Ski-WM St. Moritz

Auch die Liechtensteiner können Party machen: Im Fürstentum ist was los

Der Saxofonist unterhält die zahlreichen Gäste.

Der Saxofonist unterhält die zahlreichen Gäste.

Es gibt nicht nur das House of Switzerland: Auch unsere fürstlichen Nachbarn haben sich in St. Moritz eingerichtet. Und da ist ganz schön was los!

Plötzlich entdeckt er beim Tanzen eine Kuhglocke und hängt sie sich um den Hals. Die Stimmung im kleinen «House of Liechtenstein», das an diesem Abend rappelvoll ist, erreicht den Höhepunkt. Mittendrin: ehemalige Skistars, Trainer und zahlreiche Fans. Doch davon später mehr.

Es ist Mittwochabend und hinter uns liegt ein rennfreier Tag an der Ski-WM in St. Moritz. Nach Medaillengewinnen sind die zahlreichen Nationenhäuser meist bis auf den letzten Platz besetzt. Doch wohin zieht es die Menschen an einem Tag ohne zu feiernde Athletinnen und Athleten?
Es ist 23 Uhr. Im «House of Switzerland» haben die Gäste gerade fertig gegessen und machen sich auf den Nachhauseweg. Im «Tirolberg», dem Haus der Österreicher, sind die Türen sogar zu. Keine Party heute. In den beiden Prestigehäusern einer jeden Ski-WM ist wenig oder eben gar nichts los. Es ist Ruhetag nach all den Festen. Oder zumindest ein ruhiger Abend im Fall der Schweiz.

Nirgends Party? Doch!

Ähnlich ruhig geht es an diesem Abend bei den Italienern und Norwegern zu und her. Die Musik ist zwar laut, aber nur ganz wenige Gäste sitzen an den Tischen. Rennfrei gleich partyfrei also? Von wegen!

Zurück nach Liechtenstein – oder zumindest ins Haus des Fürstentums. Die kleinste aller etablierten Skinationen hat sich etwas ausserhalb ein eigenes Reich geschaffen. Das rustikale Holzhaus mit dem passenden Namen «La Baracca» ist rappelvoll. Wie jeden Abend. Egal ob die Liechtensteinerin Tina Weirather hier ihre WM-Silbermedaille feiert oder eben rennfrei ist.
Die Luft ist rauchgeschwängert. Hier darf der Gast sogar dem Laster frönen. Auf dem Tisch steht ein Saxofonist, der live die sowieso schon laute Musik mit Soli ergänzt.

Niemand sitzt. Alle tanzen. Auch Marc Girardelli. Als Skifahrer hat der Österreicher, der für Luxemburg startete, fast alles gewonnen: 46 Weltcuprennen und fünfmal den Gesamtweltcup. Dazu war er vierfacher Weltmeister und hat neun weitere Medaillen von Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen zu Hause.

Nun geniesst er seinen sportlichen Ruhestand. Zum Beispiel im «House of Liechtenstein». Auf der Tanzfläche macht der 53-Jährige eine fast ebenso gute Figur wie einst als Skifahrer auf den Pisten der Welt.

Girardelli hat gerade einen Krimi veröffentlicht: «Abfahrt in den Tod». Sein Werk hat er dabei. Auf dem Klappentext steht: «Marc Gassmann ist kurz davor, den Gesamtweltcup ein fünftes Mal zu gewinnen, als beim berühmten Lauberhorn-Rennen eine Drohne auf die Piste stürzt. Marc wird getroffen. Wollte ihn einer seine Konkurrenten aus dem Weg räumen?»

An diesem Abend in St. Moritz muss der echte Marc, der im Buch übrigens ein Schweizer ist, keine Angst haben, von einer Drohne erschlagen zu werden. Falls Gefahr droht, dann von der Kuhglocke. Aber Marc Girardelli bleibt unverletzt.

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