Hallensport
Die Urner Unihockeyaner mausern sich zum Favoritenschreck

Floorball Uri (2. Liga) fegt den Tabellendritten Eschenbach mit 9:4 vom Feld – dies nach einem ziemlich verkorksten ersten Drittel.

Urs Hanhart
Drucken
Die Unihockeyaner von Floorball Uri (Urs Arnold am Ball) können sich in der Tabelle nach oben orientieren.

Die Unihockeyaner von Floorball Uri (Urs Arnold am Ball) können sich in der Tabelle nach oben orientieren.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 27. November 2021)

Das 2.-Liga-Männerteam von Floorball Uri entwickelt sich immer mehr zum Favoritenschreck. Vor Wochenfrist hatten die Gelb-Schwarzen im letzten Spiel der Hinrunde den souveränen Tabellenführer Ad Astra Sarnen an den Rand einer Niederlage gebracht und letztlich nur sehr unglücklich mit 4:5 verloren. Zum Auftakt der Rückrunde ist den Urnern nun ein eigentlicher Coup gelungen. Im Duell mit dem Tabellendritten Eschenbach, gegen den sie vor zwei Monaten beim Meisterschaftsstart noch ganz deutlich mit 2:9 den Kürzeren gezogen hatten, drehten sie den Spiess um und setzten sich diskussionslos mit 9:4 durch.

Cheftrainer Felix Kempf betonte nach dem Schlusspfiff: «Unser Team hat sich heute ein grosses Kompliment verdient. Es hat die vorgegebene taktische Marschroute perfekt umgesetzt. Wir freuen uns riesig über diesen Erfolg, zu dem auch unser Heimpublikum in der fast vollen Feldli-Halle mit der tollen Stimmungskulisse seinen Teil beigetragen hat.»

Starke Reaktion nach 1:3-Rückstand

Zunächst sah es nicht so aus, als könnten die Platzherren am Schluss zu ausgelassenen Jubeltänzen ansetzen. Noah Senn bescherte zwar Uri bereits in der 2. Minute den 1:0-Führungstreffer, doch der vermeintliche Favorit reagierte postwendend. Eschenbach landete zwischen der 3. und 11. Minute eine Tor-Triplette. Zudem kassierten die Gastgeber beim Stand von 1:3 auch noch zwei Zweiminutenstrafen. Kurz vor Drittelende brachte jedoch Ivan Herger das Kunststück fertig, in Unterzahl den 2:3-Anschlusstreffer zu realisieren, was für die Moral seines Teams Gold wert war. Ab dem zweiten Drittel drehten die Hausherren dann gewaltig auf. Wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff und einer erneut schadlos überstandenen Unterzahlphase markierte Sven Herger aus spitzem Winkel spektakulär den 3:3-Ausgleich. In den letzten fünf Minuten des mittleren Abschnitts setzten die Urschweizer zu einem wahren Feuerwerk an. Sie schossen drei weitere Tore und konnten mit einem relativ beruhigenden Polster (6:3) den Pausentee schlürfen.

Zu Beginn des letzten Abschnitts erhöhte Uri-Captain Joel Bissig nach einer tollen Einzelleistung gar auf 7:3, womit er den Luzernern endgültig den Schneid abkaufte. Danach schaukelten die Urner, die in der Schlussphase noch zwei weitere Male skorten, aber nur einen Gegentreffer hinnehmen mussten, ihr komfortables Polster problemlos über die Runden.

Längerfristig ist 1. Liga ein Ziel

Den Grundstein zu diesem Überraschungserfolg legte das Heimteam mit einer soliden Abwehrleistung. Insgesamt spielte es nicht weniger als zehn Minuten in Unterzahl, liess aber in diesen heiklen Phasen keinen einzigen Treffer zu. Uri liegt zwar immer noch auf dem sechsten Tabellenplatz, ist jedoch bis auf zwei Punkte an Eschenbach herangerückt, das weiterhin die dritte Position innehat. Von unten droht keine Gefahr mehr. Deshalb können sich die Urner nun ganz nach oben orientieren. Trainer Kempf sagt: «Wir streben eine stetige Weiterentwicklung an. Rangmässig haben wir uns nichts vorgenommen. Wichtig ist, dass unser junges Team Erfahrungen sammelt und weitere Schritte vorwärtsmacht.» Das Wort «Aufstieg» nimmt der Coach bewusst nicht in den Mund, lässt aber durchblicken, dass die 1. Liga zumindest längerfristig ein Ziel ist.

Aktuelle Nachrichten