Kitzbühel
Skifest Kitzbühel - Ein Rennen für Legenden

Dieses Wochenende finden die legendären Hahnenkamm-Rennen statt. Gegen 100'000 Zuschauer pilgern an den drei Tagen nach Kitzbühel. Die Streif begeistert - nicht nur in Österreich.

Martin Probst, Kitzbühel
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Patrick Küng stürzte sich letztes Jahr die Streif hinunter. Im Ziel erwarten ihn zehntausende begeisterte Skifans. Ein einzigartiges Bild.

Patrick Küng stürzte sich letztes Jahr die Streif hinunter. Im Ziel erwarten ihn zehntausende begeisterte Skifans. Ein einzigartiges Bild.

Keystone

Die Favoriten

Der norwegische Saison-Dominator konnte bereits den Klassiker am Lauberhorn gewinnen. Gelingt ihm das Double?

Der norwegische Saison-Dominator konnte bereits den Klassiker am Lauberhorn gewinnen. Gelingt ihm das Double?

KEYSTONE/APA/ROLAND SCHLAGER

Aksel Svindal Bestes Abfahrtsresultat Kitzbühel: 2. Rang (2014)

Der Norweger ist in der Form seines Lebens. In dieser Saison hat er vier von fünf Abfahrten und drei von vier Super-Gs gewonnen. In Wengen konnte er vor einer Woche eine der letzten Lücken in seinem Palmarès füllen und siegte erstmals in der Abfahrt am Lauberhorn – im zehnten Anlauf. In Kitzbühel versucht er es heute bereits zum elften Mal und die Chancen sind so gross wie nie, dass er auch auf der Streif zum ersten Mal die Abfahrt gewinnen wird.

Reichelt war auf der Streif bereits einmal erfolgreich. Kann der grösste Trumph der Österreicher stechen?

Reichelt war auf der Streif bereits einmal erfolgreich. Kann der grösste Trumph der Österreicher stechen?

Keystone

Hannes Reichelt Bestes Abfahrtsresultat Kitzbühel: 1. Rang (2014)

In Wengen war der Österreicher der einzige Fahrer, der einigermassen mit Aksel Lund Svindal mithalten konnte. Als Dritter gestern im Super-G hat er bewiesen, dass er dazu auch in Kitzbühel im Stande ist. Reichelt würde heute gerne der Spielverderber in den norwegischen Festwochen sein. Der 35-Jährige sagt: «Ich habe die Abfahrt schon gewonnen. Ich habe die goldene Gams, eine Gondel und keinen Druck. Aksel ist vielleicht nicht so locker drauf.»

Er gilt als Streif-Spezialist: Dominik Paris.

Er gilt als Streif-Spezialist: Dominik Paris.

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Dominik Paris Bestes Abfahrtsresultat Kitzbühel: 1. Rang (2013)

Die Italiener überzeugten in dieser Woche in Kitzbühel. Mattia Casse fuhr im zweiten Abfahrtstraining Bestzeit vor Christof Innerhofer. Doch der wahre Kitzbühel-Spezialist der Italiener ist Dominik Paris. Gestern verpasste er im Super-G einen Podestplatz, trotzt eines grossen Fehlers, nur knapp. Gelingt ihm heute eine fehlerfreie Fahrt, kann es für den 26-Jährigen vielleicht eine zweite Gondel für den Sieg nach 2013 geben.

Oder schafft es gar der Franzose Adrien Théaux auf das oberste Treppchen?

Oder schafft es gar der Franzose Adrien Théaux auf das oberste Treppchen?

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Adrien Théaux Bestes Abfahrtsresultat Kitzbühel: 3. Rang (2011)

In Santa Caterina gewann er die bisher schwierigste Abfahrt der Saison. Das macht den Franzosen auch heute auf der Streif, wo es noch brutaler herunter geht, zum Mitfavoriten. Im ersten Abfahrtstraining fuhr er Bestzeit und war auch im zweiten Testlauf vorne mit dabei. Der 31-Jährige ist technisch stark. Vor der Saison gab
er bekannt: «Die Rennen in Kitzbühel sind meine Ziele.» Gestern schied er im Super-G aus. Heute will er Revanche.

Die besten Zitate

Marco Büchel

«Der Physiotherapeut klopft dir vor dem Start auf den Hintern und sagt: ‹Super Piste, los gehts!› Und du denkst nur: Halt doch die Fresse, du musst ja nicht fahren!»

Der Liechtensteiner Marco Büchel hat 2008 in Kitzbühel den Super-G gewonnen und war 2006 Zweiter in der Abfahrt. Er erklärte einst, wie sich die Motivation vor dem Start anfühlt.

Didier Cuche

«Als ich das erste Mal in Kitzbühel am Start stand, hätte ich das Starthaus am liebsten wieder nach hinten verlassen. Aber ich wollte auch nicht derjenige sein, der mit der Gondel ins Tal fährt.»

Nach anfänglichem Bammel wurde aus Didier Cuche Mister Kitzbühel. Fünf Mal hat der Schweizer die Abfahrt gewonnen, einmal den Super-G. Keiner bezwang die Streif in der Geschichte souveräner als er.

Marc Girardelli

«So muss man sich fühlen, wenn man ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springt.»

Marc Girardelli hat fünfmal den Gesamtweltcup gewonnen. Doch die Fahrten in Kitzbühel gingen auch am Luxemburger nicht spurlos vorbei. Der Abfahrtssieger von 1989 schilderte einst, wie er sich auf der Streif gefühlt hat.

Fritz Strobl

«Ich hatte die Hosen voll.»

Fritz Strobl erinnert sich ans erste Mal. Später gewann der Österreicher die Abfahrt zweimal (1997/2000) und sagte: «Überwinden muss man sich nur am Start.»

Hermann Meier

«Das soll die schwerste Abfahrt der Welt sein? Da geht es doch zweimal sogar bergauf.»

Nur einer stimmt nicht in den Tenor ein. Hermann Maier, fünffacher Sieger im Super-G und Abfahrtstriumphator 2001, hatte seine eigene Meinung. Es passt zum draufgängerischen Österreicher.

Aksel Svindal

«Du wählst eine Linie und dann geht es ums Überleben. Wenn du runterkommst und noch in einem Stück bist, wenn du keine Verletzung hast, spürst du, wie intensiv die Streif ist.»

Aksel Lund Svindal dominiert die Speedrennen in diesem Winter. Trotzdem hat auch der Norweger Respekt vor der Abfahrt in Kitzbühel, die er noch nie gewinnen konnte. Diese Lücke in seinem Palmarès möchte er heute schliessen.

Fritz Klammer

«Mich hat es heruntergebeutelt von oben bis unten. Ich hätte nie gedacht, dass ich Bestzeit fahre.»

Der Österreicher Franz Klammer nach einer von seinen vier Siegesfahrten in
der Abfahrt auf der Streif (1975-77/1984).

Stephan Eberharter

«In Kitzbühel geht es vom Start weg direkt in die Hölle: Die Fahrer beschleunigen von null auf einhundert Stundenkilometer in fünf Sekunden. Das sind die Werte eines Sportwagens.»

Der Österreicher Stephan Eberharter gewann 2002 und 2004 die Abfahrt und 2002 den Super-G. Als er nach seinem Karrierenende gefragt wurde, ob er die Streif vermisse, sagte er: «Auf keinen Fall. Ich bin heilfroh, dass das vorbei ist.»

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