsselmomente waren in diesen vergangenen drei Spielen insbesondere die Special Teams auszumachen. Sowohl in Überzahl wie auch in Unterzahl haben die Powermäuse mehr als nur einen Zacken zulegen können. «Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir machen zurzeit in diesen Phasen einen grossartigen Job, was uns auch Kraft gibt für das Spiel bei Fünf-gegen-Fünf», sagt Trainer Fredrik Söderström.

Das Gefühl, dass der EHCO Mut und Kraft aus dem Unterzahlspiel geschöpft hat, lässt sich auch statistisch untermauern: In den letzten drei Spielen hatten die Oltner summiert nicht weniger als 20 Mal mit einem Mann weniger ankämpfen müssen und haben dabei lediglich zwei Tore erhalten – eine solche Ausbeute bedeutet Liga-Bestwert!

Einen ebenso beeindruckenden Sprung verzeichnete der EHCO im Powerplay. Bis zu den drei starken Spielen erzielte man in Überzahl aus 67 Gelegenheiten lediglich neun Tore – nur der nächste Gegner, die EVZ Academy, stand ligaweit noch schlechter da. Doch mit je einem Überzahltor gegen Ajoie und La Chaux-­de-Fonds sowie deren zwei gegen Langenthal klettert der EHC Olten diesbezüglich in Richtung Liga-Durchschnitt. Liesse man auch hierfür nur die Zahlen aus den drei Spielen in einer Tabelle darstellen, klassierten sich die Oltner unter den Top 4! Auf solchen Zahlen lässt sich aufbauen.

«Da kommt wieder Kampfgeist auf»

Das Penalty-Killing, so der englische Begriff des Unterzahlspiels, ist zweifellos die Königsklasse des Verteidigens. In diesen Momenten, in diesen zwei Minuten, können die Spieler mit grosser Einsatzbereitschaft das wahre Lob auf der Bank absahnen. Wer sich für den wertvollen Teambeitrag aufopfert, hat den Applaus im Team auf sicher. Der derzeit aufrappelnde EHCO spielte zuletzt auch mit einem Mann weniger aggressiv, aufsässig und aktiv. «Ja, wir haben einen Schritt vorwärts gemacht. Es gelingt uns derzeit sehr gut, die Aufopferung und Leidenschaft in diesen Phasen an den Tag zu legen. Da kommt wieder Kampfgeist auf und jeder mag dem anderen etwas gönnen», sagt Silvan Wyss, der Vorzeigekämpfer, der in diesen Momenten zuletzt, genauso wie Jewgeni Schirjajew, aus einem starken Kollektiv herausstach.

Bestätigung gegen zwei Knacknüsse

Die beiden Stürmer nutzten denn auch regelmässig die Möglichkeiten, in Unterzahl die Scheibe frech nach vorne zu tragen, um hin und wieder zu einem gefährlichen Abschluss zu kommen. «Wenn wir die Chance sehen und die Kraft haben für ein gutes Forechecking, dann wollen wir das ausnutzen – und wenn es auch nur dazu dient, ein paar Sekunden herauszuholen» sagt Schirjajew, der anfügt, dass er es jeweils spüre, dass ein Ruck durchs Team gehe, wenn es in Unterzahl kein Tor erhalten würde.

Doch wie lässt sich an diesen grandiosen Zahlen aus den drei letzten Spielen anknüpfen? Schirjajew: «Wir sind sicher auf dem richtigen Weg, aber wir müssen noch cleverer spielen und weniger Strafen nehmen. Wir kassieren zu viele unnötige Strafen, was der Mannschaft keineswegs hilft.» Viel zu viele Strafen – ja, damit macht sich der EHCO selber das Leben schwer. Mit 4,37 Unterzahlsituationen pro Partie spielen nur drei Teams häufiger Boxplay als die Oltner.

Auf der Jagd nach der Bestätigung der erfolgreichen Woche bekommt es der EHC Olten mit zwei Knacknüssen zu tun. Die EVZ Academy (19.45 Uhr) scheint sich zuletzt in der Defensive stabilisiert zu haben: Nur ein einziges Tor liessen die Zuger in fünf Spielen in der regulären Spielzeit gegen die Teams Thurgau, Visp, Rockets und Winterthur zu.

Und morgen Mittwoch (19 Uhr) werden die Dreitannenstädter nach Sierre reisen. Die Walliser sind mit 11 Siegen aus 18 Spielen das Überraschungsteam schlechthin und grüssen in der Boxplay-Tabelle von Rang eins.