Handball
Mit Klasse und Dickschädeln: So funktioniert der Erfolg Muotathalerinnen

Die Handballerinnen der SG Muotathal/Mythen-Shooters behaupten sich mit dem Punktemaximum auf Platz eins.

Stephan Santschi
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«Wir bleiben dran, drücken unser Spiel durch», sagt Yael Gwerder, hier 2018 im Dress des LK Zug (am Ball).

«Wir bleiben dran, drücken unser Spiel durch», sagt Yael Gwerder, hier 2018 im Dress des LK Zug (am Ball).

Werner Schelbert (zuger Zeitung) / Zuger Zeitung

Vier Spiele, acht Punkte – die SG Muotathal/Mythen-Shooters ist aktuell das Mass der Dinge in der Gruppe 2 der 1.-Liga-Frauen. Am vergangenen Sonntag gewann sie auswärts gegen den HC Kriens mit 29:27 und verteidigte damit den ersten Platz in der Tabelle. Bis der Erfolg in trockenen Tüchern war, bedurfte es allerdings harter Arbeit, acht Minuten vor Schluss führten die Gastgeberinnen nämlich mit drei Toren Differenz (26:23). «Uns zeichnet der Durchhaltewillen aus, wir bleiben dran, drücken unser Spiel durch», sagt Yael Gwerder. Und lachend fügt sie an:

«Mit unseren Dickschädeln versuchen wir, das Beste draus zu machen.»

Neben den kämpferischen Qualitäten steckt im Team auch einiges an individueller Klasse. Die linke Rückraumspielerin Yael Gwerder war ebenso wie Goalie Marion Betschart drei Mal Schweizer Meisterin mit dem LK Zug (2013 bis 2015). Linkshänderin Daria Betschart wurde ebenfalls beim LKZ ausgebildet und kehrte im Sommer vom LC Brühl ins Muotathal zurück. Spielmacherin und Offensivverteidigerin Michelle Gwerder sammelte derweil in Zugs zweiter Equipe Erfahrungen in der SPL 2. Hinzu kommen jüngere Spielerinnen mit viel Ausdauer wie Fabienne Fässler.

«Was die zu rennen vermag, da kann auch ich mir noch eine Scheibe abschneiden»,

berichtet Yael Gwerder.

Vater gibt Tipps aus dem Publikum

Was die SG Muotathal/Mythen-Shooters, die ihr Personal aus den Vereinen von Muotathal, Schwyz, Brunnen und Goldau rekrutiert, zu leisten im Stande ist, zeigte sie auch am vorletzten Wochenende, als sie in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups das SPL-2-Team von Arbon aus dem Wettbewerb schoss. Mit zehn Treffern stach Yael Gwerder aus dem Kollektiv heraus, auch dank Unterstützung aus dem Publikum, wie sie schmunzelnd anmerkt. Damian Gwerder, der jahrelang beim LKZ ihr Trainer war, weiss seine Tochter auch als Zuschauer mit nützlichen Tipps zu versorgen.

Muotathal verliert weisse Weste

Während die Frauen der SG Muotathal/Mythen-Shooters weiterhin ohne Verlustpunkte an der Spitze ihrer 1.-Liga-Gruppe stehen, mussten Muotathals Männer die erste Saisonniederlage hinnehmen. Zu Hause gegen Dagmersellen verlor die Mannschaft des litauischen Trainers Marius Kasmauskas (Bild) mit 24:29. Die Angriffsvariante mit sieben Feldspielern und ein starker Torhüter Ramon Häller waren in der zweiten Halbzeit ausschlaggebend für den Sieg der Luzerner Hinterländer, die in der Tabelle nun zu Muotathal aufschlossen. Neuer Leader ist Emmen. (ss)

Als Belohnung kommt es am 6. November im Cup-Sechzehntelfinal zum Duell mit Kreuzlingen aus der SPL 1. In der Meisterschaft stehen die Chancen gut, sich für die Top 2 und damit für die 1.-Liga-Finalrunde zu qualifizieren. «Weiter vorauszuschauen, ist schwierig», sagt Gwerder. Ob die Schwyzer Spielgemeinschaft wie im Jahr 2015 den Aufstieg in die SPL 2 annehmen würde, ist vorderhand ungewiss. Sie selbst nehme Spiel für Spiel, Saison für Saison. Im Leben der 26-Jährigen steht nun der Beruf als Primarlehrerin im Zentrum.

Von der Allrounderin zur Topskorerin

Im Jahr 2020 beendete Gwerder ihre Karriere im Leistungssport, machte ein Jahr Pause, ehe sie in diesem Sommer die Lust auf Handball neu packte.

Beim LK Zug zählte Yael Gwerder nicht zu den Leistungsträgerinnen, verkörperte als Allrounderin aber einen besonderen Wert für das Team. Mangels Linkshänderinnen kam die Rechtshänderin vor allem im rechten Aufbau zum Einsatz, auch am Kreis wurde sie gebraucht, zudem war sie hinter Sibylle Scherer die zweite Penaltyschützin. «Diese Abwechslung habe ich sehr geschätzt, das habe ich nie als Nachteil gesehen», sagt die ehemalige Nachwuchs-Internationale. Jetzt spielt sie erstmals seit Jahren wieder auf ihrer angestammten Position im linken Rückraum. Und verhilft der SG Muotathal/Mythen-Shooters als Topskorerin an die Tabellenspitze der 1. Liga.

Frauen. 1. Liga. Gruppe 2: Kriens – Muotathal/Mythen-Shooters 27:29. – Rangliste: 1. Muotathal/Mythen-Shooters 4/8. 2. Willisau 4/5. 3. Emmen 3/4. 4. Malters 3/3. 5. Kriens 4/2. 6. Aareland 4/0.

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