Unihockey
Sarnens Kampf um den Ligaerhalt: Die Schweden spielen eine Schlüsselrolle

Für die Unihockeyaner von Ad Astra Sarnen beginnt am Sonntag mit dem Playout gegen die Unihockey Tigers Langnau die Mission Ligaerhalt.

Peter Birrer
Drucken
Alexander Ruud (links) kann eine Schlüsselrolle spielen.

Alexander Ruud (links) kann eine Schlüsselrolle spielen.

Dominik Wunderli (Sarnen, 7. November 2021)

Emmanuel Hofer erweckt nicht den Eindruck, nervös oder überaus angespannt zu sein. Ad Astra Sarnen steht zwar vor Wochen, in denen es um den Ligaerhalt geht, aber der Vizepräsident versichert:

«Wir verschwenden keine Gedanken an den Abstieg.»

Hofer ist einer der Routiniers bei den Obwaldnern. 1989 gehörte der Unternehmer zu den Gründern des Unihockeyclubs in Sarnen, präsidierte Ad Astra danach jahrelang und ist im Dezember temporär wieder zum Chef aufgerückt. Er vertritt in dieser Funktion André Küchler, der sich eine Auszeit genommen hat.

Vor der Saison noch hatte Hofer ein positives Gefühl. Und als die Mannschaft mit zwei Siegen in die Meisterschaft startete, sah er sich bestätigt: Ja, Ad Astra könnte durchaus eine positive Rolle in der NLA spielen. Erst recht, weil es gelungen war, schwedische Verstärkung nach Sarnen zu lotsen, allen voran Alexander Rudd, der als Superstar der Szene gilt. Bloss: Trainer Mikael Öhman leistete sich Undiszipliniertheiten, die schliesslich zur Trennung führten. «Diese Geschichte hat uns aus der Bahn geworfen», sagt Emmanuel Hofer.

Zu verkraften hatte Ad Astra zudem Ausfälle von Schlüsselspielern wegen Covid. «Wir verfügen nicht über ein so breites Kader, dass wir die Lücken einfach hätten schliessen können», fügt der Vizepräsident an. Wenn er von Schlüsselspielern spricht, meint er vor allem die schwedische Fraktion, auf der nun grosse Hoffnungen ruhen, wenn es im Playout gegen die Unihockey Tigers Langnau geht.

Rudds Vertrag wäre auch in der NLB gültig

Speziell von Rudd wird erwartet, dass er seine Kollegen mitreisst. Mit bislang 14 Toren und 18 Assists ist er sehr wohl der eifrigste Punktesammler von Ad Astra, aber seine Klasse kam bislang nicht regelmässig zum Vorschein. Emmanuel Hofer sagt:

«Alexander ist ein sensibler Mensch, er braucht Stabilität im Team. Die war in der Phase, in der sich die Probleme mit Trainer Öhman ergaben, nicht vorhanden.»

Nun stellt sich die Frage, wie es mit Alexander Rudd nach dieser Saison weitergeht, wie mit dessen Landsleuten. Wer von ihnen bliebe im Fall einer Relegation in Sarnen? Wer wäre nicht mehr zu halten? Hofer sagt, der Verein sei in Gesprächen mit den Spielern aus Schweden und verweist auch darauf, dass beispielsweise Rudd im vergangenen August einen Vertrag unterzeichnete, der bis 2023 gültig ist – «unabhängig von der Ligazugehörigkeit». Und Erik Oweling oder Mathias Hagert würden sich in der Region unheimlich wohl fühlen: «Das erhöht die Chance, dass sie bei uns bleiben, egal, wie wir nun abschneiden.»

Die Klubleitung muss sich in der Situation, in der sich die Mannschaft befindet, natürlich mit dem Szenario NLB auseinandersetzen. Eine Relegation, das betont Hofer, hätte kaum negative Auswirkungen auf das Budget. Aber eben, das Thema beendet Hofer relativ schnell, weil er ja überzeugt ist, mit Ad Astra auch in der Saison 2022/23 in der NLA dabei zu sein. Die Mission Ligaerhalt startet am Sonntag im Emmental, und wenn sich Ad Astra in der Best-of-7-Serie durchsetzt, ist das Ziel erreicht. Ansonsten gibt es eine zweite Chance – im Auf-/Abstiegsplayoff NLA/NLB.