Das Spiel war noch nicht einmal angepfiffen, da musste der TV Solothurn schon den ersten Rückschlag verkraften. Kreisläufer Nicolo Moggi, zweitbester Schütze bei den Solothurnern und Penalty-Erzwinger Nummer eins, musste seinen Arbeitstag nach dem Einlaufen bereits wieder beenden: Der Rücken machte nicht mit.

Und dies ausgerechnet gegen die stärkste Defensive der Liga, gegen die Solothurn den umtriebigen Kreisläufer gut hätte gebrauchen können. So musste Michael Wassmer – selber gerade von einer Verletzung genesen – in die Bresche springen.

Guter Start für Solothurn 

Der Start in die Partie war aus Sicht der Solothurner dann recht ansehnlich. Wie gewohnt lancierte die Kurth-Truppe ihre Angriffe geduldig und aus einer starken Deckung heraus. Der Gegner aus Möhlin hielt jedoch seinerseits gekonnt dagegen. Dennoch wirkte die Möhlemer Verteidigung nicht immer sattelfest und es war vor allem Torhüter Rok Jelovcan, der seine Mannschaft im Spiel hielt.

Schon in der Startviertelstunde parierte der Keeper des TV Möhlin mehr als die Hälfte der Solothurner Abschlüsse, darunter gleich mehrere freie Würfe und Gegenstösse. Zwar führte der TV Solothurn in dieser Phase mit zwei Toren, die Differenz hätte aber mindestens doppelt so gross sein müssen. Zumal sich Möhlin bereits zu Beginn viele Zweiminutenstrafen gönnte.

Eine alte Sorge kehrt zurück

Wie schon in den ersten Spielen der Saison fehlte den Aarestädtern gegen die robusten Möhlemer im Abschluss die letzte Konsequenz und die Abgebrühtheit vor dem Tor. Und so kämpfte sich Möhlin trotz vieler technischer Fehler im Angriff wieder zum Gleichstand.

Mit einem Gegenstoss wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff übernahmen die Hausherren sogar wieder die Führung (10:9). Mit lediglich neun Treffern in dreissig Minuten war das Verbesserungspotenzial für die zweite Hälfte auf Seiten der Solothurner schnell ausgemacht.

Anstatt einer Wende zu Beginn der zweiten Halbzeit, folgte für den TVS gleich der nächste Schock. Nach zwei Minuten greift sich Spielführer Dario Lüthi – er ersetzte den verletzten Sven Schafroth – nach einem Spielzug an den Fuss und verlässt danach den Platz.

Weitere Abklärungen ergaben, dass sich Lüthi einen Knochenriss zugezogen hat und für mehrere Wochen ausfallen wird. Ein arger Dämpfer für Solothurn, das sonst schon eine lange Verletztenliste aufweist.

Erbarmungslose Verletzungshexe

Ohne gelernten Spielmacher und somit weniger Angriffsoptionen verschlechterte sich die Offensivstatistik des TVS weiter. Mit lediglich zwei Treffern in dreizehn Minuten vergrösserte sich der Rückstand auf vorentscheidende fünf Tore. Denn trotz aufopferungsvollem Kampf sollte es den Solothurnern nicht mehr gelingen, die Lücke zu schliessen.

Und als wäre die Niederlage nicht schon genug ärgerlich, folgte nach dem Spiel die nächste Hiobs-Botschaft für den TV Solothurn. Mit Lukas Rohr wird den Ambassadoren in den kommenden Spielen nämlich ein weiterer Rückraumspieler fehlen.

Der durchschlagskräftige Aufbauer spielte das Spiel zwar zu Ende. Abklärungen nach dem Spiel haben aber ergeben, dass sich Rohr bei einem Zusammenstoss in der 52. Minute eine Hirnerschütterung zugezogen hat.

Letzte Spiele der Vorrunde werden enorm schwierig 

Für Trainer Marco Kurth und sein Team werden die letzten vier Spiele der Vorrunde nun enorm schwierig. Die Personaldecke ist bedenklich dünn, vor allem im Rückraum fehlen dem ehemaligen Nationalspieler gleich vier Spieler.

Wahrlich keine optimalen Voraussetzungen für die Aufgaben gegen Stäfa und vor allem den unangefochtenen Ligakrösus RTV Basel. Mit etwas Glück sollten wenigstens die leichter verletzten Spieler am nächsten Wochenende wieder mittun können.