Leichtathletik
Nino Portmann tankt Moral und nimmt sich ein neues Ziel vor

Am Meeting in Willisau sorgen die Mehrkämpfer für Höhepunkte. Mittendrin: der Nidwaldner U23-Schweizer-Meister Nino Portmann.

Jörg Greb
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Mehrkämpfer Nino Portmann (22) ist in vielversprechender Form.

Mehrkämpfer Nino Portmann (22) ist in vielversprechender Form.

Hanspeter Roos (Willisau, 7. Mai 2022)

Nino Portmann lächelt, wenn er seinen Saisoneinstieg am Eröffnungsmeeting in Willisau analysiert. «So hatte ich es mir in etwa erwünscht», sagte der Nidwaldner, der im vergangenen Jahr den Schweizer U23-Titel im Mehrkampf gewonnen hatte.

«Diese Resultate stimmen zuversichtlich im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf und meine Ziele, die ich im Zehnkampf ansteuere.»

Fünf Disziplinen bestritt er, drei persönliche Bestmarken resultierten.

Mit voller Überzeugtheit stieg der 22-Jährige allerdings nicht in den Wettkampf. Der Grund dafür liegt gut drei Monate zurück. An einem Hallen-Siebenkampf zog er sich bei seinem bisher besten Weitsprung auf 7,20 m einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Portmann musste aufgeben, und es kam noch schlimmer: Vorbei war die Hallensaison. Seine hervorragende Form konnte er nicht unter Beweis stellen. Aber Portmann und sein Trainer Sandro Jöri reagierten klug. Schritt für Schritt schauten sie vorwärts und begannen früher als geplant mit dem spezifischen Aufbau bezüglich Sommersaison.

Er will die 7500-Punkte-Marke knacken

Portmann konnte in Willisau sogleich zeigen, dass er wieder auf einem vielversprechenden Stand ist. Dabei begann es eigentlich schlecht. Über 110 m Hürden vermochte er den dritten Schritt schier nicht zu drücken. Die Folge: Er kam ins Stolpern und ging knapp an einem Sturz vorbei. Die 15,79 Sekunden stellten einen «Nullwert» dar. «Da liegt noch viel drin», sagte sich Portmann und zog weiter. Und wie: In seiner Paradedisziplin Diskus erreichte er 41,37 m, eine neue Bestmarke. Ebenfalls mit persönlichen Rekorden trumpfte er im Kugelstossen (13,37 m) und über 300 m (34,40 Sekunden) auf. Ansprechende 1,86 m im Hochsprung ergänzten die «zufriedenstellende Ausbeute».

Konkret sind die Vorstellungen von Nino Portmann, was folgen soll:

«Gesund bleiben und die 7500-Punkte-Marke übertreffen.»

Die sportliche Ansage ist ambitioniert. Sein bisheriges Besttotal steht bei 7170 Punkten. «Diese Steigerung ist nur möglich, wenn alles passt», weiss der Mehrkämpfer. Er hat die Schweizer Meisterschaften der Elite und bei den U23 im Visier. Internationale Titelkämpfe sind ein Fernziel. Dazu sagt Portmann: «Ich orientiere mich an den grossen Vorbildern Simon und Finley.» Damit meint er Simon Ehammer, der an diesem Wochenende in Ratingen den 33 Jahre alten Schweizer Zehnkampfrekord brach, und den ebenfalls international orientierten Finley Gaio, der sich auch in Willisau als Gradmesser erwies. Die Dynamik und die Möglichkeit, voneinander zu profitieren, weiss Portmann zu schätzen.

Lisa Stöckli mit persönlicher Bestzeit

Zu aufbauenden Resultaten im Hinblick auf die bevorstehende Saison kamen in Willisau auch viele andere Athletinnen und Athleten. Besonders Erwähnung aus Zentralschweizer Sicht verdient das 1000-m-Rennen der Frauen. Siegerin Lisa Stöckli (LR Gettnau) gewann in der neuen persönlichen Bestzeit von 2:54,26. Die 28-jährige Mittelstreckenspezialistin verbesserte ihre fünf Jahre alte Bestmarke um fast vier Sekunden. Allerdings: Die eigene Hallen-Bestzeit aus dem Winter 2018 verpasste sie um winzige sechs Hundertstel. Die Entscheidung im Rennen fiel knapp aus. Stöckli gewann 14 Hundertstel vor der Tessinerin Giulia Salvade und 2,21 Sekunden vor STV-Willisau-Talent und U18-Schweizer-Meisterin 2021, Fabienne Müller (17).