Eigentlich wollte Ludovic Magnin vor lauter Wut im Bauch gar nichts sagen, aber er tat es dann doch. «Ich habe nicht das Gefühl, dass wir alleine verloren haben», sagte der FCZ-Trainer nach der bitteren 1:3-Pleite im Cuphalbfinal gegen den FC Basel. In zwei Szenen beim Stand von 1:0 für den FCB fühlte sich Magnin besonders betrogen. Bei einem strittigen Zweikampf zwischen Marek Suchy und Toni Domgjoni: «Das ist Elfmeter und Gelbrot.» Und bei der Tätlichkeit von Zdravko Kuzmanovic an Alain Nef: «Das ist Rot, da müssen wir nicht diskutieren.»

Magnin monierte am späten Donnerstagabend im Letzigrund, dass sein Team zuletzt immer wieder von den «nicht unparteiischen Unparteiischen» benachteiligt wurde: «Seit fünf Spielen geht das nun so. Viermal konnte ich das schlucken, weil wir selber auch schlecht waren, aber gegen Basel war das anders. Wir fühlen uns schon ein bisschen betrogen.»

Mag nicht mehr hinsehen: FCZ-Trainer Ludovic Magnin.

Mag nicht mehr hinsehen: FCZ-Trainer Ludovic Magnin.

Liga reagiert umgehend mit Sperre

Während der Partie hatte Ludovic Magnin voller Emotionen noch drastischere Worte gefunden. Laut Rapport hat er Schiedsrichter Stephan Klossner wiederholt «Betrüger» genannt. Die Quittung für diese als Beleidigung taxierte Wortwahl folgte am Freitag. Magnin wurde vom Fussballverband für die kommenden drei Meisterschaftsspiele gesperrt.

Dazu wurden Präsident Ancillo Canepa und Assistenztrainer René van Eck für ein Cupspiel aus dem Verkehr gezogen, weil sie sich in die Rudelbildung nach der Tätlichkeit von Kuzmanovic aufs Spielfeld begeben hatten.

Jetzt fehlt Magnin dem FCZ in einer ganz entscheidenden Phase der Saison. Da hilft es auch nicht, dass ihm die «wahre Tabelle» der «Schweiz am Wochenende» recht gibt. Dabei werden irreguläre Tore nicht gezählt und nicht gegebene Elfmeter und nicht gegebene rote Karten als Tor gewertet.

Sechs Spiele ohne Sieg

Tatsächlich hätte der FCZ ohne Fehlentscheide acht Punkte mehr auf dem Konto. Magnin wäre mit seinem Team Dritter statt Drittletzter. Doch der Videobeweis kommt erst in der nächsten Saison. Wenn Magnin mit dem FCZ dann noch in der Super League spielen will, muss er die Nebenschauplätze möglichst schnell verlassen und sich auf das Wesentliche konzentrieren: den Abstiegskampf. Denn nur noch zwei Punkte trennen den Stadtklub vom Barrage-Platz, auf dem aktuell noch das aufstrebende Xamax steht.

Seit mittlerweile sechs Spielen hat der FCZ nicht mehr gewonnen. Nur GC hat in der Rückrunde noch drei Punkte weniger geholt als der Stadtrivale. Am Sonntag steht gegen Sion ein richtungsweisendes Heimspiel an. FCZ-Captain Kevin Rüegg formuliert es nach der neuerlichen Pleite im Cup treffend: «Wir haben im Moment einen Knoten und wissen nicht, wie wir den lösen können. Es braucht endlich wieder ein Erfolgserlebnis auf dem Platz.»

Im Abstiegskampf angekommen

Mit mehreren Erfolgserlebnissen könnte der FCZ auch noch nach Europa schielen. Der Vierte Lugano hat aktuell nur drei Punkte mehr. Trotzdem geht der Blick von Trainer und Captain eher nach hinten: «Wir wissen, in was für einer Lage wir sind, und wollen da zusammen raus», sagt Rüegg. «Der Ligaerhalt ist das Wichtigste. Es liegt an uns, den Abstiegskampf anzunehmen», sagt Magnin.

Der Trainer ist zuversichtlich, dass sein Team am Ende nicht auf dem Barrage-Platz steht: «Wenn wir wie gegen Basel spielen, werden wir den Klassenerhalt ganz locker schaffen.» Als er diesen Satz sagte, wusste er noch nichts von seiner Sperre. Ohne Magnin an der Seitenlinie dürfte sich der Ligaerhalt etwas weniger locker gestalten.