Der EHC Olten hat sich mit zwei Ausrufezeichen in die nun anstehende, neuntägige Meisterschaftspause verabschiedet. Nach dem 5:1-Sieg in Langenthal am Freitag folgte am Sonntag ein 4:1-Erfolg vor 4125 Zuschauern im Kleinholz. Es war der vierte Sieg der Oltner im sechsten Derby der laufenden Saison. Entsprechend gut gelaunt gingen die EHCO-Anhänger an diesem zweiten Advent nach Hause.

Nach der etwas ernüchternden Heimniederlage gegen Kloten am vergangenen Dienstag waren diese sechs Punkte gegen den Rivalen aus dem Oberaargau Balsam für die bisweilen etwas geschundene Oltner Fan-Seele. Zumal man in der Tabelle die Langenthaler mit dem «Doppelsieg» ein und überholt hat.

Beinahe wäre es aber gar nicht so weit gekommen. Es waren etwas mehr als vier Minuten gespielt, als im Stadion plötzlich das Licht ausging. Ein Stromausfall sorgte dafür, dass erst einmal gar nichts mehr ging im Kleinholz. Nicht nur in der Halle, sondern gleich im ganzen Quartier. Um 17.40 Uhr begann nicht nur die grosse Ratlosigkeit, sondern auch der Kampf gegen die Uhr. Gemäss Reglement hat man 75 Minuten Zeit, um das Spiel nach einem Unterbruch wieder aufzunehmen.

Der Kampf gegen die Uhr

Während die Oltner jedes Interesse hatten, die Partie, in welcher sie dank Bryce Gervais’ frühem Tor – der Kanadier hatte einen Schuss von Colin Gerber nach 18 Sekunden erfolgreich abgelenkt – schnell mit 1:0 in Führung lagen, zu Ende zu bringen, waren die Langenthaler einer Verschiebung nicht abgeneigt. Vor allem deshalb, weil sie arg dezimiert antreten mussten. Mit Dario Kummer, Nico Dünner, Stefan Tschannen und Toms Andersons fehlten den Oberaargauern gleich vier der besten Offensivkräfte.

Andersons und Kummer hatten sich am Freitag im «Hinspiel» verletzt. Aufseiten der Oltner hatte sich Marco Truttmann in Langenthal eine Gehirnerschütterung zugezogen und fehlte damit am Sonntag ebenso wie Stan Horansky, der für seinen Bandencheck gegen Andersons vom Einzelrichter für ein Spiel gesperrt wurde.

Stilsicherer Simon Rytz

Trotzdem wogen die Ausfälle der Oltner unter dem Strich weniger schwer, weil die Mannschaft in der Breite besser besetzt ist. Als die Partie um 19 Uhr wieder aufgenommen wurde, da fanden die Langenthaler besser ins Spiel und kamen durch Langnau-Leihgabe Stefan Rüegsegger schnell zum Ausgleich. Der EHCO verlor in jener Phase kurz den Zugriff aufs Spiel, schuf dann aber bis zum Ende des ersten Drittels doch noch die vorentscheidende Differenz.

Diego Schwarzenbach (15.) und Colin Gerber (19.) – der Berner B-Lizenz -Spieler traf zum ersten Mal in den Farben des EHC Olten – sorgten für eine beruhigende 3:1-Führung.
Die Langenthaler kamen bis zum Ende des Spiels wohl zu der einen oder anderen guten Chance, fanden aber keinen Weg mehr am sehr stilsicher wirkenden Oltner Schlussmann Simon Rytz vorbei.

Schlusspunkt hinter turbulenten Abend

Rytz kam übrigens zum dritten Mal in Serie zum Einsatz, womit EHCO-Headcoach Chris Bartolone die gewohnte Zweierrotation durchbrach. Nach der Pause wird ziemlich sicher Matthias Mischler zum Einsatz kommen. Grundsätzlich lässt es sich das Oltner Coachingteam aber offen, die fixe Rotation zu verlassen und auch mal auf den «heisseren» Goalie zu setzen.

Nachdem es der EHCO verpasste, die Führung in einem der zahlreichen Powerplays auszubauen, setzte Chris Bagnoud den Schlusspunkt hinter einen turbulenten Abend. Der Verteidiger erzielte das 4:1 mit einem Schuss übers ganze Spielfeld ins verlassene Langenthaler Tor. Der Jubel über den Treffer war bei seinen Teamkollegen besonders gross. Es war das hundertste EHCO-Tor der laufenden Saison.

Schwierige Aufgaben warten

Nach zwei freien Tagen wird Chris Bartolone seine Jungs am Mittwoch wieder zum Training bitten. Denn die Aufgaben nach der Pause werden nicht einfacher. Erst wartet Leader La Chaux-de-Fonds, dann folgt die Reise nach Pruntrut zum HC Ajoie. Nachlassen ist nicht erlaubt.

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