Es ist aus der Tabelle eindrucksvoll herauszulesen: Der EHC Olten führt die Swiss League an und schlägt sich prächtig, obwohl das Team auch in dieser Saison nicht vor Achterbahnfahrten gefeit ist. 33 Meisterschaftsspiele sind absolviert, nicht weniger als 23 davon hat der EHCO für sich entschieden – wenn auch vier Mal erst nach Verlängerung.

Mit dem heutigen Auswärtsspiel in Winterthur (Zielbau-Arena, 17.30 Uhr) greift der EHCO in das letzte Qualifikationsviertel ein, in welchem endgültig um die (besten) Playoffplätze gekämpft wird.

Dabei befinden sich die Oltner in einer sehr guten Ausgangslage, das grosse Ziel – Platz eins oder zwei – zu erreichen. Nicht bloss, weil sie als Leader in die Schlussphase gehen. Sondern auch, weil die Powermäuse in den letzten elf Quali-Spielen sechs Mal gegen die letzten vier Teams – Ticino Rockets, Winterthur, GCK Lions und EVZ Academy – antreten müssen.

Sechs Spiele, aus denen mit den bekannten EHCO-Ambitionen eigentlich 18 Pflichtpunkte hervorgehen müssten. Doch so mancher Oltner Matchbesucher ging gerade nach Spielen gegen die schwierig zu spielenden Farmteams schon enttäuscht nach Hause.

Zwar hat der EHCO die beiden bisherigen Duelle gegen Winterthur jeweils 6:2 für sich entschieden, aber auch Stan Horansky weiss: «Spiele gegen die Underdogs sind alles andere als einfach. Sie haben alle Fortschritte erzielt. Und jeder einzelne Gegenspieler will sich insbesondere gegen die Topteams aufspielen und aus der Masse herausstechen», weiss der EHCO-Stürmer und ergänzt gelassen. «Aber wir müssen uns ohnehin auf unsere Leistung konzentrieren. Der Rest kommt von alleine.»

Supertechniker Stan Horansky an der Scheibe

Supertechniker Stan Horansky an der Scheibe

Die Paradelinie funktioniert

Horansky selber erlebte keinen guten Saisonstart, wie er im Gespräch selber betont. Doch da war plötzlich der sehnlichst erwünschte Moment mit einem wichtigen Tor, als sich beim Supertechniker der Knopf löste. 80 Prozent der Leistung finde im Kopf statt, sagte Horansky danach.

Heute rollt er auf: «Nach zehn, elf unglücklichen Auftritten fehlte ich verletzungsbedingt eine Woche. Und als ich zurückkam, bekam ich das Vertrauen, durfte auch wieder Powerplay spielen», erzählt Horansky, der neben Jewgeni Schirjajew und Cason Hohmann immer mehr Selbstvertrauen tanken konnte. «Sie sind beide unglaublich talentiert und produktiv. Es macht Spass, mit ihnen spielen zu dürfen», sagt der Slowake mit Schweizer Lizenz.

Tatsächlich haben sich die drei gefunden. Sie sind ein steter Gefahrenherd: Aus den bislang 141 EHCO-Toren hat die Oltner Paradelinie summiert 105 Skorerpunkte eingeheimst.

Auf die Frage, wo er sich in der Paradelinie noch persönlich verbessern könne, meint er: «Puh, alles Mögliche! Man kann sich immer steigern», sagt er schmunzelnd, «aber am ehesten würde ich mir wohl noch mehr Selbstvertrauen wünschen.» Das Mentale, es ist nicht nur in Spielen gegen Underdogs ein Kernthema.