Zweiter gegen Siebter, EHC Olten gegen HC Thurgau – es könnte eine realistische Affiche sein in den rund sieben Wochen beginnenden Playoffs. Wir erinnern uns: In der vergangenen Saison hatte der EHC Olten die Knacknuss HC Thurgau im Playoff-Viertelfinal nach sechs Spielen niedergekämpft.

Doch in dieser Spielzeit bekundet der EHC Olten seine liebe Mühe mit den Ostschweizern: Drei Direktduelle, zwei magere Pünktchen. Der EHC Olten, Ausgabe 18/19, hat ganz offensichtlich einen Angstgegner: HC Thurgau.

Dieses Bild manifestierte der EHC Olten auch gestern Abend in der Güttingersreuti. Zwar waren die Oltner auch dieses Mal grösstenteils die tonangebende Mannschaft, doch es fehlte unter dem Strich an der Durchschlagskraft und Spielwitz. Und so beendet der EHCO das Jahr 2018 mit einer enttäuschenden 2:5-Niederlage.

«Wir fanden kein Rezept, hatten nie einen Spielfluss, fanden kaum den Weg hinten raus in die Offensive und hatten viele Fehl- und Holperpässe», fasste Diego Schwarzenbach den Abend zum Vergessen zusammen.

Der grösste Unterschied lässt sich schon nur aus den Spieldetails der ersten Spielhälfte herauslesen. Bis zur 30. Minute hatten die Schiedsrichter je zwei 2-Minutenstrafen ausgesprochen. Während der EHC Olten in diesen Überzahlsituationen erschreckend ideenlos agierte und torlos daraus ging, verwertete der HC Thurgau seine beiden Chancen eiskalt.

Beide Strafen, die zu den Gegentoren führten, wären zweifellos vermeidbar gewesen: Erst wurde Lukas Haas wegen einer Behinderung in der neutralen Zone auf die Strafbank verwiesen, daraufhin hatte Tim Bucher die Scheibe ohne Bedrängnis aus dem Spielfeld spediert.

Davon wurden die sonst technisch deutlich unterlegenen Thurgauer regelrecht beflügelt und wurden mit einem Stochertor zum 3:0 belohnt (26.).

Es fehlte dem EHC Olten aber gewiss nicht nur an der Effizienz im Powerplay. Die sonst offensive Wucht der Oltner war von den Thurgauern in eindrücklicher Manier gebändigt worden.

«Wir kamen in die Zone rein und anstatt den Schuss aufs Tor zu suchen, spielten wir immer wieder noch einen Pass in die Mitte, worauf der Gegner eine Antwort hatte», bilanzierte Diego Schwarzenbach. Der Thaler hatte sich im Spiel zumindest einmal zu Herzen genommen, dies zu unterlassen und die Scheibe aufs Tor zu bringen. Prompt war er auf einen sehenswerten Pass von Ulmer erfolgreich gewesen (31.).

Doch die Oltner 1:3-Aufholjagd wurde im Schlussdrittel jäh gestoppt. Nach nur 27 Sekunden des letzten Drittels stellte Kenny Ryan die Dreitore-Führung wieder her. Der magistrale HCT-Ausländer, NHL-Draft aus dem Jahr 2009, war letztlich an drei von fünf Thurgau-Toren beteiligt.

Schliesslich zeigte EHCO-Verteidiger Tim Grossniklaus mit einem wuchtigen Schuss von der blauen Linie seinen Teamkollegen vor, wie es eigentlich gehen würde (43.). Doch sein 2:4-Treffer war letztlich nicht mehr als Resultatkosmetik.

Auch, weil die Powermäuse sich wiederum mit Strafen selber aus dem Spiel nahmen und sich zeitweise sogar in doppelter Unterzahl gegen weitere Gegentore wehren mussten. Und so bleibt der EHCO auch im dritten Saisonspiel einen Vollerfolg gegen Thurgau verwehrt.

«So wollten wir das Jahr sicher nicht beenden. Wir haben nun noch 15 Spiele vor uns, in denen es um jeden Punkt geht. Wir brauchen nun eine Playoff-Mentalität», gab Trainer Chris Bartolone zu bedenken. Mit der neuerlichen Niederlage zieht der EHC Kloten nach Verlustpunkten an Olten vorbei.

Am Mittwoch, 2. Januar, greift der EHC Olten mit dem Auswärtsspiel bei den Ticino Rockets wieder ins Spielgeschehen ein. Mit dem Jahresauftakt in Biasca geht es Schlag auf Schlag: Innerhalb von sieben Tagen bestreiten die Powermäuse vier Spiele – darunter drei Topspiele.

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