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«Wir müssen noch Lehrgeld bezahlen»: Die Küssnachterinnen zeigen einige Fortschritte

Die Frauen vom NLB-Schlusslicht FC Küssnacht beenden die Punkteflaute: 1:1 gegen den FC Luzern.

Ruedi Vollenwyder
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Kampf um den Ball zwischen der Luzernerin Gentiana Morina (links) und der Küssnachterin Iva Caluori.

Kampf um den Ball zwischen der Luzernerin Gentiana Morina (links) und der Küssnachterin Iva Caluori.

Nadia Schärli (Weggis, 20. November 2021)

Nach dem Schlusspfiff des sehr animierten NLB-Derbys gegen den FC Luzern stand die Truppe um Küssnachts Trainer Remo Zwyssig noch lange im Kreis. Er ermunterte seine Spielerinnen: «Es geht doch. Diesen Punkt nehmen wir gerne mit.» Seit der dritten Runde und dem 4:1-Sieg gegen Mitaufsteiger Sion warteten die Küssnachterinnen vergebens auf Punktezuwachs. Im Derby gegen Luzern wurde Küssnacht endlich wieder mit einem Punktgewinn belohnt. 1:1 lautet das Schlussresultat. Auch wenn, wie in drei Partien zuvor, die man nur mit einem Tor Differenz verlor, gegen die stark spielenden Luzernerinnen um Trainer Marcel Schumacher mehr als der eine Punkt drin gelegen wäre.

Nach dem Führungstor in der 11. Minute durch Andrea Schuler und dem Ausgleich kurz nach dem Seitenwechsel (47., Stephanie Erne) hatten die Schwyzerinnen mehrere gute Konterchancen, um das Spiel mit einem Sieg nach Hause zu spielen. Gleich zweimal (57./76.) konnte Küssnachts lauffreudige Topskorerin Andrea Schuler (sie erzielte fünf der zehn Küssnacht-Tore) allein auf Luzerns Torfrau Laura Schneider zulaufen. Und hatte nicht die Coolness, den Ball im Luzerner Kasten unterzubringen.

Einige Punkte in den Schlussminuten vergeben

Diese Partie hätte aber auch auf die Seite der Luzernerinnen ausschlagen können. In der 57. Minute brauchte es eine Glanzparade von Torfrau Severine Jolidan, die einen Freistossball von Stephanie Erne (sechs Saisontore) aus dem Lattenkreuz kratzte.

«Ich getraue es fast nicht zu erwähnen. Diese Freistossvariante über drei Ballkontakte haben wir noch diese Woche im Training geübt»,

sagte FCL-Trainer Marcel Schumacher schelmisch schmunzelnd. Er spricht denn auch von einem «gerechten Remis». Welches allerdings dem FCL (6. Rang/11 Punkte) mehr nützt, als den ebenfalls aufopfernd kämpfenden und auch spielerisch überzeugenden Küssnachterinnen. Sie bleiben mit nur vier Punkten auf dem letzten Ranglistenplatz sitzen.Der Aufsteiger Küssnacht ist aber klar unter dem Wert klassiert. Das zeigte die erste Halbzeit, in der man den gut geschulten Luzernerinnen erfolgreich Paroli bot und mit einem tollen, gepflegten und selbstbewussten Spiel. Bis eine Viertelstunde vor Spielende kam in diesem emotionalen Derby, sehr zur Freude der vielen Fans, keine flaue Phase auf. Was fehlte, das waren einzig weitere kribbelnde Torszenen. «Es ist eines unserer primären Ziele, die jungen Frauen im Fussball weiter zu bringen», sagt Remo Zwyssig nicht ohne Stolz.

«Dass wir als Aufsteiger in etlichen Partien noch Lehrgeld bezahlen mussten ist verständlich und der mangelnden Erfahrung geschuldet.»

Er denkt da insbesondere an die Partien gegen den FC Zürich U21, als man in der 94. Minute noch das 2:3 hinnehmen musste. Oder an die 0:1-Niederlage gegen die auf dem zweiten Tabellenplatz liegenden Rapperswilerinnen, die den Siegtreffer in der 88. Minute markierten. So ist es auch seiner Sicht verständlich, «dass meine Frauen mit der Angst eines weiteren Tiefschlags im Nacken, mit viel Kampfgeist den einen Punkt über die Zeit retten wollten und das spielerische Element hintenan stellen liessen».

Der Modus sieht eine Hin- und Rückrunde (18 Spiele) und eine Platzierungsrunde unter den Teams auf den Plätzen 3 bis 10 vor. Die Teams auf den Plätzen 1 und 2 spielen gegen die beiden letztplatzierten NLA-Teams eine Auf-/Abstiegsrunde (6 Spiele). Die besten zwei Teams spielen nächste Saison in der Super League. Aus der NLB-Platzierungsrunde steigen nach total 25 Partien die Teams auf den letzten beiden Plätzen in die 1. Liga ab. Der «Abstiegszug» ist also für die Küssnachterinnen noch nicht abgefahren. Sie haben noch 14 Spiele Zeit, sich in der Rangliste nach vorne zu arbeiten.



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