Schweizer Nati
Vor dem Match gegen Tschechien sagt Natitrainer Yakin: «Es wäre auch keine Schande, wenn der Ligaerhalt nicht gelingt»

Mit einem Unentschieden zum Abschluss gegen die Tschechen würden die Schweizer in der höchsten Liga der Nations League bleiben. Nationalcoach Murat Yakin sagt: «Es ist auch für uns eine Finalissima.»

Christian Brägger Jetzt kommentieren
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Abschlusstraining im Kybunpark: Trainer Murat Yakin spricht zur Mannschaft.

Abschlusstraining im Kybunpark: Trainer Murat Yakin spricht zur Mannschaft.

Keystone

Dinge können sich schnell ändern. Besonders im Fussball. Erst etwas mehr als drei Monate ist es her, da war in der Nations League in der Topliga A die Schweiz der Abstiegskandidat Nummer eins ihrer Gruppe. Drei Niederlagen in Serie brockten ihr im Juni diesen Status ein, darunter jene gegen die Tschechen zum Auftakt.

Nun trifft sie zum Abschluss der Nationenliga erneut auf diesen Gegner, doch fürs Heimspiel vom Dienstagabend in St.Gallen (ab 20.45 Uhr) haben sich die Vorzeichen geändert nach Siegen gegen Portugal (1:0) und jüngst Spanien (2:1); nun sind die Tschechen, die Nummer 32 der Fifa-Welt, mit den wenigsten Punkten in der Bredouille.

«Es ist auch für uns eine Finalissima, wir möchten nicht absteigen», sagt Nationaltrainer Murat Yakin am Montagnachmittag im Presseraum des Kybunpark. Gerade das können die Schweizer noch immer, ein Unentschieden aber reicht für den Verbleib. Dies in einem Wettbewerb, über den sich die Geister stets scheiden, die einen für gut befinden, die anderen weniger.

Yakin: «Wir wollen uns das nicht mehr nehmen lassen»

In jedem Fall haben sich die Schweizer gesteigert und sind heute anders aufgestellt. «Jetzt sind wir gegen die Tschechen plötzlich der Favorit, man sieht, wie schnell es gehen kann. Wir wollen uns das nicht mehr nehmen lassen», sagt Yakin.

Der Nationalcoach weiss eine gute Trainingswoche ohne nennenswerte Zwischenfälle hinter sich, den Fokus hat er in dieser auf die Offensive gelegt. Selbstredend kamen diesbezüglich Effekte gegen das spielstarke Spanien weniger zum Tragen. Und natürlich will Yakin, dass seine Mannschaft nun anders in die Begegnung findet als damals beim 1:2 in Prag.

Der Trainer Murat Yakin und sein Captain Granit Xhaka.

Der Trainer Murat Yakin und sein Captain Granit Xhaka.

Keystone

Es brauche eine gute Organisation, viel Intensität, «wir wollen in der gegnerischen Zone gefährlicher sein», sagt er. Und: «Wir haben die Qualität, um nicht auf ein Unentschieden zu spielen.» Damals am 2. Juni zeigten die Tschechen einen spiel- und laufintensiven Auftritt und kauften den Schweizern mit ihrem überraschend vertikalen Stil den Schneit ab.

Beim 1:2 im Hinspiel gab es viele Mängel

Das hatte auch mit Absenzen und Müdigkeit auf ihrer Seite am Ende einer langen Saison zu tun, beides ist jetzt nicht mehr der Fall. Einzig den gelbgesperrten Manuel Akanji gilt es zu ersetzen; Fabian Schär, der im Klub bei Newcastle im Rhythmus ist, sollte zum Handkuss kommen.

Yakin sagt:

«Wir haben gezeigt, dass wir gegen grosse Teams gewinnen können. Es wäre aber auch keine Schande, wenn der Ligaerhalt nicht gelingt.»

Der Coach will Druck wegnehmen, wenngleich es von den Finanzen, vom Prestige und Selbstvertrauen her wichtig wäre, vor fast ausverkauftem Haus – es hat noch 1500 Tickets – zu bestehen. Zumal es die letzte Visitenkarte der Schweizer ist, die sie auf heimischem Boden vor der WM abgeben.

Die ersatzgeschwächten Tschechen verloren zuletzt dreimal in Folge, jüngst gab es ein 0:4 gegen Portugal. Caoch Jaroslav Silhavy sagt: «Wir wollen Wiedergutmachung. Wir können den Gegner überraschen und besiegen.»

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