Fussball
Im Derby zwischen Buochs und Schötz winken «Kampf, Geknorze und Zufall»

Erstligist Buochs empfängt den FC Schötz zum Direktduell im Abstiegskampf. In einer Tabelle liegen die Nidwaldner aber ganz vorne.

Stephan Santschi
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Trainer Marco Spiess will mit dem SC Buochs ein «weiteres Team in den Seich hinunterziehen».

Trainer Marco Spiess will mit dem SC Buochs ein «weiteres Team in den Seich hinunterziehen».

Bild: Pius Amrein

Der SC Buochs belegt Platz eins  – und das mit grossem Vorsprung. Allerdings bezieht sich dieser Fakt nicht auf die sportliche Rangliste, da stehen die Nidwaldner nach elf Spieltagen auf einem Abstiegsplatz. In der U21-Trophy sind sie allerdings die klare Nummer eins, nicht nur in der eigenen Gruppe, sondern in der gesamten 1. Liga. Laut Statistik haben bisher acht verschiedene U21-Akteure in insgesamt 57 Einsätzen 3961 Spielminuten für den SC Buochs absolviert. Das sind rund 1200 Minuten, also 20 Stunden, mehr als beim ersten Verfolger Wettswil-Bonstetten mit 2768 Minuten.

Das liegt einerseits am Bestreben des Vereins, jungen Spielern Verantwortung zu übertragen. «Wir holen sie nicht als Nummer 17, sondern wollen ihnen eine faire Chance geben», sagt der Buochser Trainer Marco Spiess. Dass das Durchschnittsalter der Startelf zuweilen aber auf unter 21 Jahren absackt, wie etwa beim Spiel in Delémont, war dann doch nicht geplant, sondern ist vielmehr eine Folge der vielen Verletzten, wozu regelmässig auch die Routiniers zählen.

Erklärbare Entwicklung

Dass sich die Buochser auch in dieser 1.-Liga-Saison schwertun, überrascht daher nicht. Mit sechs Niederlagen startete die Mannschaft in die Saison und war damit ähnlich erfolglos wie Zug 94, das letzte Woche die Reissleine zog und Trainer Vural Oenen entliess. Befürchtet Spiess in Buochs ähnliche Konsequenzen? «Nein», entgegnet er, «diesbezüglich habe ich vom Verein her gar nichts gespürt.» Die Entwicklung sei erkenn- und erklärbar und neben den vielen Absenzen auch auf das kräfteraubende Cup-Highlight gegen den FC Luzern zurückzuführen. Mit zwei Siegen in Serie hat Buochs den Rückstand zum rettenden Ufer nun auf zwei Punkte reduzieren können. Am Samstag, im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten aus Schötz (17 Uhr, Seefeld) will man ein «weiteres Team in den Seich hinunterziehen», wie Trainer Spiess sagt.

Schmaler Grat in der 1. Liga

Entsprechend hart umkämpft dürfte das Zentralschweizer Derby werden, das vermutet auch Roger Felber, der Trainer des FC Schötz: «Ich erwarte einen sehr schwer bespielbaren Platz, mit viel Kampf, Fehlpässen, Geknorze und Zufall. Doch am Ende wird sich die Qualität durchsetzen.» Das Ziel der Luzerner, die vier Punkte mehr als Buochs auf dem Konto haben, ist der Sieg.

Wie der SC Buochs hatte der FC Schötz die eigenen Leistungen stabilisieren können, erlitt am vergangenen Freitag mit der 1:2-Heimniederlage gegen Langenthal allerdings wieder einen Rückschlag. «Wir waren das bessere Team, der Gegner war sehr effizient», berichtet Felber.

Allmählich würden die Rädchen in ihrem Spiel ineinandergreifen, jeder kenne seine Rolle und wisse, dass Trainingsabsenzen die Chance auf Einsatzminuten schmälern, hält der Trainer der Schötzer fest. «Der eine oder andere hatte mit dieser harten Linie zu Beginn Mühe.» Mittlerweile habe man damit sowohl den Konkurrenzkampf als auch das Wir-Gefühl in der Mannschaft verbessern können. Der Grat bleibe allerdings schmal, sagt Felber. «Ich kann mich nicht erinnern, wann diese Liga letztmals so ausgeglichen war.»

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