Handball
So will der HC Kriens-Luzern in Thun siegen

Der Krienser Trainer Goran Perkovac spricht vor dem heutigen Auswärtsspiel bei Wacker Thun über Baustellen, Strafen und Personelles.

Stephan Santschi
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Kriens-Trainer Goran Perkovac: «Im 6:6-Positionsangriff hat Wacker nicht die Mittel, um uns zu bezwingen.»

Kriens-Trainer Goran Perkovac: «Im 6:6-Positionsangriff hat Wacker nicht die Mittel, um uns zu bezwingen.»

Bild: Pius Amrein (Kriens, 16. Mai 2021)

Wie haben Sie die Nationalmannschaftspause genutzt?

Es war nicht optimal, uns haben viele Spieler gefehlt. Tim Rellstab, Levin Wanner, Milos Orbovic und Gino Steenaerts waren mit ihren Nationalteams unterwegs, Hleb Harbuz war angeschlagen. Trotzdem haben wir an den geplanten Themen arbeiten können.

Woran konkret?

Am Rückzugsverhalten. Gerade gegen Mannschaften wie Wacker Thun oder Pfadi Winterthur, die schnell spielen, kassieren wir zu viele Tore über die schnelle Mitte oder die zweite Welle. Das ist auch eine Kopfsache. Wenn der Pass zum Beispiel an den Flügel kommt, müssen sich die Rückraumspieler und der Kreisläufer in diesem Moment auf den Weg zurück in die Abwehr machen und nicht warten, ob der Flügel trifft oder nicht. Sekundenbruchteile machen da bereits sehr viel aus.

Was stand noch im Fokus?

Wir übten die Automatismen im Angriff und förderten das gemeinsame Spielverständnis. Damit wir weniger technische Fehler machen.

Tim Rellstab reiste wegen einer leichten Verletzung nicht mit der Schweiz ans Vierländerturnier nach Tunesien. Wie geht es ihm?

Tim hat sich eine Rippen-Quetschung zugezogen, auch die Bauchmuskulatur war betroffen. Er trainiert aber schon fast wieder normal mit uns und wird in Thun dabei sein.

Dafür kam Levin Wanner zu weiteren Länderspielen.

Er strahlt richtig, das tut jedem gut. Ich erinnere mich an meine Aufgebote mit der Nationalmannschaft. Als ich zurückkam, spielte ich jeweils noch besser als vorher.

Milos Orbovic war derweil mit Serbiens Nationalteam unterwegs. Davor, im Spiel gegen Suhr Aarau, zeigte er einen seltsam zurückhaltenden Auftritt.

Ich habe mit Milos gesprochen. Vielleicht waren es Konzentrationsfehler, vielleicht war er überrascht, wie schnell und stark in der Schweizer Liga gespielt wird. Im Training sehe ich nun einen anderen Milos. Er läuft und ist topmotiviert, ich bin sehr zufrieden.

Wie geht es Captain Filip Gavranovic, der wegen einer hartnäckigen Entzündung im Beckenbereich noch kein Spiel absolviert hat?

Er erholt sich derzeit in seiner Heimat in Kroatien, wir wollen nichts forcieren. Um den 20. November herum kommt Filip ins Training und dann werden wir sehen, wie weit er ist, ob er dabeibleibt oder bis Januar pausiert.

Nach zehn Runden liegt Kriens-Luzern auf dem enttäuschenden achten Platz. Mit über fünf Zweiminutenstrafen pro Spiel ist Ihr Team aber der Strafenkönig der QHL.

Die Strafen stören mich nicht extrem, wenn sie wegen des harten Spiels zu Stande kommen, in dieser Rangliste waren wir auch in den vergangenen Jahren oben klassiert. Es ist aber schon so, dass ein paar unnötige Strafen dabei waren, die wir uns wegen falschen Stellungsspiels eingehandelt haben. Und wenn ein Spieler durchgebrochen ist, sollten wir ihn loslassen und aufs Tor schiessen lassen.

Am Mittwoch spielt Kriens-Luzern bei Wacker Thun, am Sonntag zu Hause gegen den BSV Bern. Was erwarten Sie von der Berner Woche?

Ich sehe die nächsten vier Spiele als Päckchen (inklusive der Partien gegen Basel und GC Amicitia, Anm. d. Red.), von denen wir unbedingt drei gewinnen wollen. Gegen die Thuner haben wir eine gute Chance zu siegen, wenn wir ihnen keine Tore über die schnelle Mitte oder die zweite Welle zugestehen. Denn im 6:6-Positionsangriff hat Wacker nicht die Mittel, um uns zu bezwingen.

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