Radball
Urner Teams gehen bei der Schweizer Meisterschaft auf Medaillenjagd

Beide NLA-Radballduos von Altdorf haben den Einzug in den SM-Final geschafft. Favoriten sind jedoch andere.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Altdorf II mit Fabian Hauri (links) und Roman Schneider (rechts) haben Aussenseiterchancen.

Altdorf II mit Fabian Hauri (links) und Roman Schneider (rechts) haben Aussenseiterchancen.

Normalerweise erstreckt sich die Meisterschaft der Radballer über rund zehn Monate, von Januar bis Oktober. Heuer gibt es wegen der Verzögerung durch die Coronapandemie eine Art Schnellbleiche. Das Titelrennen wurde erst Mitte August mit der ersten von acht Qualifikationsrunden lanciert. Morgen nun wird in der Sporthalle Rietacker in Seuzach bereits der grosse SM-Final ausgetragen. Aus zeitlichen Gründen wurde für einmal sowohl auf die Meisterrunde als auch auf die erste Finalrunde verzichtet. Für den Showdown nördlich von Winterthur haben sich die fünf besten der insgesamt zehn Nationalliga-A-Teams qualifiziert, darunter erfreulicherweise auch Altdorf I mit Claudio Zotter und Simon Marty sowie Altdorf II mit Roman Schneider und Fabian Hauri.

Als Hauptanwärter auf Gold werden Qualifikationssieger Pfungen sowie Titelverteidiger Mosnang I, der nach der Vor- und Rückrunde den zweiten Platz belegte, gehandelt. Die Zürcher verfügen über den grossen Vorteil, dass sie mit drei Bonuspunkten ins SM-Finalturnier starten können. Mosnang I darf zwei Bonuszähler mitnehmen.

Altdorf II kann der Spielverderber sein

Den letzten Bonuspunkt als Qualifikationsdritter sicherte sich Altdorf II. Altdorf I und Möhlin, die das Feld komplettieren, müssen mit null Zählern loslegen und auf Ausrutscher der drei Spitzenteams hoffen, um doch noch aufs Podest vorzustossen.

Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte – diese Redewendung könnte sich morgen durchaus bewahrheiten. Hauptanwärter auf die Rolle als Spielverderber ist Altdorf II. Dazu sagt Thomas Marty, Trainer bei Radsport Altdorf:

«An einem guten Tag haben Schneider und Hauri durchaus das Potenzial, den beiden Topteams gefährlich zu werden und bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitzureden. Das Mindestziel ist jedoch der Gewinn einer Medaille.»

Routinier Schneider, der vor neun Jahren gemeinsam mit Dominik Planzer den WM-Titel in den Kanton Uri holte, und Jungspund Hauri, der zuvor mit Beda Planzer, der zurückgetreten ist, ein Duo bildete, spielen erst seit dieser Saison zusammen. Und dieses neue Gespann sorgte auf Anhieb für Furore. Am fünften Qualifikationsspieltag brachte es das Kunststück fertig, Pfungen mit 5:2 zu bezwingen. Für die Zürcher war dies der erste und bislang auch einzige Taucher im Verlaufe dieser Saison. Im zweiten Duell mit Pfungen zog Altdorf II nur knapp mit 3:4 Toren den Kürzeren. Auch Mosnang I musste in den Kräftemessen mit Altdorf II Federn lassen.

Gelingt Zotter/Marty erneut ein Exploit?

Im Gegensatz zu ihren Vereinskollegen kamen Zotter und Marty während der Qualifikation nie richtig auf Touren. Von den 18 Partien konnten sie nur gerade deren sieben für sich entscheiden. In ebenso vielen setzte es Niederlagen ab. Für Thomas Marty ist klar: «Altdorf I muss deutlich zulegen, wenn es zu Edelmetall reichen soll.» Vor Jahresfrist befanden sich Zotter und Marty in einer ganz ähnlichen Situation. Damals gelang es ihnen, im SM-Final einen Exploit zu landen und sich die Bronzemedaille zu sichern. Man darf gespannt sein, ob es diesem routinierten Duo erneut gelingt, auf den Punkt bereit zu sein.

Aktuelle Nachrichten