Handball
Die neue Vielseitigkeit der Stanser Flügelspielerin Sarah Rossi

Die Frauen des BSV Stans empfangen am Sonntag Aargau Ost. Gegen den Aufsteiger müssen die ersten Punkte her.

Stephan Santschi
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Flügelspielerin Sarah Rossi (am Ball) hat beim SPL2-Team Stans eindrücklich entwickelt.

Flügelspielerin Sarah Rossi (am Ball) hat beim SPL2-Team Stans eindrücklich entwickelt.

Nach Wunsch verlief das Startspiel der neuen SPL2-Saison nicht. Am letzten Sonntag verloren die Stanserinnen zu Hause gegen Olten klar mit 28:36. So viele Tore wie sie schossen, so viele technische Fehler machten sie auch und damit natürlich zu viele. «Das war fast tragisch. Nach den Wechseln in der Sommerpause sind wir noch nicht eingespielt», erklärt Flügelspielerin Sarah Rossi. Auch ihr unterlief das eine oder andere Malheur, am Ende stach sie mit Routinier Barbara Schiffmann (11 Tore) aber aus dem Kollektiv heraus, brauchte für ihre sieben Treffer nur acht Versuche. «Die Torquote war positiv. Ich konnte aber zum Teil Bälle nicht abfangen und beging Fehlpässe. Deshalb war es auch für mich ein relativ schlechtes Spiel», merkt Rossi an.

Diese gesunde Selbstkritik hat sich bei der 21-jährigen Kauffrau, die derzeit die Berufsmatura im Vollzeitpensum absolviert, erst in den letzten beiden Jahren entwickelt. Davor war sie zu streng mit sich, sah vor allem das Negative:

«Ich hatte kein Selbstvertrauen und dachte, ich mache alles falsch.»

Seit Gréta Grandjean in Stans das Traineramt übernommen habe, sei in mentaler Hinsicht ein Knopf aufgegangen. «Gréta hat an mich geglaubt und mir gezeigt, dass ich es eigentlich kann.»

In Konkurrenz mit der eigenen Chefin

Speziell: Spielertrainerin Grandjean ist ebenfalls linker Flügel, womit Rossi auf dem Papier die direkte Rivalin ihrer Chefin ist. Oder eher ihre Nachfolgerin auf dem Platz? «Sie folgt dem, was ich sage, daher ist sie meine Nachfolgerin», erläutert Grandjean rhetorisch elegant und fügt an: «Ich sehe es nicht als Konkurrenzkampf. Wenn Sarah gut spielt, erhält sie 50 bis 60 Minuten Einsatzzeit.» Die Spielerin selbst dankt es ihr mit einer eindrücklichen Entwicklung. Gegen Olten traf Rossi mal ins lange, mal ins kurze Eck, zweimal düpierte sie ihre Gegnerin vor dem erfolgreichen Abschluss mit einer Drehung, auch ein Lupfer war dabei. «Sarah war früher einseitig. Sie warf zwar gut, aber man wusste, was kam. Heute kann sie fast alles werfen», erklärt Grandjean. Im Gleichschritt mit dem Selbstbewusstsein erhöhte sich die Lust auf das Training – und so hat Rossi auch in physischer Hinsicht zugelegt. «Sie hat eine innere Motivation, Sarah muss ich nicht pushen», sagt Grandjean. Mit einer Körpergrösse von 1,60 Metern setzt sie in ihrem Spiel vor allem auf Tempo und Flinkheit. «Und ich nutze nun alle Möglichkeiten, die ich als Flügelspielerin habe. Taucht ein Problem mit einem Wurf auf, hilft Gréta mir bei der Suche nach einer Lösung», erklärt Rossi.

Am Sonntag soll sich der Gegner ärgern

Das Stanser Eigengewächs ist damit auf gutem Weg, beim BSV zu einer Leistungsträgerin zu avancieren – viereinhalb Jahre nachdem sie als U18-Juniorin ihr Début im Fanionteam gegeben hat. Damals spielten die Nidwaldnerinnen noch in der SPL1, stiegen kurz darauf ab. Mit Ausnahme eines sechsmonatigen Auslandaufenthalts mit Stationen in Australien und Frankreich läuft Rossi seit rund zehn Jahren für ihren Stammverein auf. Und geht es nach ihr, soll sich daran so schnell auch nichts ändern. «Der BSV ist ein familiärer Verein, ich würde ihn für nichts hergeben», sagt die Schweizerin mit italienischen Vorfahren. Ihre Wurzeln im südlichen Nachbarland sind wohl dafür verantwortlich, dass sie als sehr emotionale Spielerin gilt. «Auf dem Platz werde ich schnell hässig, ich muss lernen, meine Emotionen zu regulieren», gesteht Sarah Rossi mit einem Lachen. Schliesslich soll sich am Sonntag, wenn Aufsteiger Aargau Ost zum zweiten Heimspiel in der Eichlihalle gastiert, vor allem der Gegner ärgern.

Handball, SPL 2. Sonntag, 15.30: Stans – Aargau Ost (Eichli).

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