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Nach 1:5-Niederlage: Zug 94 rutscht tiefer in die Krise

Die Entlassung des Trainers hat nicht den gewünschten Effekt: Zug 94 verliert das 1.-Liga-Duell gegen Buochs 1:5.

Stephan Santschi
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Der Buochser Fabio Moor (links) hindert den Zuger Mato Marinovic am Kopfballabschluss.

Der Buochser Fabio Moor (links) hindert den Zuger Mato Marinovic am Kopfballabschluss.

Bild: Mathias Blattmann (Zug, 6. November 2021)

Für Schlagzeilen sorgte Zug 94 schon zu Beginn der letzten Woche mit der Medienmitteilung, dass man Trainer Vural Oenen per sofort freigestellt habe. Anstatt an der Spitze mitzumischen, wie es Oenen vor der Saison als Ziel formuliert hatte, rutschte sein Team auf den letzten Tabellenplatz ab. Vor allem die klaren Niederlagen gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf aus Schötz (0:3) und Langenthal (1:4) alarmierten die Verantwortlichen, und so kamen sie zum Schluss, dass die Spieler neue Impulse brauchen.

Geben soll ihnen diese vorerst Sportchef Besnik Reci, der den Job an der Seitenlinie interimistisch übernommen hat. Doch im 1.-Liga-Kellerduell gegen den Vorletzten aus Buochs sah Reci am Samstag keine Trotzreaktion, vielmehr ereilte ihn jene Ohnmacht, die bereits Oenen verspürt haben muss. Gleich mit 1:5 verloren die Zuger zu Hause und gaben dabei ein sehr betrübliches Bild von sich ab.

«Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll. Wir befinden uns in einer Scheisssituation, haben zehn verletzte oder gesperrte Spieler. Es ist schwierig, aus dieser Negativspirale herauszukommen»,

befand Reci.

Nach frühem Highlight gelingt Zug nichts mehr

Dabei hatte es für den Gastgeber vorzüglich begonnen, bereits in der 4. Minute spedierte Villiam Pizzi den Ball aus 20 Metern zur 1:0-Führung ins Lattenkreuz. Danach war es allerdings vorbei mit der Zuger Herrlichkeit, bis auf einen Abschluss von Geoffrey Le Bigonsan kurz nach der Pause sollte es ihre einzige nennenswerte Torszene bleiben. Buochs glich schon in der 10. Minute nach einem zügigen Vorstoss über die linke Angriffsseite durch Shan Meyer aus und brachte das Geschehen hernach zusehends sicherer unter Kontrolle.

Der Nackenschlag für Zug erfolgte dabei in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als die Nidwaldner einmal mehr nach einer Balleroberung schnell umschalteten. Avdi Berisha bediente Meyer mit einem Steilpass und der Flügelspieler verwertete die Vorlage im Stile eines Torjägers mit seinem zweiten Treffer.

«Ich rief meiner Mannschaft noch zu, den Ball einfach wegzuhauen. Dieses Gegentor hat uns kaputtgemacht»,

haderte Reci.

Buochs freut sich über Aufwärtstrend

Nach dem Seitenwechsel ergab sich Zug seinem Schicksal, nicht nur bei den Supportern des Fanklubs Proscht Wescht unter dem Tribünendach machte sich Fassungslosigkeit breit. Ein abgelenkter Freistoss des starken Buochser Offensivchefs Haxhi Neziraj aus 22 Metern (49.), ein Kontertor von Shahin Adwan (69.) und ein Penaltytreffer von Berisha (80.) vollendeten den Kantersieg, der sogar noch höher hätte ausfallen können. «Wir haben aufgegeben», stellte Besnik Reci konsterniert fest.

Während der gestresste Zuger Sportchef nun so schnell wie möglich den neuen Trainer präsentieren will, freut sich der SC Buochs über den Aufwärtstrend. Nach dem zweiten Sieg in Folge steht er zwar weiterhin auf einem Abstiegsplatz, hat aber erstmals einen Rückstand drehen und damit den Anschluss an das rettende Ufer wiederherstellen können. «In den letzten Wochen haben wir uns defensiv stabilisiert. Dass es in Zug gleich so einschlägt, haben wir nicht erwarten können, doch das nehmen wir natürlich gerne», konstatierte SCB-Chefcoach Marco Spiess. Mit weiteren Erfolgen gegen Schötz und Langenthal wollen die Nidwaldner als Nächstes die Relegationszone verlassen.

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