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Finaler Triumph für Marcel Hug und Manuela Schär in New York

Marcel Hug und Manuela Schär gewinnen im Rollstuhlsport die Gesamtwertung der Marathon Majors.

Jörg Greb
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Eine Klasse für sich: Marcel Hug ...

Eine Klasse für sich: Marcel Hug ...

Keystone

Die Freude war dem Nottwiler Marcel Hug anzusehen. «Dieser Sieg am New York Marathon bedeutet mir sehr viel», sagte er. Die Aussage lässt sich einfach nachvollziehen. New York ist der bedeutendste Städtemarathon, und in diesem Jahr ging es bei den 42,195 km am Big Apple nicht nur um den Tagessieg, sondern auch um die Gesamtwertung der Marathon Majors. Um eine besonders brisante Entscheidung handelte es sich. Aufgrund der Pandemie erstreckte sie sich statt über ein Jahr über fast drei. Und im Gegensatz zu den Frauen, bei denen die Krienserin Manuela Schär die Vorentscheidung bereits vor dem Rennen zu ihren Gunsten herbeigeführt hatte, war es bei den Männern spannend und offen geblieben bis zum Schluss.

... und auch Manuela Schär.

... und auch Manuela Schär.

Ennio Leanza / EPA

Daniel Romanchuk und Marcel Hug waren die Hauptdarsteller. Der Amerikaner hatte die ersten Rennen dominiert. Hug aber konterte und verstand es, seine Hochform von den Paralympics (vier Goldmedaillen) in die Herbstmarathons mitzunehmen. Der 35-Jährige siegte in Berlin und Boston. Dazwischen in Chicago musste er im Endspurt Romanchuk den Vortritt überlassen. Die Führung im Gesamtklassement übernahm Hug erst nach dem Rennen vor New York. Für das Finale erwartete ihn deshalb nochmals harte Gegenwehr. Diese war resolut, aber letztlich kurz.

Hug lässt sich nicht irritieren

Romanchuk attackierte sofort. Schon beim Aufstieg auf den Kulminationspunkt der Verrazzano-Narrows-Bridge erarbeitete er sich eine Lücke von mehreren Metern. Hug aber liess sich nicht irritieren. In der Abfahrt schloss er wieder auf – und übernahm das Tempodiktat. Erstaunt stellte er fest, dass ihm Romanchuk nicht zu folgen vermochte.

«Es wurde ein einsames Rennen. Mit der Aussicht auf den Tages- und den Gesamtsieg fiel es mir aber leicht, zu pushen»,

bilanzierte Hug. «Am Limit, aber nicht im roten Bereich» tat er dies. Sein Vorsprung vergrösserte sich zusehends, der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr. Nach 1:31:24 Stunden kam er im Ziel an und durfte er 6:37 Minuten warten, bis seine nächsten Verfolger (David Weir und Romanchuk) eintrafen.

Schär wird Dritte in New York

Bewusst wurde ihm da, dass «es sich um die Krönung meiner besten und nie erträumten Saison handelt». Den New York Marathon gewann Hug zum vierten Mal nach 2013, 2016 und 2017, die Gesamtwertung zum dritten Mal nach 2016 und 2017. Abschliessen wird er das Jahr allerdings erst am übernächsten Wochenende mit einem weiteren Marathon, nämlich jenem im japanischen Oita.

Ebenfalls als Marathon-Majors-Gewinnerin feiern liess sich Manuela Schär. Doch auf der Strecke gelang es der Seriensiegerin nicht, genügend Kräfte freizusetzen. Die extrem lange Saison forderte ihren Tribut.

«Die Form fehlte», sagte sie nach ihrem dritten Rang hinter der Marathon-Olympiasiegerin Madison de Rozario (AUS) und Tatyana McFadden (USA). Ihr dritter Gesamtsieg nach 2017 und 2018 geriet aber nicht mehr in Gefahr.

«Ein Mega-Erfolg, der diesen Abschluss doch noch schön macht»,

resümierte die 36-Jährige.

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