1.-Liga-Fussball
Der FC Solothurn blamiert sich gegen das bisher sieglose Schlusslicht Zug

Eine peinliche 0:1-Heimniederlage leistete sich der FC Solothurn gegen das bisher sieglose Tabellenschlusslicht Zug 94. Das Schlussresultat stand bereits nach acht Minuten fest.

Pius Rüegger
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Sah einen miesen Auftritt seiner Mannschaft: FCS-Trainer Jürg Widmer.

Sah einen miesen Auftritt seiner Mannschaft: FCS-Trainer Jürg Widmer.

Hans Peter Schläfli / Solothurner Zeitung

«Es war eine schlechte Leistung der ganzen Mannschaft, darüber gibt es nichts zu diskutieren», hielt FCS-Trainer Jürg Widmer nach dem Schlusspfiff unmissverständlich fest. Ursachenforschung ist in den nächsten Tagen bei den Rotweissen angesagt. «Wir müssen analysieren, schauen und schaffen», legt der enttäuschte Teamverantwortliche nach.

Er trauert zudem dem anvisierten Anschluss an die Spitze nach. «Wir wollten den Anschluss schaffen, konnten es aber nicht, weil die ganze Mannschaft kein gutes Spiel zeigte. Wir haben es nicht fertiggebracht, Lösungen zu finden, obwohl wir wussten, dass die Zuger tief stehen werden; wir waren ungenügend», beschönigt der 63-Jährige nichts. «Zug war besser, aggressiv und athletisch», räumt er ein, nachdem sein Team viermal nicht verloren hatte.

Erst zwei Tore vor eigenem Anhang erzielt

Nach verhaltenem wie zaghaftem Beginn liessen sich die Ambassadoren bereits beim ersten Zuger Angriff spielentscheidend erwischen. Diese Hypothek konnten sie nicht mehr abschütteln. Die Heimschwäche mit den beiden 1:1 gegen Delsberg und Münsingen sowie den beiden 0:1-Niederlagen gegen Luzern II und nun Zug 94 im vierten Heimspiel ist auffällig. Und dass erst zwei Tore vor eigenem Anhang geschossen wurden!

Die bisher erst zwei Unentschieden aufweisenden Kolinstädter waren nicht gekommen, um weitere Punkte abzugeben. Über ihre linke Seite lancierten sie durch Würmli und Pizzi ihren ersten Angriff. Diesem setzten die Platzherren zu wenig energisch entgegen. Die Verlagerung zum rechten Aussenläufer Mazenauer war erfolgreich. Er nützte die Lücke zwischen den Gerspacher-Zwillingen und realisierte knapp am rechten Pfosten vorbei das Tor des Tages (8.).

Die Reaktion der Stadion-Elf fiel flau aus

Ohne Rhythmus und Tempospiel fand sie nie den Zugriff aufs Spiel. Nach vorne blieb sie ideenlos und zu ungenau. Die Routiniers, wie die Einwechselspieler, konnten keine Impulse eingeben. Ohne Durchschlagskraft blieb alles Stückwerk. In den Zweikämpfen liessen sie sich den Ball zu leicht abluchsen. Erfolgsversprechende Aktionen über mehrere Stationen und in die Tiefe konnten nicht ausgelöst werden. Auch ein Freistoss Husers in der Nachspielzeit der ersten Hälfte von der rechten Seitenlinie ins Zentrum blieb wirkungslos: Mathys’ Kopfball fiel zu schwach aus.

Dank ihrem engmaschigen, aggressiven, viel Pressing aufweisenden Defensivdispositiv gerieten die Zentralschweizer nie in Gefahr, in eine druckvolle Abwehrschlacht verwickelt zu werden. Ihre offensive Ausbeute blieb ebenfalls gering. Trotz Spritzigkeit und flüssigeren Versuchen kam es nicht zu wirklich torreifen Szenen.

Mehr Spielanteile, trotzdem harmlos

Nach dem Seitenwechsel agierten die Innerschweizer vorerst aktiver und williger. Bähler wurde dabei nur einmal ernsthaft geprüft. Mit einer Handabwehr verwehrte er dem Flachschuss von Pizzi aus 18 Metern den Eintritt ins Tor (59.). Obwohl die Solothurner nach einer Stunde ihre offensiven Anteile ausweiten und mehr in der Zuger Hälfte verlagern konnten, blieb sie harmlos. So ging die grösste Gefahr für die Besucher in der 63. Minute von ihnen selbst aus. Keeper Winzap verhinderte mit seiner mirakulösen Parade, die zum zweiten Eckball führte, dass der Ablenker von Innenverteidiger Gutierrez auf Flanke von Kohler von rechts nicht zum Eigentor wurde.

Ein zweites Mal Glück hatten die Zuger, dass Kohler in der 86. Minute nur den rechten Pfosten traf. Hitzig wurde es in der dritten Nachspielminute. Kohler beschäftigte an der rechten Seitenlinie auf Strafraumhöhe mit seinem energischen Vorstoss drei Gästeverteidiger. Dem Stopp mittels Foulspiel folgte eine Rudelbildung mit Verwarnungen für Auslöser Nikollaj und Nushi; der bereits wegen Zeitspiel vorbelastete Zuger handelte sich dadurch Gelbrot ein.

Telegramm

Solothurn – Zug 94 0:1 (0:1)

Stadion. – 180 Zuschauer. – SR. Mischler. – Tor: 8. Mazenauer 0:1.

Solothurn: Bähler; Kohler, Kaiser, Sebastian Gerspacher (46. Musai), Philippe Gerspacher; Huser, Koekenbier (76. Loosli); Mast (69. Bruni), Mathys (86. Nushi), Mzee; Chatton.

Zug 94: Winzap; Njau, Gutierrez, Nikollaj, Bieli (93. Nitaj); Sadiku; Mazenauer, Sulimani, Würmli; Pizzi (84. Teixeira), Simic (77. Shabani).

Bemerkungen: Solothurn ohne Hunziker (gesperrt), Wagner (Unfall), Stuber (krank), Anderegg (verletzt), Gräf (anderes Team) und Huber (Ausbildung). – 86. Kohler Pfostenschuss. – Gelbrot: 92. Nikollaj (Unsportlichkeit). – Verwarnungen: 69. Kaiser (Foul), 86. Nikollaj (Zeitspiel) und 92. Nushi (Unsportlichkeit).

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