Weltcupturnier
Urner Radballer sind knapp gescheitert

Altdorf II mit Schneider/Hauri klebte beim Heim-Weltcup das Pech an den Rädern. Letztlich belegte das einheimische Duo den 5. Platz.

Urs Hanhart
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Roman Schneider (am Ball) und Fabian Hauri verpassen die Halbfinals.

Roman Schneider (am Ball) und Fabian Hauri verpassen die Halbfinals.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 13. November 2021)

Die Radsporthalle Giessen in Altdorf war am Samstag Schauplatz des dritten und gleichzeitig letzten Weltcup-Turniers dieser aufgrund der Coronapandemie etwas speziellen Saison. Dabei kam es zu einer mit Spannung erwarteten Premiere. Das auf dieses Jahr hin neu formierte Team Altdorf II mit dem reaktivierten Routinier Roman Schneider, der 2012 zusammen mit Dominik Planzer den WM-Titel geholt hatte, und Fabian Hauri, dessen vormaliger Partner Beda Planzer Ende letzter Saison zurückgetreten war, erlebte seine Feuertaufe auf internationalem Parkett. Der Auftakt verlief fulminant, fegte doch das einheimische Duo im ersten Gruppenspiel St. Pölten (AUT) überzeugend mit 6:2 vom Platz. Anschliessend folgte ein 5:3-Erfolg über Beringen (GER). In der dritten Partie gab es dann einen kleinen Rückschlag. Im Duell mit dem tschechischen Vertreter Svitavska schaute lediglich ein 4:4-Remis heraus, was sich in der Endabrechnung als zu wenig erweisen sollte.

Das letzte Gruppenspiel gegen Turnierfavorit Obernfeld (GER), der später im Final den RMV Stein II (GER) mit 5:3 besiegte, verloren Schneider und Planzer deutlich mit 0:4. Weil Altdorf II und Svitavska nach der Vorrunde je sieben Zähler totalisierten, kam es zwischen diesen beiden Teams zu einem Penaltyschiessen um den Halbfinaleinzug. Und dort zogen die Lokalmatadoren denkbar knapp den Kürzeren. Sie hatten zwei Matchbälle, konnten diese jedoch nicht nutzen. Immerhin machte Altdorf II diese Scharte wieder wett, indem es den RV Dornbirn II im Spiel um Platz fünf nach Penaltyschiessen mit 8:6 bezwang. Nach dem Heimauftritt schwankte Schneider zwischen Zufriedenheit und leiser Enttäuschung. Er betonte:

«Der Vorstoss in die erste Ranglistenhälfte ist bei unserer internationalen Premiere sicherlich ein gutes Ergebnis. Andererseits wurmt es uns natürlich sehr, dass wir derart knapp an der Halbfinalqualifikation vorbeigeschrammt sind. Svitavska hatten wir eigentlich im Griff, bevor wir kurz vor Schluss noch unnötigerweise den Ausgleich kassierten. Dieses Spiel hätten wir gewinnen müssen.»

Zukunft des Urner Top-Teams ist ungewiss

Unter dem Strich ist Schneider mit dem Verlauf der Saison vollauf zufrieden. Das Highlight war der Gewinn der Bronzemedaille an der Schweizer Meisterschaft. Altdorf II brachte sogar das Kunststück fertig, die beiden schon seit geraumer Zeit auf nationaler Ebene dominanten Teams aus Pfungen und Mosnang mehrfach in arge Nöte zu bringen. Wie es mit dem aktuellen Urner Top-Duo weitergeht, ist noch unklar. Schneider hat sich nämlich noch nicht entschieden, ob er eine weitere Saison anhängen soll.

«Radsport Altdorf verfügt über genügend junge talentierte Spieler. Von daher braucht es mich nicht mehr unbedingt»,

meinte der alte Haudegen. Allerdings gibt es momentan noch keine Nachwuchsakteure, die ein ähnlich hohes Niveau aufweisen. So gesehen wäre es für die Radballhochburg sicherlich wünschenswert, wenn der unverwüstliche, 39-jährige «Oldie» weitermachen würde.

Guter Einstand von Fröhlich/Fröhlich

Nebst Altdorf II stand beim Weltcup im Urner Hauptort auch noch das Altdorfer U23-Team mit den Gebrüdern Timon und Yannik Fröhlich im Einsatz. Die beiden Jungspunde legten einen durchaus gelungenen Weltcup-Einstand aufs Parkett. So rangen die krassen Aussenseiter dem tschechischen Vertreter Favorit Brno in der Vorrunde immerhin ein 4:4-Remis ab. In allen anderen Gruppenspielen zogen sie erwartungsgemäss den Kürzeren. Das Spiel um den neunten und vorletzten Platz schlugen die Fröhlich-Brothers St. Pölten überaus deutlich mit 9:1. Für das Youngster-Duo ist die Saison noch nicht beendet. Am kommenden Samstag bestreit es noch das NLB-Finalturnier, das ebenfalls in der Radsporthalle Giessen ausgetragen wird. Dort kämpfen gleich drei Teams von Radsport Altdorf um den Aufstieg in die höchste Spielklasse.

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