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Ein Spiel für «wilde Kerle»: FC Schötz gewinnt die Schlammschlacht beim SC Buochs

Schötz siegt in Buochs mit 1:0 und mausert sich in der 1. Liga zum Derbykönig.

Stephan Santschi
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Harter Zweikampf zwischen dem Buochser Shahin Adwan (links) und dem Schötzer Silvan Williner.

Harter Zweikampf zwischen dem Buochser Shahin Adwan (links) und dem Schötzer Silvan Williner.

Bild: Patrick Hürlimann (Buochs, 13. November 2021)

Acht gelbe Karten, ein Platzverweis, herzhafte Grätschen, packende Laufduelle und zwei ausgepumpte Mannschaften. Das Derby zwischen dem SC Buochs und dem FC Schötz präsentierte am Samstag weniger spielerische Highlights, sondern mehr jene Attribute, die den sportlichen Überlebenskampf ausmachen. Dazu passte ein November-Rasen, der auf dem Seefeld noch etwas seifiger, rutschiger und holpriger daherkommt als andernorts. «Schauen Sie den Platz an, eine Katastrophe. Das war ein Wilde-Kerle-Spiel», sagte der Buochser Flügelspieler Shan Meyer.

«Es war zäh, doch wir wussten, dass es schwierig wird»,

meinte der Schötzer Goalie Dominic Stadelmann.

Meyer und Stadelmann gewannen die inoffiziellen Awards für die dreckigsten Trikots ihrer Teams. Generell war das Blütenweiss des SCB und das Leuchtstift-Orange der Schötzer nach Spielschluss in ein Matschig-braun getunkt.

Buochser vergeben gute Chancen

Resultatmässig beanspruchten die Luzerner das bessere Ende für sich, mit 1:0 gewannen sie den Abnützungskampf und entschieden nach dem 5:0 gegen Luzerns U21-Auswahl und dem 3:0-Erfolg in Zug auch das dritte Zentralschweizer Kräftemessen zu ihren Gunsten. Das Tor des Abends erzielte der Ex-Buochser Patrik Gjidoda in der 71. Minute per Penalty. Ausschlaggebend hierfür war ein ungestümer Zweikampf von Christoph Frank, der den durchgebrochenen Yanick Rapelli umstiess. Zwingend war die Führung indes nicht. Zwar hatte der Gast in der zweiten Hälfte mehr Ballbesitz und das Geschehen weitgehend unter Kontrolle. Die besseren Chancen hatte bei zartem Dauerregen aber lange der Lokalmatador: So wurde Fabio Moor in der 47. Minute ein herrliches Volleytor wegen eines Positionsabseits eines Kollegen aberkannt.

Kurz darauf traf Meyer per Kopf nur den Pfosten (49.).

«Die Führung wäre wichtig gewesen, dann hätten wir hinten reinhocken können. Ich wusste, dass ein Tor diese Partie entscheiden würde»,

bedauerte Meyer. Der gelernte Aussenverteidiger hat am rechten Flügel das Toreschiessen für sich entdeckt, drei Mal traf der in den beiden Spielen davor. Gegen Schötz hatte Meyer in der 66. Minute eine weitere gute Gelegenheit, sein Schuss wurde aber zur Beute von Stadelmann. Später verhinderte SCB-Keeper Raphael Radtke mit einer sensationellen Doppelparade gegen Nathan Tayey Mituensi und Fabio Rinaldo einen grösseren Rückstand (87.).

Schötzer streben nicht nach Schönheitspreis

Und so waren die strahlenden Gesichter am Ende bei den Schötzern zu finden. «Wir setzten auf hohe Bälle, auf diesem Platz wollten wir null Risiko eingehen», erklärte Dominic Stadelmann und er hielt fest: «Wir blieben geduldig, wussten, dass wir noch ein Tor schiessen würden. Wir waren uns nicht zu schade, die Bälle auch mal wegzuhauen. So zu gewinnen, tut uns sehr gut.» Nach dem Rückschlag mit der Heimniederlage gegen Langenthal ist Schötz wieder auf Kurs und hat sich ins Mittelfeld der Tabelle absetzen können.

Prekär bleibt die Lage für den SCB, der nach zwei Siegen in Folge wieder ein Negativerlebnis wegstecken muss. Die Mannschaft verbleibt auf einem Relegationsplatz, auch die grossen Personalprobleme verschärfen sich nach Franks gelb-roter Karte in der Nachspielzeit zusätzlich. «Unser Trend zeigte nach oben, deshalb glaube ich nicht, dass uns diese Niederlage demotivieren wird», befand Shan Meyer. Im Wissen, dass am nächsten Wochenende in Langenthal bereits der nächste Kraftakt auf dem Programm steht, dann allerdings auf Kunstrasen.

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