Ringen
«Der Hunger auf den Titel ist gross»: Freiamt fordert die Willisau Lions heraus

Die Trainer Marcel Leutert (Freiamt) und Philipp Rohrer (Willisau) sagen, was sie vom Final im Ringen erwarten.

Simon Gerber
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Marcel Leutert hofft, dass Freiamt aus den letzten zwei Finalniederlagen gelernt hat.

Marcel Leutert hofft, dass Freiamt aus den letzten zwei Finalniederlagen gelernt hat.

Bild: Wolfgang Rytz/Aargauer Zeitung

Wie haben Sie die bisherige Teammeisterschaft unter Coronabedingungen erlebt?

Marcel Leutert: Sportlich ist es für uns super gelaufen. Glücklicherweise hatten wir nur wenige verletzte Ringer. Ausser gegen die Willisau Lions haben wir die Duelle dominiert. Alle nicht geimpften Athleten mussten vor jedem Kampf zum Test. Bis jetzt hatten wir keinen positiven Fall. Trotz der Pandemie war der Publikumsaufmarsch gross.

Stand diese Woche eine spezielle Vorbereitung auf dem Programm?

Wir ändern nicht mehr viel. Alle sind körperlich fit. In Einzelgesprächen legen wir fest, was wir im technischen und taktischen Bereich noch verbessern können. Neben Videoanalysen stellen wir die Lockerheit und den extrem guten Teamgeist in den Fokus.

Was erwarten Sie vom Rekordmeister Willisau Lions?

Die Luzerner stehen sicher weniger unter Druck als wir. Sie dürften wie immer kämpferisch und taktisch top eingestellt sein. Der Rekordmeister verfügt zudem in allen Gewichtsklassen über ein ausgeglichenes Kader.

Was spricht für Freiamt?

Der Hunger auf den Titel ist bei allen extrem gross. Auch die Vereinsleitung hofft, dass der Pokal wieder einmal im Aargau bleibt. Wir sind ausgeglichener und auch erfahrener geworden. Hoffentlich haben wir aus den Finalniederlagen in den beiden letzten Jahren etwas gelernt. Die Athleten können inzwischen auch mit dem Druck gut umgehen und werden daran nicht zerbrechen.

Welches ist die wichtigste Message, die Sie Ihren Athleten mit auf den Weg geben?

Fokussiert bleiben und den vorgegebenen Weg nicht verlassen. Ein Duell auf der Matte dauert sechs Minuten. Während dieser Zeit das Beste aus sich herausholen, um am Schluss nach einem Sieg oder auch nach einer Niederlage sagen zu können: Ich habe alles gegeben.

Wagen Sie eine Prognose?

Die Chancen stehen 50:50. Es hat sich schon oft gezeigt, dass Finalkämpfe ihre eigenen Gesetze haben. Vor eigenem Publikum sind wir immer stark. Mit Wettkampfglück und einem ­Exploit könnte das Duell durchaus auf unsere Seite kippen.

Philipp Rohrer sieht Willisau mental im Vorteil.

Philipp Rohrer sieht Willisau mental im Vorteil.

Bild: Eveline Beerkircher

Wie haben Sie die bisherige Teammeisterschaft unter Coronabedingungen erlebt?

Philipp Rohrer: Trotz einiger verletzter Athleten lief sportlich alles nach Plan. Wir wurden ohne Niederlage Qualifikationssieger und dominierten auch die Halbfinalduelle gegen Einsiedeln. Im Team haben wir eine hohe Impfquote. Viele haben verstanden, dass Impfen sehr wichtig ist. Es gab bis jetzt keine positiven Fälle. Zudem haben uns die Fans grossartig unterstützt.

Stand diese Woche eine spezielle Vorbereitung auf dem Programm?

Hinter uns liegt eine sehr harte Trainingszeit. Wir sind jetzt in der Phase der Regeneration. Formlücken kann man nicht mehr beseitigen. Mit den Athleten führen wir noch individuelle Gespräche und stellen sie auf den Gegner ein. Es gilt, die Motivation hochzuhalten.

Was erwarten Sie von Freiamt?

Sie sind sehr hungrig und greifen nach einem Unterbruch von elf Jahren wieder nach der Meisterkrone. Sie werden uns das Leben vor ihrem eigenen Publikum schwer machen und alle Register ihres Könnens ziehen. Ein Pluspunkt ist die Verstärkung durch Damian von Euw in den schweren Gewichtsklassen.

Was spricht für Willisau?

Wir haben die drei letzten Begegnungen gegen die Aargauer gewonnen. Diese Serie hat einen gewissen psychologischen Vorteil. Zudem haben wir ein breites und variables Kader. Gerade die jungen Athleten haben grosse Fortschritte gemacht. Trotzdem werden wir unseren Gegner nicht unterschätzen.

Welches ist die wichtigste Message, die Sie Ihren Athleten mit auf den Weg geben?

Als verschworenes Team auftreten und von der ersten bis zur letzten Sekunde mit viel Biss um jeden einzelnen Punkt kämpfen. Den grösseren Siegeswillen aufbringen als der Gegner.

Wagen Sie eine Prognose?

Die Chancen stehen 50:50. Der erste Finalkampf dürfte spannend verlaufen mit einem hoffentlich positiven Ausgang für die Willisau Lions. Viel wird von der Tagesform und der mentalen Einstellung abhängen. Bei der Mannschaftsaufstellung erwarte ich keine Überraschung.

Für den Meistertitel braucht es zwei Siege

Der Final der NLA-Mannschaftsmeisterschaft zwischen den Willisau Lions und Freiamt findet im Best-of-3-Modus statt. Das Team, das zwei Siege auf dem Konto hat, ist Schweizer Meister. In den zehn Gewichtsklassen werden je fünf Kämpfe im Freistil und im Greco (griechisch-römischer Stil) ausgetragen. Der erste Finalkampf (morgen Samstag, 19 Uhr, Sporthalle Bachmatten, Muri AG) beginnt in der leichtesten Gewichtsklasse bis 57 kg im Freistil. Im Rückkampf in einer Woche wechselt die Stilart und beginnt mit Greco bis 57 kg. Die beiden Stilarten: Freistil: Der gesamte Körper von Kopf bis zu den Füssen gilt als Angriffsfläche. Greco: Nur der Körper oberhalb der Gürtellinie gilt als Angriffsfläche. (sige)

Ringen NLA. Mannschaftsmeisterschaft. Final (1. Kampf). Samstag. 19.00: Freiamt – Willisau. Auf-/Abstieg (Rückkampf). Sonntag. 15.00: Oberriet-Grabs – Hergiswil LU.