Roger Federer, wie beurteilen Sie den ersten Auftritt in Melbourne?

Ich bin sehr glücklich, wie es gelaufen ist. Ich habe den Ball gut gespürt, hatte bei eigenem Aufschlag keine Probleme, war in der Defensive gut, könnte in der Offensive aber noch etwas befreiter durchziehen. Insgesamt kann ich aber sicher zufrieden sein. Ich bin einfach happy, dass ich gut aus den Blöcken gekommen bin. Das ist nicht selbstverständlich.

Probieren Sie auch einmal etwas aus, wenn es so gut läuft wie heute?

Sicher, beim Aufschlag oder beim Return zum Beispiel. Aber man muss auch aufpassen. Bei den Grand-Slam-Turnieren musst du die Konzentration länger hoch halten. Du darfst dich nicht zu sehr aufregen und dich auch nicht zu sehr freuen. Du darfst nicht in den ersten fünf Games am absoluten Limit spielen. Die ersten vier Games waren sehr intensiv. Ich fühlte mich super, schwitzte schon stark und der Puls ging gleich hoch. Dann musste ich mir sagen: Halt, da kommt noch viel. Bleib einfach mal ruhig.

«Warum ich glaube, dass Roger Federer bald aufhört»

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Tennis-Experte Simon Häring beantwortet im Video-Kommentar vor den Australian Open die brennendsten Fragen zur neuen Saison. Wen er in der Favoritenrolle sieht, was er von den Schweizern erwartet und weshalb er glaubt, dass Roger Federer schon bald seine Karriere beendet. (13.1.2018)

Bei den US Open hat Ihnen die Hitze zu schaffen gemacht. Gehen Sie seither anders um mit dem Thema?

Intern sprechen wir nicht darüber, ich habe grosses Selbstvertrauen. Die Hitze war in all den Jahren auf der Tour nie ein Problem für mich. Bei den US Open ist es einfach unglücklich gelaufen und viel zusammengekommen. Es war in den Wochen und Tagen zuvor nicht so heiss und ich spielte gegen einen Gegner aus Brisbane, der sich heisse Bedingungen gewohnt ist.

Haben Sie deswegen etwas in der Vorbereitung verändert?

In Dubai habe ich einfach extrem hart trainiert und jagte auch meinen Puls ans Limit, um die Gewissheit zu haben, dass ich auf solche Bedingungen vorbereitet bin. Darum sollte mir das diesmal nicht mehr passieren. Nach Wimbledon und vor den US Open hatte ich Probleme mit der Hand und der Rücken war steif. Darum musste ich im Training auch aufpassen.

Sie treffen in der nächsten Runde auf Dan Evans, was erwarten Sie?

Ich erinnere mich gut an das Spiel 2017 beim Hopman Cup, weil es für mich der erste Match nach meiner Verletzungspause war. Ich mag sein Spiel, weil er aggressiv spielt.

(Interview aufgezeichnet.)