Ringen
Trotz Rückschlag hat Schattdorf eine rosige Zukunft

Die Schattdorfer Ringer sind bei den Willisau Lions chancenlos und unterliegen mit 8:27.

Simon Gerber
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Der Schattdorfer Trainer Michael Jauch setzt auf eine Mixtur aus Jungspunds und Routiniers.

Der Schattdorfer Trainer Michael Jauch setzt auf eine Mixtur aus Jungspunds und Routiniers.

Pd / Urner Zeitung

In der drittletzten Runde der Qualifikationsphase der NLA waren die Rollen zwischen dem Titelverteidiger Willisau Lions und Schattdorf klar verteilt. Das Zentralschweizer Derby endete mit einem deutlichen 27:8-Sieg für den Rekordmeister. Die Urner gerieten schon früh in den Wirbelwind der Gastgeber, was auf die Moral der jungen Athleten drückte. In einem Abnützungskampf setzte sich der Favorit Simon Gerig gegen den defensiv eingestellten Timon Zeder mit 4:1 Punkten durch. Unglücklich verlor Nicolas Christen das Duell gegen den Altmeister Jonas Bossert. Nach dem 3:3-Endstand kostete ihm eine Verwarnung den Sieg.

Sergio Gamma verspielte den 10:0-Vorsprung und verlor das Duell gegen den aufmüpfigen Marc Kaufmann knapp mit 14:15. Der junge Yannick Epp jagte dem Ausnahmekönner Tobias Portmann einen Mannschaftspunkt ab. Überraschend gut hielt Benjamin Gander bei der 5:9-Niederlage gegen Roger Heiniger mit.

«Ich rechnete nicht mit einem so deutlichen Resultat. Es wäre mehr möglich gewesen. Einige Ringer kämpften jedoch unglücklich und glaubten zu wenig an ihre Chancen»,

resümierte der Cheftrainer von Schattdorf, Michael Jauch.

Reserve auf Hergiswil müsste reichen

Trotz dieser Kanterniederlage ist die Saison für die Ringerriege Schattdorf bisher erfolgreicher verlaufen als in den vergangenen drei Jahren. 2018 sicherten sich die Urner erst in der Playoff-Abstiegsrunde den Ligaerhalt gegen Brunnen und 2019 gegen Oberriet. Letzte Saison pausierten sie infolge der Coronapandemie. In der dritten Runde der diesjährigen Qualifikationsphase feierte Schattdorf gegen Hergiswil mit 24:15 den ersten Saisonerfolg. Vor einer Woche gelang den Jauch-Boys ein Meisterstück. Es gibt diese Momente in einem Mannschaftskampf, die das Geschehen auf den Kopf stellen können. Dafür muss man aber die Chance am Schopf packen. Die Zentralschweizer taten es. Sie gewannen gegen den dezimiert angetretenen früheren Meister Kriessern deutlich mit 23:14 Punkten.

Mit dieser kämpferischen Mannschaftsleistung sicherten sich die Urschweizer mit grosser Wahrscheinlichkeit den vorzeitigen Ligaerhalt.

«Mir und dem ganzen Team ist ein riesengrosser Stein vom Herzen gefallen. Der Vorsprung von vier Punkten auf den Tabellenletzten Hergiswil sollte nun genügen, dass wir nicht wieder in den Abstiegsstrudel geraten»,

freut sich Michael Jauch, seit zehn Jahren der Cheftrainer von Schattdorf. Vor Saisonbeginn liebäugelte der 39-Jährige noch mit einer Halbfinalteilnahme. Eine solche gelang Schattdorf 2015 schon einmal. Doch daraus wurde diesmal nichts. «Zwei Athleten mussten nach einem positiven Test in die Quarantäne. Zudem fehlt uns der Walliser Siegringer, Tanguy Darbellay. Er fokussiert sich auf die U-23-WM», erklärt Michael Jauch. Für ihn stehe der sportliche Erfolg im Fokus, aber ein familiäres Umfeld innerhalb der Mannschaft sei ihm genau so wichtig. Jauch setzt auf eine Mixtur aus Jungspunds und Routiniers. Derzeit trainieren rund 30 Ringer, darunter viele Junge.

Starke Junioren bilden den Rückhalt

Mit der Linie, den Nachwuchs konsequent zu fördern, sind die Urner auf dem richtigen Weg. Den Verantwortlichen gelingt es immer wieder, talentierte Junioren in die Mannschaft zu integrieren. Bestes Beispiel dafür ist Thomas Epp. Er gewann an der diesjährigen Junioren-EM die Bronzemedaille. Auch der Kaderringer Nicolas Christen sowie die beiden Routiniers Simon Gerig und Sven Gamma stechen immer wieder durch starke Leistungen heraus. Sie bilden die Eckpfeiler des Teams. Dazu gehört auch Michael Jauch. Der frühere Kranzschwinger ist nicht nur eine grosse Persönlichkeit als Trainer, sondern auch ein erfolgreicher Akteur in den schweren Gewichtsklassen. Sein explosiver Hüfter ist bei der Konkurrenz gefürchtet. Der Erfolgshunger der jungen Truppe ist noch lange nicht gestillt. Schattdorf hat eine rosige Zukunft vor sich, wenn auch nicht ganz vorne an der Spitze in der NLA.

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