Grossveranstaltungen

2500 Zuschauer, nur Sitzplätze, Maskenpflicht: So könnte das Schutzkonzept des EHC Olten aussehen

Ein volles Haus ist illusorisch, aber der EHC Olten kämpft für eine Meisterschaft mit einem vernünftigen Schutzkonzept.

Ein volles Haus ist illusorisch, aber der EHC Olten kämpft für eine Meisterschaft mit einem vernünftigen Schutzkonzept.

Was erwartet die EHCO-Fans im Stadion Kleinholz, wenn sich der Bundesrat heute für eine Lockerung bei Grossveranstaltungen ausspricht? Der EHC Olten arbeitet unter Hochdruck an einem vernünftigen Schutzkonzept.

Wohin führt bloss der Weg der Schweizer Sportwelt? Befindet heute der Bundesrat über das Verbot von Grossveranstaltungen?

Nachdem in den vergangenen Tagen mehrfach auf die Konsequenzen eines Ausfalls der Meisterschaften im Eishockey und Fussball hingewiesen wurde, blicken die Klubbosse etwas optimistischer einem positiven Entscheid entgegen als auch schon.

Zumindest rechnen die Eishockey-Proficlubs damit, dass der Bundesrat die Bestimmungen lockern und Anlässe mit über 1000 Personen bewilligungspflichtig machen wird.

Die Clubs der National League und Swiss League sind sich einig, dass es möglich ist, alle geforderten Sicherheitsvorschriften einzuhalten und bis zu 60 Prozent der Stadionkapazität zu nutzen. Unter dieser Voraussetzung stünde einem Saisonstart am 18. September nichts mehr im Weg.

Der EHC Olten arbeitet unter Hochdruck an einem vernünftigen Schutzkonzept. Wir zeigen auf, mit welchen Einschränkungen und Umständen ein Besuch im Stadion Kleinholz verbunden ist – sollte das Konzept umgesetzt werden.

Saisonabo-Besitzer: Registrierung ist Pflicht

Rückverfolgungen von Personen sind das A und O erfolgreicher Durchführungen von Grossveranstaltungen. Der EHC Olten muss deshalb wissen, wer beispielsweise im Sektor A auf Platz 123 sitzt. «Das Contact-Tracing muss unserer Gesundheit zuliebe zu hundert Prozent gewährleistet sein», sagt EHCO-Geschäftsführer Patrick Reber. Wer ans Spiel kommen möchte, muss sich also registrieren und seine Daten erfassen. Und zwar auch dann, wenn er ein Saisonabo besitzt und der Klub bereits über gewisse Fan-Daten verfügt. Denn die Saisonabos können weitergereicht werden oder sind teilweise sogar auf Firmen ausgestellt. Für eine vorgängige Registrierung prüft der EHCO derzeit einige Tools, woraus QR-Codes erstellt werden können, die nebst dem Ticket mitgebracht werden müssten.

Maskenpflicht im Stadion und Covid-Patrouillen

Der Abstand von anderthalb Metern wird nicht überall gewährleistet werden können. Sonst müssten nicht nur links und rechts eines Sitzplatzes, sondern auch in der Reihe davor und dahinter Leerplätze geschaffen werden, womit die Auslastung wiederum zu tief wäre. Deshalb soll im ganzen Stadion Maskenpflicht herrschen. Der EHC Olten hat hierfür eigene Stoffmasken mit dem «Oute»-Design anfertigen lassen, zudem werden auch Masken angeboten, die höheren medizinischen Ansprüchen genügen. Das stetige Tragen der Masken soll von Covid-Patrouillen überprüft werden, also Patrouillen, die Zuschauer freundlich, aber bestimmt auf die Pflichten hinweisen sollen. «Das Konzept ist verantwortbar, solange man genau weiss, wer über längere Zeit, wo in Kontakt mit wem stand», sagt «Mister Corona» Daniel Koch, der nun als Pensionär ein Mandat beim SC Bern hält.

Kapazität: 2500 Zuschauer, oder vielleicht auch 3000?

Das Stadion Kleinholz verfügt normalerweise über eine Kapazität von 6190 Zuschauern, aufgeteilt in 890 Sitzplätze und 5210 Stehplätze. Um das Contact-Tracing gewährleisten zu können, werden nur noch Sitzplätze angeboten. Um die Sitzplatz-Kapazität zu erhöhen, steht der EHC Olten mit drei Gerüstbauern in Verhandlung, um eine nützliche temporäre Konstruktion auszuarbeiten. Konkret sollen die Längsgerade sowie die Abschnitte hinter dem Tor mit Sitzplätzen ausgestattet werden, Gästefans dürften keinen Zutritt erhalten. Der EHC Olten peilt damit eine Kapazität von 2500 Zuschauern an, 800 Sitzplätze auf der Haupttribüne sowie 1700 temporäre Sitzplätze. Je nach Bundesratsentscheid könnte womöglich eine Variante mit maximal 3000 Fans umgesetzt werden, was einer Auslastung von 50 Prozent entspräche.

Getrennte Sektoren, zusätzliche Eingänge, mehr Buvetten

Um einen möglichst reibungslosen Personenfluss sicherstellen zu können, will der EHC Olten zusätzliche Eingänge ins Stadion, etwa auf der Längsgeraden, anbieten. Zudem sollen getrennte Sektoren errichtet werden, damit eine Durchmischung der Zuschauer konsequent vermieden werden kann. Der EHC Olten strebt an, mehr Buvetten zu betreiben, damit die Mindestabstände eingehalten werden können. Geschäftsführer Patrick Reber sagt: «Dafür braucht es mehr Manpower, aber das nehmen wir in Kauf.»

Gefahr bei An- und Abreise, Fiebermessen am Eingang?

Im Stadion haben die Klubs viel Spielraum zur Umsetzung ihrer Konzepte, doch bei der An- und Abreise sind ihnen die Hände gebunden. Nach Spielende könnte der Auslass sektorenweise gestaffelt erfolgen und stets unter Wahrung der Mindestabstände. Kommen Fans auf das Stadiongelände, soll Maskenpflicht gelten, so etwa rund um das Kassenhaus oder dem Parkplatzbereich. In Abklärung ist noch, ob der EHC Olten beim Einlass kontaktlose Thermometer einsetzt, um die Körpertemperatur zu messen. Diese Geräte kommen derzeit bereits täglich bei den Spielern zum Einsatz. Der SC Bern etwa setzt diese Massnahme bei den Zuschauern um. Wer 37,5 Grad oder höher aufweist, wird weggewiesen.

Bleibt nur noch die eine grosse Frage: Tragen die Fans all diese Schutzmassnahmen mit? Was, wenn sich jemand nicht daran halten sollte? Patrick Reber meint: «Es gibt auf dem Eis Spielregeln und es gibt nun auch etwas mehr Regeln bei den Zuschauern. Ich bin zuversichtlich, dass die Massnahmen funktionieren und umgesetzt werden», so der EHCO-Geschäftsführer, der ergänzend zu bedenken gibt: «Es haben alle sehr stark mitbekommen, was eine Corona-Erkrankung auslösen kann. Es geht nur miteinander. Es geht darum, uns alle zu schützen. Und wir alle wollen unseren Sport wieder geniessen. Es ist nicht nur ein grosser Wunsch von mir, das Kleinholz bald wieder in Grün-Weiss zu sehen, dann sollten gewisse Regeln doch respektiert werden können. Es muss die Lösung von uns allen sein.»

Meistgesehen

Artboard 1