LEICHTATHLETIK
Rugby-Pechvogel Van Niekerk läuft in Luzern

Der Südafrikaner Wayde van Niekerk bestreitet am Meeting von Luzern am Dienstag seine Olympia-Generalaprobe. Viele Jahre lang dominierte er die 400-m-Disziplin.

Turi Bucher
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Wayde van Niekerk läuft beim letztjährigen Meeting in Bellinzona über 400 m eine Zeit von 45,58 Sekunden.

Wayde van Niekerk läuft beim letztjährigen Meeting in Bellinzona über 400 m eine Zeit von 45,58 Sekunden.

Bild: Keystone (15. 9. 2020)

Sechs Jahre ist es her, als ein damals 22-jähriger Südafrikaner in Luzern auf sich aufmerksam machte: Wayde van Niekerk siegte am Luzerner Meeting über 200 m in der B-Serie und lief auf der vermeintlich langsameren Innenbahn schneller als die hochkarätige Konkurrenz der A-Serie. Die Zeit von 19,94 Sekunden ist heute noch die drittschnellste in Luzern gelaufene 200-m-Zeit.

Am Dienstag kehrt Van Niekerk auf die Allmend-Bahn zurück. Allerdings als 400-m-Läufer. In dieser Disziplin ist er unterdessen Olympiasieger, zweifacher Weltmeister und Weltrekordhalter.

Der grosse Dominator über die 400-m-Strecke

Aber der Reihe nach. Angefangen hatte der 1,83 m grosse Van Niekerk in seinen Jugendjahren nämlich als Hochspringer. Mit einer persönlichen Bestleistung von 2,05 m wechselte er in die Sprintdisziplinen, weil er sich 2010 für die Junioren-WM in Kanada qualifizieren konnte und dort über 200 m (21,02) Vierter wurde. Er war in der Folge der erste Afrikaner überhaupt, der die 100 m unter 10, die 200 m unter 20 und die 400 m unter 44 Sekunden zu laufen vermochte.

Nach einem Sehnenriss im Knie wandte Van Niekerk sich ab 2013 vermehrt der 400-m-Strecke zu. 2014 lief er südafrikanischen Landesrekord. Nachdem er 2015 in Luzern brillierte, holte er sich in Peking den WM-Titel über 400 m. Zwei Jahre später verteidigte er den 400-m-Thron in London eindrücklich und holte sich auch gleich noch Silber über 200 m. Nachdem er sich an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit der 400-m-Weltrekordzeit von 43,03 die Goldmedaille erlief, wurde er in Südafrika mit dem goldenen Ikhamanga-Orden ausgezeichnet. Dieser Orden wird in Südafrika jedes Jahr in der bildenden Kunst, Kultur, Literatur, Musik, im Journalismus und Sport vergeben.

WM verpasst wegen Kreuzbandriss

Doch Van Niekerk musste einen weiteren Rückschlag überstehen: Im Herbst 2017 riss er bei einem Promi-Rugbyspiel in Kapstadt das Kreuzband im Knie. Die WM 2019 in Doha musste er im heimischen Kapstadt vor dem TV-Gerät verfolgen. Erst im letzten Jahr meldete er sich in Bellinzona mit einer Zeit von 45,58 zurück. Am letzten Wochenende lief er in Madrid eine Zeit von 44,56 Sekunden. Luzern ist für ihn am Dienstag der wichtige 400-m-Test vor den Olympischen Spielen in Tokio.

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