Handball
Spiel verläuft zu fehlerhaft: Zugerinnen verlieren den Supercup

Brühl gewinnt den Supercup und holt sich den ersten Titel der Saison. Auf den LK Zug wartet noch viel Arbeit.

Ernesto Piazza
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Zugs Joline Tschamper bleibt an Brühls Katarina Simova hängen.

Zugs Joline Tschamper bleibt an Brühls Katarina Simova hängen.

Michael Buholzer / KEYSTONE

Im ersten Aufeinandertreffen der neuen Saison zwischen dem letztjährigen Doublegewinner LK Zug und dem Playoff-Finalgegner Brühl behielten die St. Gallerinnen klar die Oberhand. Sie gewannen den Supercup in Winterthur mit 30:24 (14:12). Beim LKZ, der wie sein Gegner auf die neue Spielzeit einen Umbruch vollziehen musste, war zu erkennen, dass er in seiner Entwicklung noch nicht so weit ist, um ganz vorne wieder anzugreifen. So stellte LKZ-Headcoach Christoph Sahli hinterher richtig fest: «Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns.»

In der ersten Hälfte verlief die Begegnung recht ausgeglichen, wobei der LK Zug zwischenzeitlich sogar mit zwei Treffern vorne lag (10:8/20.). Doch bereits in dieser Phase des Spiels liessen die Zugerinnen zu viel freie Bälle liegen. Auch nach dem Wechsel scheiterten sie des Öfteren an Sladana Dokovic. Die Nationaltorhüterin stand am Ende bei einer Abwehrquote von starken 41 Prozent. Und die St.Gallerinnen zeigten sich – nachdem sie in den Vorbereitungsspielen stets einen aufgrund von Verletzungen stark dezimierten Kader betonten – erstaunlich breit aufgestellt.

Probleme mit der Deckung der St.Gallerinnen

Die Vorentscheidung bei dieser ersten Standortbestimmung fiel in den ersten zehn Minuten nach der Pause. Da vergrösserte Brühl den Vorsprung auf sechs Tore (20:14). Speziell in dieser Phase harzte bei Zug das Angriffsspiel. Der LKZ bekundete immer wieder Probleme mit der agilen 5-1-Deckung des Gegners. «Wir haben hier nicht die richtigen Lösungen gefunden», sagte Trainer Sahli hinterher. Daran vermochten auch seine Time-outs nichts Entscheidendes zu ändern. Diese Ansprachen hielt er übrigens – wenn Neuzugang Andreea Taivan auf dem Feld war – in englischer Sprache. Die Rumänin, die erst vor kurzem nach Zug kam, deutete – zumindest in der ersten Phase der Begegnung – ihr Potenzial an.

Zug agierte zu fehlerhaft, um den Supercup gewinnen zu können. Das ahnte wohl auch Sahli, als er im Vorfeld der Partie Druck von seinem Team nahm, indem er erklärte: «Wir werden uns so oder so vom Ergebnis nicht blenden lassen.» Damit hat der LKZ in der letzten Saison bekanntlich seine (guten) Erfahrungen gemacht. Damals hatte sich die Truppe auch bei schwächeren Auftritten nicht vom vorgezeichneten Weg abbringen lassen und letztlich einen eigentlichen Steigerungslauf hingelegt. Um gegen Brühl künftig erfolgreich zu bestehen, bedarf es dieser Steigerung. Sahli sagte denn auch:

«Wir haben nicht gut gespielt und unser Potenzial längst nicht ausgeschöpft.»

Dass dabei eine Niederlage mit «nur» sechs Toren Differenz resultierte, gibt ihm allerdings eine gewisse Zuversicht, und er zieht daraus vor allem Erkenntnisse.

Einige Talente kommen zum Zug

Nachdem das bereits ohnehin junge Kader nochmals jünger geworden ist, muss der LK Zug in den nächsten Wochen an der einen oder andern Schraube drehen. Beispielsweise muss das Tempospiel – normalerweise eine der Stärken dieser Mannschaft – wieder besser zur Geltung kommen.

Wobei man nicht vergessen darf, dass Zug beim Supercup zeitweise mit verschiedenen Nachwuchs-Nationalspielerinnen gleichzeitig agierte. Junge Talente wie Alessia Riner, Norma Goldmann, Zora Litscher oder Emma Bächtiger liefen überhaupt zum ersten Mal in diesem Team auf und bekamen auf Anhieb Einsatzzeiten. Und weil der LKZ für die U18- und U20-Nati jüngst für die beiden EM in Slowenien und Montenegro rund ein Dutzend Spielerinnen abstellte, fehlt es noch an den Automatismen und an der Abstimmung – in neuen Konstellationen ebenfalls bei der Deckungsarbeit. Dies nützte Brühl vor allem mit Katarina Simova (9 Tore) oder der Ex-Zugerin Dimitra Hess (8).

Zudem brachte Brühl gerade mit Gutkowska und Pavic mehr Routine aufs Spielfeld. Hier vermisste man bei Zug speziell die verletzte Ria Estermann. Weiter arbeitet Sibylle Scherer an ihrem Comeback. Mit diesen Rückkehrerinnen dürfte auch eine Leah Stutz, die sich erneut als sichere Siebenmeterschützin auszeichnete, mehr Entlastung erhalten. Wobei für Sahli klar ist: «Wir lernen aus diesen Erfahrungen.»

Zug – Brühl 24:30 (12:14)
AXA-Arena, Winterthur. – 933 Zuschauer. – SR Abalo/Maurer. – Strafen: Je 3-mal 2 Minuten. – Zug: Booijink (4 Paraden)/Abt (6); Tschamper, Scherer, Stutz (7/6), Heinzer (4), Goldmann, Steinmann, Eugster (4), Litscher (1), Riner (4), Taivan (3), Gwerder, Spieler (1), Bächtiger, Jonsdottir. – Bemerkungen: Booijink hält Penalty von Hess, die im Nachschuss zum 10:9 trifft (21.). Abt hält Penalty von Hess (33./12:15).

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