Nationalturnen
Imhof hängt eine weitere Saison an

Andi Imhof ist der grosse Favorit am Zentralschweizer Nationalturntag in Bürglen. Auch im nächsten Jahr will er nochmals Vollgas geben.

Urs Hanhart
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Nationalturner Andi Imhof beim Steinstoss-Training.

Nationalturner Andi Imhof beim Steinstoss-Training.

Ursprünglich wollte Andi Imhof seine überaus erfolgreiche Karriere bereits vor Jahresfrist beenden. Weil aber 2020 aufgrund der Coronapandemie weder Schwingfeste noch Wettkämpfe im Nationalturnen abgehalten werden konnten, fiel die geplante Abschiedstournee ins Wasser.

Der am Samstag in Bürglen stattfindende 56. Zentralschweizer Nationalturntag hätte sein letzter Auftritt werden sollen. Aber der 36-jährige Attinghauser hat es sich nun anders überlegt und beschlossen, seine Abschiedssaison auf das nächste Jahr zu verlegen. «Heuer gab aus sportlicher Sicht zwar gute Schwingfeste und Nationalturntage, aber die Atmosphäre liess wegen der Beschränkungen zu wünschen übrig», begründet er. «Gerade in diesen beiden Sportarten ist dies ein wichtiger Aspekt. Jedenfalls wollte ich so nicht abtreten. Fast ohne Zuschauer die Bühne zu verlassen, stimmt für mich nicht. Meine Gesundheit lässt es zu, dass ich weitermache. Deshalb hänge ich noch eine Saison an.»

Er will sein Heimfest gewinnen

Mit dem Verlauf der bisherigen Saison ist der 1,90 Meter grosse und 118 Kilo schwere Athlet zufrieden, auch wenn teilweise das nötige Wettkampfglück fehlte. «Ich hatte zwar eine gute, jedoch etwas komische Vorbereitung. Gerade im Schwingen wusste ich wegen der langen Pause nie, wo ich stehe», erklärt Imhof. «Aber ich habe gut mitgehalten, trotz der kurzen Vorbereitungsphase in der Schwinghalle.» Schwingfeste wird der vierfache Eidgenosse und 77-fache Kranzgewinner in diesem Jahr keine mehr bestreiten. Sein Fokus liegt nun voll und ganz auf dem Nationalturnen. Beim Zentralschweizerischen, das von seinem Verein TV Bürglen organisiert wird, ist der Lokalmatador zweifellos der Mann, den es zu schlagen gilt. Zu seinen Ambitionen sagt Imhof:

«Mein Heimfest würde ich natürlich sehr gerne gewinnen. Aber das wird nicht einfach, denn es gibt starke Konkurrenz.»

Als gewichtigste Gegner schätzt Imhof seinen Vereinskameraden Matthias Herger sowie Marco Lussi aus den Reihen der Ob- und Nidwaldner ein. Zudem sollen auch noch zwei bis drei namhafte Berner am Start sein. Der TV Bürglen wird in der Kategorie A mit acht Turnern vertreten sein.

Bereits zwei Saisonsiege geholt

Bei seinen bisher zwei Auftritten in dieser Saison im Nationalturnen hinterliess der gelernte Metallbauer und Konstrukteur, der bei der Gipo in Seedorf als Projektleiter arbeitet, einen bärenstarken Eindruck, konnte er doch sowohl den Berner als auch den Thurgauer Nationalturntag für sich entscheiden. Zu seiner aktuellen Verfassung in den verschiedenen Disziplinen sagt Imhof: «Die Form stimmt und ich bin zuversichtlich. Im Steinstossen und Steinheben sollte ich die Maximalnote 10 holen können. Bei der Freiübung hängt die Punkteausbeute jeweils von der Tagesform ab. Ich rechne mit 8,5 bis 9,3 Zählern. Im Schnelllauf liegen 9,3 bis 9,5 Punkte drin. Mein Bestreben wird es sein, im Ringen und Schwingen meine Bestleistung abzurufen, um keine weiteren Punkte liegen zu lassen.»

Für die Teilnahme am Kilchberg-Schwinget hat sich Imhof nicht qualifiziert. Die drei in dieser Saison geholten Kränze reichten dazu nicht aus. Deshalb kann er sich nun aufs Nationalturnen konzentrieren. Nur eine Woche nach Bürglen folgt mit den Schweizer Meisterschaften in Beckenried bereits das nächste Highlight. Dort möchte die langjährige unbestrittene Nummer 1 im Nationalturnen natürlich auch wieder ganz vorne mitmischen.

Ziele für die nächste Saison sind noch offen

Im Hinblick auf die nächste Saison, die definitiv seine letzte sein soll, hält sich Imhof etwas bedeckt. Er betont: «Ich lasse noch offen, welche Ziele ich anstreben möchte.» Ob er eine Teilnahme am Eidgenössischen Schwingfest in Basel anstreben wird, hat er noch nicht entschieden. «Wenn die Form und die Gesundheit stimmen, werde ich dort wohl nochmals an den Start gehen. Am wichtigsten ist, dass ich noch das eine oder andere Schwingfest geniessen kann», sagt der mit Abstand erfolgreichste Urner Schwinger der letzten Jahre, der weiterhin vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche absolvieren möchte.

Der Zentralschweizer Nationalturntag findet am Samstag auf dem Sportplatz Loch in Bürglen beginnt um 8.30 Uhr.

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